Im Interview

Scorpions: Matthias Jabs im Studio

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(Bild: Moritz Künster / Sony Music)

Was für ein bemerkenswertes Jubiläum: Fast auf den Tag genau 50 Jahre nach ihrem Debüt ‚Lonesome Crow‘ haben die Scorpions im Februar 2022 ihr neues Album ‚Rock Believer‘ veröffentlicht. Und das klingt nach Retro, Achtziger-Jahre, nach Klassikern wie ‚Animal Magnetism‘, ‚Lovedrive‘ oder ‚Blackout‘. Diese Erfolgswerke sollen die Blaupause für das neue Werk gewesen sein, und zwar auf ausdrücklichen Wunsch der Plattenfirma. Das jedenfalls behauptet Gitarrist Matthias Jabs, den wir zusammen mit der gesamten Band – nur Rudolf Schenker fehlte an diesem Tag terminbedingt – in den Hannoveraner Peppermint Park Studios besucht und bei den Proben für eine einmonatige Residency in Las Vegas beobachtet haben.

Hier nun also das Gespräch mit einem erstklassigen Musiker! Übrigens: Die Scorpions kommen im Juli 2022 auch auf Deutschlandtournee. Man sollte diese Gelegenheit nicht verpassen!

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Matthias, kannst du bitte mal deine generelle Rolle beim Songwriting der Scorpions beschreiben? Lieferst du für eine neue Produktion komplette Songs an?

Oft ist es so, dass ich zuhause alles aufnehme, was mir einfällt, und auch selbst dazu singe. Das bedeutet aber nicht, dass die Nummer am Ende genauso bleibt. Das Stück ‚Crossing Borders‘ vom neuen Album klang beispielsweise anfangs ganz anders, vor allem das Riff und der Chorus. Ich fand die Idee tierisch gut, aber unserem ersten Produzenten war es zu amerikanisch. Ich habe mich ehrlich gesagt darüber gewundert, denn eigentlich wollten wir das Album in Amerika aufnehmen, parallel zur geplanten Residency in Las Vegas, die dann aber auf dieses Jahr verschoben wurde.

Der erwähnte „Veto“-Produzent wurde dann recht schnell ausgetauscht.

Wir haben in unserer Karriere schon mit so vielen Produzenten gearbeitet, mit Dieter Dierks ist auf Alben wie ‚Blackout‘ oder ‚Love At First Sting‘ der typische Scorpions-Sound entstanden. Anschließend gab es mit Keith Olsen und Bruce Fairbairn die ersten Verfärbungen unseres Stils, mit Desmond Child folgten weitere. Als wir uns diesmal von unserer Idee eines weiteren amerikanischen Produzenten verabschiedet und alles zusammen mit unserem deutschen Toningenieur Hans-Martin Buff in die eigenen Hände gelegt hatten, war ich sehr froh. Denn nur so konnten wir uns diesmal auf uns selbst konzentrieren, anstatt auf andere hören zu müssen. ‚Rock Believer‘ ist Scorpions pur, ohne Einfluss von außen. Und wie man so hört, kommt die Scheibe bei den Fans und Medien sehr gut an.

Hat dich überrascht, dass das Ergebnis mit eurem hauseigenen Toningenieur so gut geworden ist?

Nein. Ehrlich gesagt war ich erleichtert, als die „American Connection“ raus war. (grinst) Hans-Martin kennen wir schon lange, wir haben ihn ursprünglich auch nicht als Produzenten betrachtet, sondern als unseren Engineer. Aber er hat einen wirklich tollen Job gemacht, deshalb gebühren ihm die Co-Producer-Credits.

Nach euren Abschiedsplänen vor zehn Jahren konnte man nicht unbedingt mit einem weiteren Scorpions-Album rechnen.

Wir selbst auch nicht! 2015 hatte das wirklich niemand auf dem Schirm. Weshalb auch? Klassische Rockmusik wird nur noch selten im Radio gespielt, da kommt natürlich die Frage nach dem Sinn eines weiteren neuen Albums auf. Aber: Für eine live aktive Rockgruppe wie die Scorpions macht es Sinn, etwas Neues, Frisches für die Tour zu haben. Wir haben von 2015 bis 2020 nahezu durchgehend das gleiche Programm gespielt. Aber natürlich ist in einem fortgeschrittenen Alter ein neues Album stets eine Herausforderung, verbunden mit der Frage: Können wir das noch, kommt da wirklich etwas Neues zustande?

2018 nach einem Konzert in Athen hat uns Martin Lanzerath, unser Nummer-1-Fan und mittlerweile bei Universal angestellt, gefragt: „Wollt ihr nicht einfach mal ein neues Album jenseits des heutigen Kommerzes, so im Stil von ‚Blackout‘ aufnehmen? Das wäre ein Superding!“ Ich fand die Idee prima. Bruce Fairbairn hat schon Anfang der Neunziger gesagt: „Die besten Scheiben sind Jamsessions in E mit attitude!“ Klaus hat 2019 angefangen, Texte zu schreiben, noch ohne Musik. Denn natürlich wollten wir uns selbst die Frage beantworten: Was haben wir zu sagen? Was sind unsere heutigen Themen? Ich fand diesen Ansatz super!

Irgendwann legte Klaus zehn, zwölf Textideen vor, kleine Storys. Kein Konzeptalbum, aber Themen und Wortspiele mit Verbindungen zur Scorpions-Karriere, mit textlichen Verweisen zu Songs wie ‚The Zoo‘ oder Zeilen wie „black me in, black me out“, die natürlich jeder Scorpions-Fan sofort versteht. Das mag keine hohe Literatur sein, aber für Scorpions-Fans ist es „entertaining“. Für meine Songs gab es allerdings eigene Demo-Texte, weil ich sie selbst mit meiner dünnen Stimme gesungen hatte. Manche dieser Zeilen wurden übernommen, wenn sie phonetisch gut klangen, manche nicht. Die meisten Songs hat Rudolf in Thailand mit Hans-Martin vorbereitet.

Dann kam der Lockdown und alle ursprünglichen Planungen waren plötzlich hinfällig.

Richtig. Wir waren in Australien und Südostasien auf Tournee gewesen und kamen aus Singapur zurück, wo die Pandemie schon präsent war. In Hamburg am Flughafen dagegen waren wir die einzigen, die eine Maske trugen, hier war man der Zeit noch hinterher. Aber der globale Lockdown, der dann folgte, hatte für mich etwas Angenehmes. Es war schön, nach so vielen Jahren endlich mal zur Ruhe zu kommen, zu entschleunigen. Ich bin viel Fahrrad gefahren, es waren wenige Autos auf der Straße, alles war sehr entspannt. Wir hier in Europa befanden uns anfangs noch in unserer eigenen Blase, Impfstoff gab es anfangs nicht.

Zunächst wurde versucht, mit unserem „american producer“ per Zoom zu arbeiten, doch das funktionierte nicht, allein schon wegen des neunstündigen Zeitunterschieds. Unser Ami war früh aufgestanden, gegen fünf Uhr morgens, hatte gerade seinen ersten Kaffee intus, während es bei uns schon nachmittags war, wir seit Stunden geprobt hatten und in einer völlig anderen Stimmung waren. Das konnte natürlich nicht funktionieren.

Habt ihr als langjährige Band denn nicht sowieso immer das letzte Wort?

Wenn man sich schon einen externen Produzenten sucht, dann möchte man ja Input von außen, eine unabhängige Meinung. Aber die Vorstellungen lagen einfach zu weit auseinander. Das Mischpult sollte doppelt so groß sein wie das jetzige, eine solch riesige Konsole braucht man zum Aufnehmen gar nicht. Auch die unfassbar große Zahl an Schlagzeugmikros war unseres Erachtens übertrieben. Hinzu kam, dass uns der geplante Drum-Sound nicht gefiel. Als wir die „american connection“ beendet und in Eigenregie weitergemacht hatten, war vor allem auch unser Schlagzeuger Mickey Dee begeistert und hat dementsprechend gut gespielt.

Wurden einzelne Parts eurer Demoversionen für das finale Album verwendet, da es möglicherweise schon amtlich klang, Stichwort: Spirit Of The Moment?

Nein, alles wurde neu aufgenommen. Es gibt zu jedem Song ein Demo, teilweise mit vollständig ausgearbeiteten Soli. Früher bin ich oft unvorbereitet ins Studio gekommen und hab es darauf ankommen lassen. Aber so war es natürlich besser, weil man schon zu Beginn eines Solos wusste, wie es endet. Bei ‚Crossing Borders‘ beispielsweise hatte ich das Solo bereits bis ins Detail ausgearbeitet und hab es dann eins zu eins übernommen. Für einen weiteren Song gab es ebenfalls einen tollen Solopart, doch das Stück wurde letztlich nicht mit aufs Album genommen, deshalb haben wir den Soloteil einfach für eine andere Nummer verwendet.

Matthias Jabs mit Dommenget Mastercaster (Bild: Matthias Mineur)

Sind auf ‚Rock Believer‘ immer die jeweils gleichen Gitarren wie bei den Demoversionen zu hören?

Nein, das habe ich absolut variabel gehandhabt.

Welche deiner Gitarren sind zu hören?

Etliches habe ich mit meiner 58er Gibson Les Paul eingespielt, sowohl Soli als auch Rhythmus. Auch meine 59er Gibson Les Paul ist zum Einsatz gekommen, allerdings nicht für Soli. Hinzu kamen der erste Prototyp meiner Gibson Explorer 90, mit der ich immer ‚Crazy World‘ spiele, sehr häufig meine Dommenget Galaxy, die sowieso universell einsetzbar ist, auch meine Mastercaster habe ich eingesetzt.

Dommenget EX90 Galaxy mit Korina-Body, Maple-Top, Korina-Neck & Musclebucker-Pickups
Dommenget EX90 Custom Mahagony mit Musclebucker-Pickups
MJ Guitars Mastercaster Zebra mit Dommenget-Pickups
MJ Guitars Mastercaster (gebaut von Boris Dommenget) mit Dommenget-Pickups
Die erste Mastercaster mit drei Dommenget-Pickups
Dommenget EX90 Stars, mit Korina-Body, Ahorn-Top, Korina-Hals und Dommenget-Pickups
Die erste EX90 Stars mit Dommenget-Musclebucker-Pickups
Martin Acoustic 00-42

 

Und welche Amps?

Insgesamt fünf: Mein guter alter Marshall JCM 800, den ich schon seit ‚Lovedrive‘ spiele, zudem habe ich meinen ersten Soldano wieder rausgekramt, mit dem ich ‚Crazy World‘ aufgenommen habe. Der Mastertone ist sowieso immer dabei, auch für cleane Sachen, ebenso mein Skrydstrup TD50, mein so genannter Armageddon, der speziell für mich gebaut wurde.

Skrystrup Armageddon Matthias Jabs Custom (Bild: Matthias Mineur)

Und der fünfte? Etwa der Vox, der aus dem Nachlass des jüngst verstorbenen Jane-Bassisten/Gitarristen Martin Hesse stammt?

Ja, genau. Im Herbst 2020 hatte ich Martin noch getroffen. Er gab mir seine Karte und fragte, ob ich Interesse an seinem AC30 habe. Nach seinem Tod rief mich die Witwe an, ob ich ihn noch haben möchte. Deshalb bin ich mit Ingo Powitzer und Rudolfs Techniker Peter Kirkman hingefahren, in einen Proberaum, wie ich ihn schon seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt habe, aber wie ich ihn noch aus meiner Jugend selbst kenne. Der AC30, der gerade frisch restauriert worden war, klang super, vor allem für die nicht ganz cleanen Sounds.

Waren bei ‚Rock Believer‘ immer alle Amps ständig verfügbar?

Ja, meine gesamte Anlage war über Monate verkabelt, wir mussten also immer nur die Box umstecken. Ich hatte alle Amps im Regieraum direkt neben mir stehen, kurze Wege, kurze Kabel, mehr brauchte ich nicht. Für ein Solo mit singendem Ton nimmt man natürlich keinen alten Marshall.

Jabs' Racksystem mit den Skrydstrup-Komponenten
Hätte der Autor dieser Zeilen auch gerne: Jabs' 4x12-Cabinet
TubeThomsen Mastertone
Skrydstrup SC1 als Schaltzentrale plus Vox-Wah mit Skrydstrup Wah Interface

 

Was waren die Kriterien, welches Solo mit welcher Gitarre gespielt wurde?

Ich mache den Job ja schon so lange und kann mir bereits vorher vorstellen, wie es am Ende klingen soll. Diesmal habe ich viele Soli mit Neck-Pickup gespielt, deshalb ging nur eine Explorer mit zwei Pickups. Die anderen fielen also schon mal weg. Natürlich ist auch die Tonart mitentscheidend. Diesmal habe ich oft in sehr hohen Lagen gespielt, und das funktioniert aufgrund des tieferen Cutaways nur mit meinen Explorer. Bei einer Les Paul muss man gar nicht erst daran denken, die kann das nicht. Bei den Sounds haben wir viel ausprobiert, aber immer auch schnell eine Entscheidung getroffen. Ingo hat Vorschläge gemacht, ich hatte Vorstellungen, und unser Produzent Hans-Martin hat natürlich auch häufig mal gefragt: „Können wir noch mal den anderen Amp hören?“

Habt ihr die Signale nochmal komplett gereampt?

Viele Bässe wurden gereampt, um mehr Druck und Distortion zu bekommen. Gitarren wurden ebenfalls einige gereampt, allerdings nicht allzu viele. Ich habe alle Signale per D.I. und über einen Amp aufgenommen, man kann dann anschließend, wenn gewünscht, noch etwas rausholen.

Erkennt man, ob es sich bei Stücken um Kompositionen von dir oder von Rudolf handelt?

Ich sag’s mal so: Meine Songs könnten nicht von Rudolf sein, aber Rudolfs Songs könnten auch von mir stammen, weil ich sehr viel daran mitarbeite. Allerdings: Eine Nummer wie ‚When You Know Where You Come From‘ kann nur von Rudolf kommen, eine solche Idee würde ich nie haben. Er weiß mitunter selbst nicht, woher seine Ideen stammen, man nennt das wohl Inspiration. Meine Songs sind insgesamt etwas bluesiger und stärker RnB-orientiert. Wie gesagt: Bei einem Stück wie ‚When You Know‘ weiß man nicht, woher die Idee kommt. Die Leute fragen sich das bei den Scorpions ja sowieso. Wir wissen es selbst nicht, es könnte durchaus mit unserer deutschen Klassik-Vergangenheit zusammenhängen, dass unsere Melodieführung anders ist als beispielsweise bei Aerosmith.

Sind die neuen Songs spielerisch besonders herausfordernd?

Nein. Oder sagen wir mal so: Der Trick ist, dass man immer von oben draufschauen muss. Uli Jon Roth hat mal zu mir gesagt: „Wenn man von oben statt von unten draufschaut, dann ist es nicht schwer.“ Wenn ein Schlagzeuger schon vor einem schwierigen Fill nervös ist, hört man das bereits vorher. Ich mag die Herausforderung, und natürlich braucht man eine gewisse Technik, oder wie ich sagen würde: Don’t try this at home! Ich konzentriere mich speziell auf die Energie. Man muss die Parts vor allem mit Druck spielen, was schwieriger ist, als es klingt. Einen Song wie ‚Peacemaker‘ zu spielen, ist eigentlich einfach, aber mit dieser Energie kriegt es nicht jeder hin.

Hörst du bei dir Verbesserungen oder Weiterentwicklungen zu frühen Scheiben der Scorpions?

Ja, natürlich höre ich, dass ich reifer geworden bin. Ich behaupte sogar, dass ich im Laufe der Jahre besser geworden bin. Aber auch alte Aufnahmen und deren Power erstaunen mich immer wieder, diese jugendliche Frische, die wir auch jetzt wieder einfangen wollten. Wir haben nie aufgehört live zu spielen, deshalb ist alles, was wir machen, voll Energie, die nie nachlässt.

Inwiefern bist du besser geworden?

Ich weiß nicht, ob man es bemerkt, aber mein Spektrum ist größer geworden. Was man nicht immer unbedingt hört, weil man es als Musiker ja auch nicht immer zeigen muss. Denn viel wichtiger als ein Technik-Showdown ist: Ein Gitarrensolo muss ein homogener Teil eines Songs sein, anstatt eines isolierten Instrumentalteils, was anderen Bands durchaus passiert, mir aber nicht. Die Technik steht dabei nicht im Vordergrund, auch wenn man es gerne mal kurz durchschimmern lässt. Das Feeling ist weitaus wichtiger. Ich finde es immer wieder toll, wenn man auf YouTube sieht, wie schnell unsere Songs und meine Soli gecovert werden. Es muss also etwas dran sein.

Die Scorpions mit Techniker Ingo Powitzer an der Gitarre (Bild: Moritz Künster / Sony Music)

Hast du für deine Soli eine Lieblingstonart? Oder Tonarten, die du gar nicht magst?

Es gibt Tonarten, die ich gerne vermeide. Der Gesang ist immer das Wichtigste, und daran orientieren wir unsere Harmonien und Akkorde. Diesmal findet viel in den beliebten Tonarten A und E statt, was sich erfreulicherweise so ergeben hat. Ich spiele auch gerne in H-Moll, da klingen die Akkorde super, und bei Gitarren mit 24 Bünden kannst du sehr schön das gesamte Griffbrett nutzen.

Ich mag auch Cis-Moll beziehungsweise die Paralleltonart E-Dur, bei der man viel zwischen dem neunten und zwölften Bund spielen kann. Das klingt gut, weil man auch die tiefe E-Saite zur Verfügung hat, so ein wenig wie bei Hendrix oder noch besser bei Robin Trower. Man muss einfach wissen, wie man den gewünschten Sound bekommt. Wer will schon gerne in Gis-Dur spielen? Kein Mensch! Jedenfalls nicht auf der Gitarre. B ist auch nicht unbedingt der Bringer.

Es gibt Tonarten, bei denen man als Gitarrist neidisch auf den Keyboarder wird, oder?

Stimmt. Der kann machen was er will, der muss auch keine Saite ziehen, der klemmt sich nie die Finger. Übrigens: Fis ist für Gitarristen ebenfalls gut, speziell Fis-Moll, weil man durch die Paralleltonart A-Dur auch im unteren Bereich des Griffbretts eine gute Kontrolle hat, während E automatisch Leersaiten hat, die zwar schön lange klingen, aber ein kontrolliertes „Muting“ funktioniert halt besser, wenn man keine Leersaiten hat. Wie beispielsweise im Song ‚Rock Believer‘, den ich mehr oder minder im Alleingang arrangiert habe, das Intro, der Soloteil, der über die beliebte Folge A-Fis-E geht, um dem Song mehr Druck zu geben. Eigentlich war ‚Rock Believer‘ eine zarte Ballade – aber bei diesem Titel eine Ballade? Wir mussten daraus einfach eine Rocknummer machen.

Letzte Frage: Sind deine Akkus nach zwei Jahren Pause wieder voll und freust du dich auf die Bühnenrückkehr?

Auf jeden Fall! Es war schön, mal runterzukommen, zumal wir ja auch nicht untätig waren, sondern durchgehend am Album gearbeitet haben. Anfangs wusste man nicht, wie lange die Pause dauern würde, insofern haben wir uns darüber gefreut. Das neue Album ist schon ein paar Monate fertig, die Journalisten haben es bereits gehört, aber man will ja vor allem, dass es auch die Fans hören können. Und das Schöne an ‚Rock Believer‘ ist: Die Songs passen perfekt zu unserem aktuellen Programm, das klingt wie aus einem Guss. Und da wir die Basics der Scheibe live eingespielt haben, sind die neuen Songs auch auf der Bühne mühelos umsetzbar.

Wir planen, für die Las Vegas Residency und auch für die anschließende Deutschlandtournee fünf oder sechs neue Stücke ins Programm zu nehmen. Wir starten mit ‚Gas In The Tank‘, der Opener des Albums ist auch die Showeröffnung, hinzu kommen ‚Rock Believer‘, ‚Peacemaker‘, ‚Seventh Sun‘, ‚Shining Of Your Soul‘ und ‚When You Know‘ in einer Akustikversion. Allerdings musste ich erst einmal herausfinden, welche Overdub-Gitarren der neuen Songs ich auf der Bühne weglassen kann, da ich ja nur zwei Hände habe.

(erschienen in Gitarre & Bass 05/2022)

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