Zum Tod von Werner Lämmerhirt

Das renkt sich schon wieder ein…

Der Gitarrist, Sänger und Songwriter Werner Lämmerhirt (*17. März 1949 in Berlin) ist am 14. Oktober 2016 nach kurzer, schwerer Krankheit in seinerm Heimatort Bodenwerder verstorben.

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(Bild: © Manfred Pollert, 2015)

Lämmerhirt war DER Wegbereiter der Fingerstyle-Gitarrentechnik in Deutschland. Bekannt wurde er einst als virtuoser Begleiter von Hannes Wader, dessen Songs er mit seinem Gitarrenspiel, das sich am US-amerikanischen Country Blues orientierte, bereicherte. Legendär wurde Lämmerhirts Version von Davey Grahams Instrumentalstück Angie, das sich auf dem 1974 von dem Label Stockfisch veröffentlichten ersten Soloalbum Lämmerhirts befindet.

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Im Laufe der Zeit veröffentlichte Lämmerhirt ca. 20 Solo-Alben, auf denen nicht nur sein wirklich gekonntes Fingerstyle-Playing überzeugte, sondern auch seine rauchige, ausdrucksvolle Stimme. Waren es anfangs noch englischsprachige Lieder, schrieb der immer ruhig und bescheiden wirkende Lämmerhirt im Herbst seiner Karriere meist in Deutsch, weil er eben etwas zu sagen hatte, von dem er wollte, dass seine Zuhörer es auch verstehen.

Im August 2016 hatte Werner Lämmerhirt das Ende seiner Karriere verkündet und alle geplanten Auftritte abgesagt, am 14. Oktober ist er im Beisein seiner Frau friedlich gestorben. R.i.p, Werner Lämmerhirt – und vielen Dank für die unzähligen Inspirationen, die dein wunderbares  Gitarrenspiel nicht nur in mir, sondern in vielen anderen Gitarristen_innen hervor gebracht haben!

 

Kommentare zu diesem Artikel

    1. wie schade und traurig, ich hatte versucht Kontakt afuzunehmen, bo seine und meine Lämmerhirt – welch ein ungewöhnlicher Name! – verwandt seien, nun ist es zu spät, wie oft im Leben, adieu, Jenny aus Berlin

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  1. Vielen Dank Werner -wie die Zeit so schnell vergeht!!
    Danke für deine Musik, die mich immer aufgebaut hat.

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  2. Ich hab früher die Alben von Wader gehört und mich mich gefragt, wer denn da so toll Gitarre spielt. Zum Glück hat mich das nicht demotiviert sondern angespornt, auch wenn ich nie in seine Klasse vordringen konnte. Später habe ich ihn dann zusammen mit Peter Horton das erste Mal bewusst wahrgenommen. Das Album, das ich von beiden habe pustet mich immer noch um. Ich hätte ihm mehr Verbreitung und Anerkennung gewünscht und leider habe auch ich ihn lange Jahre aus den Augen verloren. Ich bin traurig, erst bei seinem Tod wieder von ihm zu hören und entdecke gerade seine Musik der letzten Jahre neu. Danke Werner, du warst ein ganz Großer, deine leise Musik wird mich noch lange begleiten!

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  3. Mit Werner ist nicht nur einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der Fingerpickerszene gegangen (unser gemeinsamer Freund Klaus Weiland nannte ihn gestern “den Vater des deutschen Grooves”), sondern auch ein wunderbarer Mensch!
    Persönlich kannten wir uns erst seit einigen, wenigen Jahren, aber von der ersten Begegnung an war er offen, freundlich, witzig und großherzig. Ich durfte am Cover seines aktuellen Albums mitarbeiten und die letzte Woche seines normalen Lebens mit ihm verbringen.
    Werner war zeitlebens ein Musterbeispiel für Ehrlichkeit und Geradlienigkeit. Nach jedem Gespräch mit Werner wusste man, dass die letzten Minuten nicht umsonst waren. Trotz seiner leicht gebeugten, physischen Körperhaltung war er einer der aufrechtesten Menschen, die ich kennenlernen durfte. Jedes Unrecht prangerte er an, war dabei aber nie unangenehm.
    Ich weiß, dass Viele, die ihn kannten, in ihm hauptsächlich seinen Beruf als Musiker und sein unfassbares Talent auf der Gitarre sahen und seine menschliche Größe eher als angenehmen Nebeneffekt schätzten. Aber gerade meine Frau, die sich für Spieltechnik, Harmonielehre, Rhythmus und diesen ganzen Quatsch nicht interessiert und über ihn genauso denkt wie viele seiner engsten Freunde, ist das beste Beispiel dafür, dass Werner weitaus mehr war als sein öffentliches Bild. Es bricht mir das Herz, begreifen zu müssen, dass er jetzt nicht mehr greifbar ist. Also bleibt mir nichts als das obligatorische Zitat am Ende:

    “…das Leben ist nicht fair, da mach ich mir nichts vor…”
    Machs gut, Werner!

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  4. Vielen Dank Werner Lämmerhirt Du hast mich vor 40 Jahren zum Fingerpicking gebracht und bis heute inspiriert. Dein Tod stimmt mich traurig.

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  5. Unvergessen bleiben für mich die Folkfestivals der 70ger Jahren auf dem Schlosshof in Tübingen, auf denen u.a. Werner Lemmerhirt gespielt hat. Du warst mein großes Idol und Vorbild des Gitarren Fingerpickings! Mein Lieblingssong von Dir ist immernoch das Stück: “Home”, was ich leider auf keinem Tonträger jemals wiedergefunden habe. Vielen Dank für Dein für mich großartiges Gitarrespielen, das immer etwas in mir zum Schwingen gebracht hat!

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  6. Danke Werner für die tolle Musik die mich immer wieder inspiriert. Danke für unterhaltsame, wunderschöne Konzerte.

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  7. Werner hatte etwas ganz Eigenes. Er spielte auf seine Art. Er hat vor vielen Jahren nicht nur mich zu einer besonderen Spieltechnik verführt. Und diese Art zu musizieren bereitet mir auch nach vielen Jahren immer noch großes Vergnügen.
    Danke Werner!

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  8. Was soll ich noch sagen?

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  9. Dein Gitarrenspiel hat mich fasziniert, deine vielen Konzerte waren genial. Du hast mich zum Fingerpicking gebracht und dein Gitarrenspiel hat mich in den letzten 30 Jahren inspiriert. Das du nicht mehr da bist, macht mich traurig. Danke für viele schöne Gitarrenstunden !!

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  10. Ich denke an einige Festivals, auf denen ich war und an viele, viele unvergessliche Abende und Nächte in meiner zweiten Heimat, dem Laboratorium in Stuttgart. Du warst immer ein gern gesehener Gast, als Musiker und Mensch, und du wirst mir fehlen.

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  11. RIP Werner, sehr traurig…

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  12. Vielen Dank für deine vielen Konzerte, die ich besuchen durfte, für deine Geduld, wenn ich mal wieder eine Frage hatte. Neben den 6 Saiten, die keiner so spielt wie du, hast du eine menschliche Seite, die wahnsinnig freundlich war. Mit letzten Gruß in DADGAD, mach´s gut und Trost für deine Familie.

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  13. Habe ihn leider nur einmal live erleben dürfen, in einem kleinen Club in Bonn, so Ende der 70er. Aber das war schon sehr eindrucksvoll. Wollte immer noch mal wieder hingehen, jetzt ist es zu spät. So langsam lichten sich die Reihen dieser Musikergeneration. Wenn wieder jemand von Werner Lämmerhirts Kaliber gehen muss, wird einem bewusst, dass es beim Musikmachen ja um viel mehr als Spieltechnik und Sound geht. Unter diesen Aspekten gesehen kommt was nach – in Punkto Aussage, künstlerischer Tiefe und geistigem Horizont schon weniger…

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  14. Du hast mich mit deiner Gitarre begleitet, seitem ich selbst eine in Händen hielt. Dein Groove, Deine Songs sind unvergänglich. Du bist und bleibst der Pionier und Meister des Fingerpickings. Ich schicke dir einen lieben Gruß: “Corinna, Corinna” – Hörst du die Triolen?

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  15. Ich habe fast alle Platten und CD´s von ihm. Seine Fingerfertigkeit hat mich fasziniert. Es fällt schwer zu akzeptieren, dass er nicht mehr da ist, aber seine Musik lebt weiter. Farewell Werner !

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  16. Habe es erst sehr spät erfahren. Stand gerade auf den 240er wartend am Berliner Ostbahnhof mit einem dicken Kloß im Hals. Werner Lämmerhirt hat mich mit seiner 10.000 Miles vor über 40 Jahren zur Gitarre gebracht. Vielen Dank für die Inspiration, Werner.

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  17. Hatte Werner letztes jahr in Berlin das letzte mal gesehen.
    Ich kann mich den anderen Komentaren hier nur anschließen.
    Das Leben besteht aus Kommen und gehen deshalb macht das Beste daraus.
    Danke für Deine Werke, die Spuren werden sich nicht im Winde verwischen.

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  18. Dankeschön Werner. Durch Dich habe ich mich oft ins Gitarre spielen versenken können. Dein Angie bleibt unerreichbar schön.

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  19. Werner Lämmerhirt hat in Deutschland den Übergang in eine neue Art des Spielens auf der Folkgitarre ermöglicht. Danke für diesen geschichtstreibenden Moment der 70er Jahre. Er hatte auch mich bewegt, der Richtung Lämmerhirts zu folgen.

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  20. Ich habe erst gerade davon gelesen, Werner ist gestorben. Ich habe ihn zum ersten Mal vor vielen Jahren gesehen, als er dem immerfort mit dem Stimmen seiner Gitarre beschäftigten Wader die Tour gerettet hat. Was für ein wunderbarer Mensch und Gitarrist ist uns verloren gegangen. Ich spiele immer wieder gerne nach, was ich von ihm über seine Platten und Auftritte gelernt habe – so weit ich eben dabei mitgehen kann. Seine Technik, sein Stil, seine Hinwendung zum Eigenen in deutschen Songs, wunderbar und unvergesslich. Ich habe seine letzten Auftritte in Mülheim genossen und bin sehr traurig, dass wir seine Stimme und sein unvergleichliches Spiel jetzt nur noch auf Tonträgern hören können. Fare well…

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  21. Kennenlernte ich dich 1973 im Dennis Pan in Hamburg. Danke für deine Lieder und das sich Versenken in die Musik bleibt unvergessen und einmalig schön…
    Versenken in die Musik

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  22. Ich etw.älter habe ihn früher m.HannesWader a.d.Bühne erlebt; großartges Git.Picking, später sang er noch dazu, auch nicht schlecht.”Lang ist nicht ewig im Wechsel d.Zeit” sang Hannes W. ja schon früher.

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  23. “Ja so mancher von euch schläft den langen Schlaf und ob der Tod die besten und die Guten von euch nahm, kann ich nicht sagen…..mir genügt dass ich nach all den Jahren spüre, wie ihr mir fehlt….” aus “Abschied” von Hannes Wader. Ich, als beider Fan kann nur sagen, wieso Gott, der Herr, oft die Guten so früh zu sich nimmt, frage ich mich als Christ.

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  24. Habe es erst jetzt erfahren.Ein herber Verlust.Ich habe ihn 1972 das erste Mal in Hildesheim in Begleitung von Hannes Wader gesehen.Die letzten Jahre waren wir oft Link Bodenwerder zur Nacht der leisen Töne.Vor einigen Jahren konnten wir ihn noch einmal in der Bischofsmühle in Hildesheim erleben.Er war ein ganz Großer!!

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