Workshop

Americana: Jazz Chords

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(Bild: Kriachko Oleksii / Shutterstock)

In den nächsten Folgen des Americana-Workshops beschäftigen wir uns mit dem Thema Jazz. Spuren dieses Stils findet man eigentlich in fast allen amerikanischen Musikgenres, egal ob es sich um Blues, Western Swing, Instrumental Rock, Rockabilly, Surf oder dem Crossover-Sound von Tom Waits handelt. Nähert man sich dem Jazz von seinen Ursprüngen aus an, stellt man fest, dass dieser Stil auch viel unterhaltsame, eingängige Musik beinhaltet und Hochleistungs-Bebop mit komplexen Skalen nicht die einzige Herangehensweise an den Jazz ist.

Also keine Angst, wenn du noch nicht der Harmonielehre-Weltmeister bist – ich werde versuchen, mich dem Thema auf verständliche Weise anzunähern.

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AKKORDE

Der wesentliche Unterschied von Jazz zu den meisten Rockmusik-Stilen ist die komplexere Harmonik. Um jazzig zu klingen, sollte man mindestens Vierklänge verwenden, also Akkorde die zusätzlich zum Dreiklang (Dur/Moll/vermindert/übermäßig) noch eine Septime beinhalten. In Beispiel 1 siehts du die fünf wichtigsten Vierklänge jeweils in zwei Varianten, mit Grundton auf der E- oder A-Saite. Versuche dir diese Griffe als Bild einzuprägen. Als Übung würde ich empfehlen, einen Grundton festzulegen (in Beispiel 1 ist es das C) und dann die verschiedenen Typen nacheinander durchzugehen. So siehst du auch auf dem Griffbrett, worin sich die Akkorde unterscheiden.

I-VI-II-V

Sobald du einigermaßen vertraut mit den neuen Griffen bist, kannst du dich mit der gängigsten Jazz-Akkordfolge beschäftigen, der I-VI-II-V-Verbindung, die nach den Stufen der Tonleiter benannt ist, auf der die Akkorde gebildet werden. Wie die Akkorde heißen, siehst du in Beispiel 2 (Dur) und Beispiel 3 (Moll). Du hast für jeden Akkord eine Möglichkeit jeweils mit dem Grundton auf der E- und A- Saite. In Beispiel 4 habe ich dir die Lage der Grundtöne so zusammengestellt, dass du keine Riesensprünge auf dem Griffbrett machen musst. Es ist aber natürlich auch möglich, alle Grundtöne von der E-Saite aus zu spielen oder eine beliebige Abfolge von E- und A-Saite zu benutzen.

COMPING

Im Swing-Jazz entsteht der Basis-Groove nicht durch Gitarrenriffs oder Strummingpatterns, sondern durch die Kombination von Ride-Becken-Figur und einer in Vierteln gespielten Basslinie, dem sogenannten Walking Bass. Die Akkorde werden eher als rhythmische Einwürfe gespielt. Beispiel 5 zeigt dir vier mögliche Rhythmusfiguren, die du über die Bass/Drum-Figur spielen kannst. In der Praxis spielt man selten immer die gleiche rhyth mische Figur, sondern kombiniert verschiedene Varianten wie in Beispiel 6 zu sehen.

Um mehr Spannung zu erzeugen, kann man sich den Akkorden auch chromatisch annähern, also zuerst einen Bund tiefer oder höher als den eigentlichen Akkord spielen und dann in den Ziel-Akkord auflösen. Wie das klingt, zeigt dir Beispiel 7. Als letzte Möglichkeit der Jazz-Begleitung bietet sich eine Fingerstyle-Variante an, die den Akkord in Basston und höhere Töne aufteilt, was gerade in Duo-Besetzungen viele Möglichkeiten eröffnet. Wie so etwas aussehen kann, siehst du in Beispiel 8. Versuche, die verschiedenen Akkorde mit den unterschiedlichen Rhythmen und dem Chromatic Approach zu kombinieren. So erhältst du schon eine Menge Begleitvarianten, die wir dann in der nächsten Folge auf einen Song anwenden werden. Viel Spaß mit den Akkorden!

(Die Noten können durch Anklicken vergrößert werden!)

(erschienen in Gitarre & Bass 12/2022)

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ihr habt ja häufig gute Inhalte, die mich schon oft überzeugt haben.
    Wenn man allerdings diese Audio files anhört, bekommt man den Eindruck, da möchte Jemand alle davon überzeugen, das Jazz in jeder Hinsicht öde & platt tönt. Was für ein Tauerspiel im wahrsten Sinne des Wortes.

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