Produkt: Fender Stratocaster
Fender Stratocaster
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Aus dem neuen Heft

Test: Ruokangas Duke Classic ValveBucker

(Bild: Dieter Stork)

Juha Ruokangas ist eine etablierte Größe im europäischen Kreis der High-End-Gitarrenbauer. Der umtriebige Finne wollte sich aber mit Kunsthandwerk allein nicht zufrieden geben, ging in dunklen nordischen Nächten zunächst mit einer Idee schwanger, und brachte schließlich ein wirklich unvergleichliches Kind zur Welt: den ValveBucker.

Was zum Teufel ist ein ValveBucker, werden sich viele Gitarristen zu Recht fragen. „Ein röhrenbetriebener Pickup? Ja, braucht’s des?“ würde der Harry vielleicht sagen. Sicher, hat was von Steam Punk, eine Erfindung in Zeiten von Digitalisierung, Profiling, Modeling und Co. ausgerechnet auf Grundlage der altmodischen Röhre zu machen. Aber schauen wir doch mal!

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NORDISCHE HANDWERKSKUNST

Die Konzeption einer Gitarre mit von Röhren gestützter Tonabnah­me ist absolut einmalig. Auf die Idee ist zuvor niemand gekom­men. Warum auch? Reicht es nicht, die Tonwandlung über den Verstärker per Röhre zu vollziehen? Und selbst das halten viele Spieler heute ja schon für überholt, nicht zuletzt, da Röhren in verschiedenen Leistungsstufen unterschiedlich klingen, also kein in allen Lautstärkestufen verlässlich identisches Klangbild liefern können.

Ganz abgesehen von der enormen Flexibilität, die die modernen Modeling-Amps tatsächlich durch den quasi unbe­grenzten Zugriff auf Sounds aller Art gewähren. Sagen jedenfalls die einen, die anderen schwören nach wie vor auf die Röhre mit ihren unbestreitbaren dynamischen Möglichkeiten.

Gute Gründe gibt es also für beide Positionen. Was für ihn richtig ist, muss jeder Spieler also nach wie vor für sich selbst anhand seiner Ansprüche an Sound und klanglicher Beweglichkeit herausfinden.

Aber zurück zu unserem Captain Nemo des E-Gitarrenbaus. Gut zu wissen vielleicht noch, dass die Duke das erste Design war, mit dessen Prototypen Juha Ruokangas 1997 reüssierte. Der Kor­pus des ValveBucker-Modells Duke Classic ist aus Spanish Cedar (aka Cedro, ein Mahagonigewächs) mit elegant konturierter Decke aus arktischer Birke gefertigt, jeweils zweiteilig mittig gefügt. Bei Ruokangas eine bewährte Kombination. Die Decke ist nicht einge­fasst, ein Fake-Binding bietet in der naturbelassenen Holzfarbe aber eine attraktive Rahmung. Der Korpus misst am Halsansatz satte 5,1 cm – gute Les Paul-Stärke also, wenn man so will. Am Boden oben finden wir allerdings eine großzügig geschnittene Anlagebucht.

(Bild: Dieter Stork)

Der mit langem Halsfuß in den Korpus eingeleimte Hals aus Cedro ist mit einem von arktischer Birke eingefassten Griffbrett aus Ebenholz von 12″ Radius kombiniert. Die 22 Stainless-Steel-Bünde zeigen perfekt verrundete Enden, eine aufwendige, ungemein akribisch ausgeführte Arbeit. In Höhe des 12. Bundes ist lediglich das Ruokangas-„R“ eingelegt, kleine schwarze Dots im hellen Holz-Binding sorgen aber für sichere Griff­brettnavigation. Über eine Volute am Halsrücken ist die elegante Kopfplatte in leichtem Winkel (10°) herausgeführt. In den relief-artig aufgesetzten Layer aus Ebenholz ist das Ruokangas-Logo in Perlmutt eingelegt.

Gotoh SGL510 Locking Tuners in Gold mit Ebenholzgriffen sorgen für eine verlässliche Stimmung. Über den Sattel aus Elchknochen werden die Saiten mit 62,8-cm-Mensur hinüber zur ABM-3024-Bridge am Korpus geführt, ein moderner Wraparound-Typ aus Glockenmessing mit individuell justierbaren Saitenreitern, der hier aber auch noch vom Korpusboden aus per Schraubverbindung („Lock Through Body Bushings“) zusätzlich stabilisiert wird.

DIE GEHEIMNISVOLLE ELEKTRIK

(Bild: Dieter Stork)

Mittig positioniert finden wir bei der Duke den ValveBucker-Pickup mit dem Charme eines goldenen Bullauges (ValveBucker Lens) in die Decke eingelassen. Unter der Gitterfolie sind die zwei implementierten kleinen Röhren zu erkennen. Der magnetische Pickup unterscheidet sich stark von herkömmlichen Tonabnehmern und ist für die Übertragung eines sehr weiten Frequenzspektrums aus­gelegt. Der Preis für diese sensible breitbandige Auflösung ist ein schwaches Signal, das von den Röhren in zwei „Gain Stages“ ver­stärkt wird. Die erste Röhre (Triode) dient der Verstärkung, die zweite (Pentode) ist für das Voicing zuständig. Die Konfiguration der Pickups ist als Humbucker-Humbucker angegeben, ein Drei­wegschalter und ein zusätzlicher Boost-Switch stehen zum Aufruf der angelegten Klangoptionen zur Verfügung – was es damit auf sich hat, …

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