Produkt: Gitarre & Bass 4/2019
Gitarre & Bass 4/2019
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Aus dem neuen Heft

Dennis Ward & Gus G.

Dennis Ward
Dennis Ward mit seinem Sandberg California Bass (Bild: Mineur)

Der seit mehr als 30 Jahren in Deutschland lebende Kanadier Dennis Ward ist nicht nur einer der erfolgreichsten Rock- und Metal-Bassisten unseres Breitengrades, sondern seit vielen Jahren auch erfolgreicher Produzent und Songschreiber unter anderem für Tesla, Primal Fear, Angra, Krokus, Unisonic, Sinner, House Of Lords, Pink Cream 69, Voodoo Circle oder Place Vendome.

Neuerdings arbeitet Ward auch mit dem ehemaligen Ozzy-Osbourne-Gitarristen Gus G. zusammen, und zwar als dessen Tontechniker, Co-Songwriter und ebenso als Bassist und Leadsänger seiner Solo-Band.

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Im Frühjahr 2019 waren Gus G. und Ward erneut gemeinsam auf Tournee. Wir haben die beiden bei einem Konzert im Vorprogramm von Steel Panther in Oberhausen getroffen und die Gelegenheit genutzt, um uns mit Dennis Ward einmal etwas genauer zu unterhalten.

interview

Dennis, du bist aus familiären Gründen als Kind nach Deutschland gekommen, nicht wahr?

Mein Vater war als Zivilist der amerikanischen Armee in Deutschland stationiert, meine Mutter ist Deutsche. Ich habe meinen Highschool-Abschluss in Würzburg gemacht. Damals gab es in Deutschland eine Menge US-Militärclubs, in denen Coverbands spielten. In einer davon war ich Mitglied, habe fünf bis sechs Mal pro Woche jeweils vier bis fünf Sets à 45 Minuten für 72 Dollar am Abend Top-40-Rocksongs gespielt. Es war eine harte Schule! Irgendwann hatte ich die Schnauze voll und bin arbeiten gegangen, habe mich aber die ganze Zeit bei anderen Bands beworben.

Eines Tages hat mich Kosta Zafiriou zu einem Konzert seiner Band Pink Cream 69 eingeladen. Damals hatten Pink Cream noch einen anderen Bassisten. Ich war ziemlich beeindruckt und wurde drei, vier Monate später von der Band zu einer Probe eingeladen. Danach ging es sofort los: Studioarbeit, Demos produzieren, bei Plattenfirmen bewerben, Showcases spielen, und so weiter. Sechs Monate später hatten wir einen Deal und die ganze Sache ging steil nach oben.

Durch Pink Cream 69 bist du auch zum Produzenten geworden, oder?

Ja, allerdings eher zufällig. Mich hat der technische Aspekt am Musikmachen immer schon interessiert, deshalb habe ich mich von Anfang an um die Demos von Pink Cream gekümmert. Irgendwann hat mich ein Kumpel gefragt, ob ich das Album einer Band namens Headstone produzieren kann. Das hat mir unheimlich viel Spaß bereitet, und so bin ich dabei geblieben und habe das Produzieren quasi zu meinem Hauptberuf gemacht.

Etwa um 2011 merkte ich dann jedoch, dass ich unbedingt auch wieder mehr Bass spielen möchte. Deshalb habe ich zusammen mit Kosta die Band Unisonic gegründet, mit der es sofort durch die Decke ging. Also war ich wieder viel auf Tournee, habe Konzerte gespielt, ohne aber meine Produzententätigkeit aufzugeben.

Unisonic existieren aber nicht mehr, oder?

Nein, das ist aufgrund der Pumpkins-United-Sache (die Wiedervereinigung von Helloween mit allen noch lebenden Originalmitgliedern, unter anderem mit Musikern von Gamma Ray und Unisonic, Anm. d. Verf.) natürlich vorbei. Aber ich habe bei Unisonic gemerkt, wie gerne ich immer noch Bass spiele und auf der Bühne stehe. Dann kam der Kontakt zu Gus G. zustande, und nun schreibe, produziere und spiele ich mit ihm. Mit Gus habe ich im vergangenen Jahr mehr Konzerte gespielt als mit Pink Cream 69 in den letzten zehn Jahren.

Waren die beiden Unisonic-Scheiben deine wichtigsten Veröffentlichungen als Produzent und Songschreiber?

Ja, ohne Zweifel, vor allem das erste Unisonic-Album. Ich wollte nach Place Vendome unbedingt ein eigenes Ding mit Michael Kiske (Helloween-Sänger) machen, auch live, und habe sofort gespürt, dass dies auch musikalisch genau mein Ding ist. Ohne Pumpkins United wäre mit Unisonic sicherlich noch viel mehr drin gewesen, aber leider war es schnell wieder vorbei.

Bist du über die Pumpkins-United-Entwicklung eigentlich im Vorfeld informiert worden?

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