Ulrich, du hast das Kompliment deines Chefs ja gehört: Du bist der songdienlichste Gitarrist der gesamten BAP-Karriere! War das von der ersten Probe an bereits der Fall?
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Na ja, erstmal musste ich dieses Oeuvre verstehen und es mir aneignen. Die BAP-Scheibe ‚Für Usszeschnigge!‘ stand zwar bei uns im Partykeller, außerdem habe ich ‚Verdamp lang her‘ mit einer Coverband gespielt und sogar gesungen, textlich natürlich eher lautmalerisch. Trotzdem musste ich erstmal die richtige Balance finden zwischen der legendären Vorlage mit den schwerpunktmäßig vom Major stammenden Riffs, und dem Anspruch, das Material in die Gegenwart zu transportieren, und zwar so, dass es ein wenig auch mir entspricht. Also zu prüfen: Was gehört wirklich zum Song, wie original muss er sein, und ab welchem Punkt kann ich mich ein bisschen rausdribbeln? Natürlich gibt es die ikonischen Riffs der Stücke als feste Bestandteile, die einfach kommen müssen. Aber bei den Solopassagen entferne ich mich schon mal vom Original.
Du bist gemeinsam mit deiner Frau Anne de Wolff auch der musikalische Direktor von BAP. Mit welchem Anspruch geht ihr an ein neues Bühnenprogramm?
Das läuft zwischen Anne und mir Brainstorm-mäßig und unter der Prämisse ab: Was wollen wir mit der neuen Tour repräsentieren? Wir sind in der glücklichen Lage, uns aus dem Vollen bedienen zu können, das Beste aus allen Welten zu nehmen, im Sinne von: Okay, das Riff muss kommen, aber es muss nicht unbedingt genauso klingen. Wir haben jetzt auch Bläser dabei, die bestimmte Funktionen, die sonst vielleicht eher für die Keyboards gedacht waren, übernehmen können. Wir können uns da recht frei bewegen.
Könntest du benennen, welches die spielerisch anspruchsvollsten Nummern sind?
Tatsächlich gibt es ein paar Akustikgitarrenintros, die relativ stramm sind. Die Riff-Sachen funktionieren eigentlich ganz gut und sind technisch nicht sonderlich schwer. Da geht es eher um die Verlässlichkeit bei der Ausübung. Aber das gilt ja bei jeder Form von Musik. Man kann alles gut oder schlecht spielen. Blues besteht auch nur aus fünf Tönen, und mit dieser Pentatonik kann man inspirierten Blues spielen oder sehr dudeligen, uninspirierten Blues, trotzdem ist es dasselbe Tonmaterial. Das Gleiche gilt auch für die vielen Riffs der BAP-Songs, und letztlich für alles, was man spielt. Es geht immer um die Attitüde und wie man es neu mit Leben füllt.
Hast du dich spielerisch eher am Major oder an seinem Nachfolger Helmut Krumminga orientiert?
Helmut war der direkte Nachfolger vom Major und musste sich natürlich von ihm unterscheiden, um wahrgenommen zu werden. Ich bin der Nachfolger von Helmut und kann mich wieder ein bisschen um Helmut herum zurück zu einigen Major-Vorlagen vordribbeln, auch bei den Arrangements, bei denen wir uns mehr auf die Originale als auf die Version unserer Vorgängerbesetzung berufen. Von dieser Basis ausgehend haben wir uns dann unsere eigene Version erschlossen, also wieder zurück zum Ursprung und von dort ein paar Fenster und Türen aufgemacht. Insofern höre ich nicht so sehr auf die Version von Helmut, sondern schaue eher, woher die Songs im Ursprung kommen und was wir in der jetzigen Konstellation daraus machen können.
Allerdings kommst du aus einer anderen musikalischen Ecke als Helmut Krumminga, und auch als der Major.
Ja, natürlich, und vielleicht hört man das. Ich mag Robben Ford und Michael Landau und habe mich auch ein bisschen mit Jazz, mit John Scofield oder Bill Frisell, auseinandergesetzt. Das kann man hier zwar nicht allzu oft heraushören, ist aber trotzdem ein genereller Überbau, der in Phasierungen mitschwingt. Wenn jemand einen jazzigen Touch hat, hört man es manchmal in Feinheiten. Und an manchen Stellen auch an der Disziplin: Ich glaube, der Major ist ein eher disziplinierter Spieler, was die Riff-Arbeit und die Akustikgitarren-Pickings angeht. Ich bin manchmal nicht so diszipliniert, sondern umspiele eher Sachen. Gleichzeitig versuche ich es jeden Abend ein bisschen anders zu machen. Natürlich nicht das Riff von ‚Verdamp lang her‘, das muss schon wie im Original klingen. Aber dort, wo es die Möglichkeit gibt, mir kleine Freiheiten zu nehmen und Dinge dem Abend angemessen ein wenig zu interpretieren, versuche ich es.
Musstest du für BAP dein vorheriges Equipment aufstocken?
Teilweise. Zum Beispiel ist die Les Paul, die ich heute Abend schwerpunktmäßig spiele, tatsächlich eine Art BAP-Gitarre. In meinen sonstigen musikalischen Projekten spiele ich sie fast gar nicht. Aber für diese ‚Zeitreise‘-Tour, auf der wir nur Songs der ersten vier BAP-Alben spielen, trägt so ein Marshall-Liga-Les-Paul-Sound gut, vor allem bei Songs wie ‚Nemm mich met‘, ‚Verdamp lang her‘ oder ‚Südstadt verzäll nix‘. Das sind Nummern, für die ich mir einfach mal eine vernünftige Les Paul zulegen musste.
Bild: Matthias Mineur
Rodes Marshall-Fraktion mit Wolfgang Niedeckens JCM 800 als Ersatz
Bild: Matthias Mineur
Fender-Deluxe-Reverb-Topteil plus Box
Und auch einen Marshall als Zerr-Amp auf der Bühne habe ich sonst in keiner anderen Band. Da spiele ich eher etwas Fender-artiges, und mache alles andere dann einfach mit Tretern davor. Natürlich kann bei BAP auch die Box eine Spur größer sein, da man sie nicht selbst tragen muss. In meiner sonstigen Lebensrealität ist das Equipment kleiner, da gibt es einfach ein klassisches Stressbrett mit einem Clean-Amp, meistens irgendwas Fender-Ähnliches, und zwei, drei Gitarren. Bei BAP kann ich ein bisschen mehr aus dem Vollen schöpfen.
Bild: Matthias Mineur
1968er Gibson ES-335 mit Kloppmann-PUs
Bild: Matthias Mineur
Fender Telecaster, Baujahr 1976
Es ist in der Tat erstaunlich, mit wie vielen Instrumenten du diesen Gig bestreitest.
Allerdings sind einige der Gitarren nur für einen einzigen Song, wie etwa die Lakewood-Nylon-Gitarre, die ich nur beim Intro von ‚Sendeschluss‘ spiele. Das Banjo gibt es auch nur bei einem Song, ebenso die Dobro, und die SG, die mir auf der Tour zugelaufen ist, bei zwei oder so. Wir haben sie beim Soundcheck ausprobiert, und sie passte gut zu zwei Songs. Weil der Schrank groß genug ist, können diese Instrumente auch mal mitfahren und sich freuen, dass sie eine Zeit lang unterwegs sind! ●
Bild: Matthias Mineur
Lakewood-Nylonstring mit L.R.-Baggs-Anthem-PUs, Baujahr 2024
Bei BAP bin ich wohl sehr altmodisch. Die Arrangements mit Bläsern sowie einige andere neuere Arrangements gefallen mir überhaupt nicht.
..und ohne Major sowieso nicht 😀
Mensch, Leute … das “früher war alles besser” sollten wir doch nicht von denen übernehmen, die sowieso alles besser wissen und denen Veränderungen anscheinend weh tun. Alles zu seiner Zeit.
Der Major war genial, andere Bandmitglieder auch und 2026 spielt BAP mit neuen fantastischen Musikern, die sich dazu auch noch gut verstehen und dabei auf die alten guten Zeiten aufbauen. Ohne Vergangenheit keine Zukunft! WN ist eine coole Socke, freundlich und ohne Dünkel zu jedermann und darf doch seine aktuelle Band wertschätzen! Insbesondere Ulle Rode, der sein elegantes Spiel auf alte Werte aufbaut und damit zitiert. Auch er schätzt den Major und seine Licks, bringt aber eigene Interpretationen ein. Ohne das alte zu verleugnen. Mit hohem technischen Können. Dazu ist er der musikalische Leiter, motiviert die Band, drängt sich aber nicht nach vorn und nimmt alle mit auf die Reise. WN kann sich total auf ihn und seine Band verlassen und sich auf das konzentrieren, was er soll: Frontmann, Botschafter der BAP-Musik und Texte, Mahner und Identifikationsfigur. BAP’s Musik und seine Inhalte sind gerade in den heutigen Zeiten so wichtig!
Ich musste nur bei den Worten “…wohl beste Besetzung in der fast 50-jährigen Karriere der Band…” lachen, weil ich nicht weiß, welches Qualitätskriterium hier angewandt wird und ja irgendwie all die richtig richtig guten Bandmitglieder im Laufe der BAP-Geschichte unrecht tun.
Es war ja nicht nur der Major, dessen Riffs ja bis heute gefeiert werden, auch die anderen “damals” und “damals2” und “damals3” fand ich einfach nur gut.
Es geht doch hier um ein geniales Gesamtwerk rund um Herrn Niedecken, der ja auch ohne die Musik schon eine verehrenswerte Persönlichkeit ist.
Mein Vorschlag ist, stellt doch in einer langen endlosen Reihe von kleinen Artikeln jeden der Musiker und Techniker ! von BAP kurz vor, warum sie so prägend waren und was sie heute machen.
Dann ist das Gesamtpaket sicherlich mit solchen Vokabeln noch beinahe untertrieben: GENIAL in jedem Wort, Ton und Motivation für junge engagierte Musiker-, egal ob “-Innen” oder “-open air”…
Das versteht wohl nur jemand der Dota´s Lied “Tontechniker” kennt ( siehe etwa auf YouTube: “https://www.youtube.com/watch?v=pLiRntniB5s” ==> “Dota kehr @ kfz marburg 14/1/25 live, „tontechniker/innen oder auch open air“ :)”
Natürlich auch als Tipp gemeint, mal über Dota und ihre Musik zu berichten….
Ich habe jedenfalls BAP in jedem Jahrzehnt und in jeder Besetzung seit dem ersten Konzert in der Bremer Uni-Mensa einfach nur abgefeiert:
D A N K E an A L L E !
Aus welcher Quelle hast du das denn, das Wolfgang Niedecken alle anderen ehmaligen Bandmitglieder weggeätzt hat? Klaus Heuer u Wolfgang Niedecken sind bis heute immer noch gut befreundet. Mit den anderen ehmaligen Mitgliedern ist das ähnlich. Es ist doch völlig normal, dass es in so einem Bandgefüge mit mehreren Alphatieren auch mal kracht. Aber das Wolfgang Niedecken die ehmaligen Bandmitglieder alle wegeätzt hat, scheint mir doch sehr weit hergeholt
Ich muss zustimmen, die Aussage “die wohl beste Besetzung in der fast 50-jährigen Karriere der Band” ist einfach hanebüchen.
Wer die Band in ihrer Blütezeit erlebt hat, weiß, dass BAP über viele Jahre eine klasse Band war, wenn auch nicht perfekt.
Dagegen kann die heutige Truppe nicht anstinken. Wie auch? Es sind ja nur eingekaufte Söldner, die spielen das und wie WN es will.
Und genau das ist das Problem, es ist weit und breit keiner dabei, der auch nur annähernd so gut Songs schreiben kann wie dmit Abstand beste Musiker der Truppe. Kurz, er fehlt hinten und vorne. Und jetzt wäre es eine gute Gelegenheit, ihn wieder an Bord zu nehmen und es wieder miteinander zu probieren. Wann, wenn nicht jetzt?
Allerdings glaube ich nicht, dass das passieren wird, denn WN hat es sich in seiner Wohlfühlecke gemütlich eingerichtet. Es ist ja von den damaligen Mitmusikern keiner mehr an Bord, was irgendwie schon tief blicken lässt.
WN bestimmt allein, was gemacht wird.
Und genauso klingt es dann leider auch mit seiner Cover-Band. Gähn!
Bei BAP bin ich wohl sehr altmodisch. Die Arrangements mit Bläsern sowie einige andere neuere Arrangements gefallen mir überhaupt nicht.
..und ohne Major sowieso nicht 😀
Da bin ich der gleichen Meinung.
…ohne den Major existiert BAP überhaupt nicht!!!
Mensch, Leute … das “früher war alles besser” sollten wir doch nicht von denen übernehmen, die sowieso alles besser wissen und denen Veränderungen anscheinend weh tun. Alles zu seiner Zeit.
Der Major war genial, andere Bandmitglieder auch und 2026 spielt BAP mit neuen fantastischen Musikern, die sich dazu auch noch gut verstehen und dabei auf die alten guten Zeiten aufbauen. Ohne Vergangenheit keine Zukunft! WN ist eine coole Socke, freundlich und ohne Dünkel zu jedermann und darf doch seine aktuelle Band wertschätzen! Insbesondere Ulle Rode, der sein elegantes Spiel auf alte Werte aufbaut und damit zitiert. Auch er schätzt den Major und seine Licks, bringt aber eigene Interpretationen ein. Ohne das alte zu verleugnen. Mit hohem technischen Können. Dazu ist er der musikalische Leiter, motiviert die Band, drängt sich aber nicht nach vorn und nimmt alle mit auf die Reise. WN kann sich total auf ihn und seine Band verlassen und sich auf das konzentrieren, was er soll: Frontmann, Botschafter der BAP-Musik und Texte, Mahner und Identifikationsfigur. BAP’s Musik und seine Inhalte sind gerade in den heutigen Zeiten so wichtig!
Ich musste nur bei den Worten “…wohl beste Besetzung in der fast 50-jährigen Karriere der Band…” lachen, weil ich nicht weiß, welches Qualitätskriterium hier angewandt wird und ja irgendwie all die richtig richtig guten Bandmitglieder im Laufe der BAP-Geschichte unrecht tun.
Es war ja nicht nur der Major, dessen Riffs ja bis heute gefeiert werden, auch die anderen “damals” und “damals2” und “damals3” fand ich einfach nur gut.
Es geht doch hier um ein geniales Gesamtwerk rund um Herrn Niedecken, der ja auch ohne die Musik schon eine verehrenswerte Persönlichkeit ist.
Mein Vorschlag ist, stellt doch in einer langen endlosen Reihe von kleinen Artikeln jeden der Musiker und Techniker ! von BAP kurz vor, warum sie so prägend waren und was sie heute machen.
Dann ist das Gesamtpaket sicherlich mit solchen Vokabeln noch beinahe untertrieben: GENIAL in jedem Wort, Ton und Motivation für junge engagierte Musiker-, egal ob “-Innen” oder “-open air”…
Das versteht wohl nur jemand der Dota´s Lied “Tontechniker” kennt ( siehe etwa auf YouTube: “https://www.youtube.com/watch?v=pLiRntniB5s” ==> “Dota kehr @ kfz marburg 14/1/25 live, „tontechniker/innen oder auch open air“ :)”
Natürlich auch als Tipp gemeint, mal über Dota und ihre Musik zu berichten….
Ich habe jedenfalls BAP in jedem Jahrzehnt und in jeder Besetzung seit dem ersten Konzert in der Bremer Uni-Mensa einfach nur abgefeiert:
D A N K E an A L L E !
Der Niedecken ist immer noch auf Egotour, alle anderen sind weggeätzt.
Aber das ist ja etwas, das man von den Alpha-Tieren gewohnt ist.
Aus welcher Quelle hast du das denn, das Wolfgang Niedecken alle anderen ehmaligen Bandmitglieder weggeätzt hat? Klaus Heuer u Wolfgang Niedecken sind bis heute immer noch gut befreundet. Mit den anderen ehmaligen Mitgliedern ist das ähnlich. Es ist doch völlig normal, dass es in so einem Bandgefüge mit mehreren Alphatieren auch mal kracht. Aber das Wolfgang Niedecken die ehmaligen Bandmitglieder alle wegeätzt hat, scheint mir doch sehr weit hergeholt
Ich muss zustimmen, die Aussage “die wohl beste Besetzung in der fast 50-jährigen Karriere der Band” ist einfach hanebüchen.
Wer die Band in ihrer Blütezeit erlebt hat, weiß, dass BAP über viele Jahre eine klasse Band war, wenn auch nicht perfekt.
Dagegen kann die heutige Truppe nicht anstinken. Wie auch? Es sind ja nur eingekaufte Söldner, die spielen das und wie WN es will.
Und genau das ist das Problem, es ist weit und breit keiner dabei, der auch nur annähernd so gut Songs schreiben kann wie dmit Abstand beste Musiker der Truppe. Kurz, er fehlt hinten und vorne. Und jetzt wäre es eine gute Gelegenheit, ihn wieder an Bord zu nehmen und es wieder miteinander zu probieren. Wann, wenn nicht jetzt?
Allerdings glaube ich nicht, dass das passieren wird, denn WN hat es sich in seiner Wohlfühlecke gemütlich eingerichtet. Es ist ja von den damaligen Mitmusikern keiner mehr an Bord, was irgendwie schon tief blicken lässt.
WN bestimmt allein, was gemacht wird.
Und genauso klingt es dann leider auch mit seiner Cover-Band. Gähn!