Produkt: Let It Rain – Eric Clapton
Let It Rain – Eric Clapton
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Workshop

Americana: College Rock – The Replacements Teil 2

(Bild: Bonnie Schiffman / Reprise Records)

Weiter geht’s diesen Monat mit ,Kiss Me On The Bus‘ von The Replacements. Letztes Mal gab es Intro, Bridge und Refrain, die solltest du also mittlerweile draufhaben. Diesmal kommen der Refrain und ein Gitarrensolo dazu.

KEEP IT SIMPLE

Im Chorus spiele ich die Gesangsmelodie auf der Gitarre einfach mit Singlenotes. Die Melodie ist von sich aus schon sehr stark und bekommt durch den Tonartwechsel von E-Dur nach D-Dur zusätzliche Strahlkraft, sodass spieltechnische Mätzchen hier nicht erforderlich sind. Interessant ist der auch im Original vorhandene Wechsel von schrammeligen Indie-Chords zu einer bluesigen Boogie-Begleitung. Trotz Rebellenattitüde und Ablehnung der klassischen Rockismen konnten The Replacements ihre Seventies-Rock-Prägung nicht abstreifen, was wieder einmal beweist, wie unsinnig die exakte Stilabgrenzung in der Musik ist.

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SOLO

Das Solo, das über die Akkorde der Strophe läuft, baut auf zwei Konzepten auf: Takt 1 bis 7 sind deutlich von Chuck Berry inspiriert und basieren auf Double-Stops aus E-Mixolydisch und dem klassischen Dreierverschieber wie bei ,Johnny B. Goode‘. Ab Takt 8 verwende ich dann ausschließlich die E-Moll-Pentatonik. Das schafft einen schönen Kontrast zur eher Dur-artig klingenden Begleitung.

Wichtig ist die Phrasierung, mit der hier gespielt wird. Harmonisch richtiger würde eigentlich die Dur-Pentatonik klingen. Wenn du aber mit viel Kraft im Anschlag und einer bluesigen Herangehensweise agierst, klingt auch die Moll-Pentatonik sehr überzeugend und sorgt für Dreck und Spannung im Sound. Um den Unterschied zwischen den beiden Tonleitern genau zu hören, kannst du dir ja mal die Rhythmusfigur der letzten Folgen loopen und beide Skalen darüber spielen. Gegen das Verbinden beider Tonleitern spricht selbstverständlich auch nichts.

SONGAUFBAU

Da dir jetzt alle Songteile bekannt sind, kannst du den kompletten Track spielen. Der Aufbau des Arrangements ist folgendermaßen:

Intro – Verse 1 – Bridge 1 – Verse 2 – Bridge 2 – Chorus – Solo – Bridge 2 – Chorus

Dieser Songaufbau ist klassisch amerikanisch, sehr Popmusikartig und hat wenig mit dem Aneinanderhängen unterschiedlicher Riffs, wie im Hardcore üblich, zu tun. Das sorgte natürlich im orthodoxem Hardcore-Underground für Unmut, einige Fans kehrten der Band den Rücken und waren sich einig, dass nur die ersten drei Alben den wahren Replacements-Sound bieten. Allen kann man es eben nicht recht machen, aber wenn dabei Songs wie ,Kiss Me On The Bus‘ rauskommen, lässt sich das sicherlich verschmerzen. Viel Spaß beim Üben.

Weiter unten findest du übrigens einen Backing-Track ohne Leadgitarre, zudem du die Melodie und das Solo spielen oder deine eigene Variante des Songs kreieren kannst.

GEAR

Eingespielt wurde der Backingtrack mit einer Jazzmaster von 1965 und zwei TAD-Amps: Ein 18-Watt-Top für die Rhythmusgitarre und ein JTM 45 mit einem Z.Vex-Distortron davor für den Leadsound. Beide Amps gingen in eine 4×12-Simulation der UAD-Ox-Box. Ein Catalinbread Belle Epoch (vor dem Amp) und ein EMT-140-Plate Reverb-Plugin (in Cubase) sorgen für den Raumsound.

(Die Noten können durch Anklicken vergrößert werden)

(erschienen in Gitarre & Bass 03/2021)

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