Der Mann hinter dem Fundament der größten Scorpions-Ära
Francis Buchholz (1954–2026): Ex-Scorpions-Bassist mit 71 Jahren gestorben
von Redaktion,
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(Bild: MrPanyGoff (CC BY-SA 3.0) via Wikimedia Commons)
Der frühere Scorpions-Bassist Francis Buchholz ist am 22. Januar 2026 im Alter von 71 Jahren gestorben. Von 1973 bis 1992 prägte er den Sound der Hannoveraner in ihrer entscheidenden Erfolgsphase – mit einem Bassspiel, das Gitarren Platz macht und trotzdem alles trägt.
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Der langjährige Scorpions-Bassist Francis Buchholz ist tot. Seine Familie bestätigte seinen Tod am Donnerstag, den 22. Januar 2026, in den sozialen Medien:
Auch die Band veröffentlichte ein Statement:
Von Dawn Road zu den Scorpions – und direkt in die Bandgeschichte
Geboren am 19. Februar 1954 in Hannover, war Buchholz Anfang der 1970er zunächst bei Dawn Road aktiv – gemeinsam mit Uli Jon Roth, Jürgen Rosenthal und Achim Kirschning. Als sich die Musiker 1973 mit Klaus Meine und Rudolf Schenker zusammenschlossen, war Buchholz gerade einmal 19 – und wurde Teil der Besetzung, die die Band international groß machte.
Die Alben, die Gitarristen kennen – und der Bass, der sie zusammenhält
Sein erstes Scorpions-Album war „Fly to the Rainbow“ (1974). Danach folgten wichtige Stationen wie „In Trance“, „Virgin Killer“, „Lovedrive“ und schließlich der weltweite Peak mit „Love at First Sting“ (1984) – inklusive einer großen Tour, die die Band unter anderem in den Madison Square Garden und nach Los Angeles führte.
Für Gitarristen ist Buchholz’ Rolle dabei typisch „unterschätzt, aber unverzichtbar“: eher präzise, melodisch und songdienlich als laut im Vordergrund – ein Fundament, auf dem Riffs und Hooks umso größer wirken.
Zu den bekanntesten Songs aus dieser Ära zählen „Rock You Like A Hurricane“.
Auch „Still Loving You“ gehört in diese Phase.
Und spätestens mit „Wind of Change“ wurde der Scorpions-Sound zum globalen Popkultur-Moment – inklusive der Ära rund um „Crazy World“ (1990).
Abschied 1992 – späteres Arbeiten hinter den Kulissen und Rückkehr auf die Bühne
1992 endete die Zusammenarbeit mit den Scorpions. In den Jahren danach war Buchholz zunächst weniger sichtbar und arbeitete unter anderem in Beratung, Technik und Organisation innerhalb der Branche.
Später veröffentlichte er das Bass-Lehrbuch „Bass Magic“ und kehrte schrittweise wieder auf die Bühne zurück – etwa mit Uli Jon Roth sowie als Teil von Michael Schenkers „Temple of Rock“. Außerdem war er am Projekt „Phantom 5“ beteiligt, u. a. mit Claus Lessmann.
Buchholz hinterlässt seine Ehefrau Hella sowie seine drei Kinder.