Produkt: Gitarre & Bass 12/2019 Digital
Gitarre & Bass 12/2019 Digital
INTERVIEWS: Steve Morse, Mando Diao, Whitesnake, Guido Donot +++ TEST: Fender American Ultra Stratocaster & Telecaster, Schecter Keith Merrow KM-7 MKIII Artist & Standard, BluGuitar Amp1 Iridium Pedalboard-Amp, Sandberg California SL TT4 Superlight, Warwick RockBass Idolmaker 5string
Darf es noch etwas mehr sein?

Test: Red Panda Context 2 Reverb

(Bild: Dieter Stork)

Wie macht man eines der besten Reverb-Pedale noch besser? So etwas ist natürlich immer ein große Herausforderung, die Red Panda aus Detroit jedoch nicht davon abgehalten hat, sich das Context-Reverb noch einmal vorzunehmen.

Bereits in Ausgabe 07/2016 hat dieses Pedal wirklich über alle Maßen begeistert. Hier bekam man ein überragend gut klingendes, modern ausgerichtetes Reverb, das sowohl mit charakterstarken Sounds der 80er- und 90er-Jahre, als auch mit einer recht intuitiv bedienbaren Benutzeroberfläche überzeugen konnte. Das Context 2 wurde gleich mit einer beeindruckenden Reihe von neuen Features ausgestattet, die das Gerät in seiner Anwendbarkeit beachtlich erweitern.

Anzeige

WAS IST NEU?

Die offensichtlichste Neuerung ist, dass die V2-Version nun mit einem zweiten Fußschalter ausgestattet ist. Geblieben ist das Herzstück des Context: ein mittig platzierter Drehschalter lässt einen zwischen acht unterschiedlichen Reverb-Algorithmen wählen. Dazu gesellen sich doppelt belegte Potis (welche die zusätzliche Delay-Funktion des Pedals bedienen) für Blend/Balance, Pre/Delay, Decay/ Feedback und Mod/Rate. Außerdem wurde das Context 2 mit zwei Mini-Reglern für High- und Low-Frequency-Damping versehen. Während der rechte Fußschalter als Bypass-Switch arbeitet, lässt sich mit dem linken Schalter ein Preset abspeichern bzw. aufrufen.

Beiden ist gemein, dass sie bei längerem Gedrückthalten zwei unterschiedliche Infinite-Reverb-Sounds bieten. Auf der Stirnseite befinden sich neben den beiden In- und Output-Buchsen (beide in TRS-Ausführung für Mono/Stereo-Betrieb) noch Anschlüsse für ein Expression-Pedal und das Netzteil. Mit seinen Abmessungen von 114x76x39 mm ist das Context 2, trotz der neuen Funktionen, etwas kompakter ausgefallen als der Vorgänger. Auch das Finish des Gerätes wurde überholt: Die aufwendige Pulverbeschichtung macht einen sehr hochwertigen Eindruck und bietet zudem eine tolle Haptik.

(Bild: Dieter Stork)

KLANGLICH …

… überzeugt das Context-2-Reverb mit seiner Anlehnung an die digitalen Rack-Reverbs der 80er-Jahre: Ein schnelles Durchschalten der acht Algorithmen zeigt, dass hier richtig viele Möglichkeiten geboten werden. Ich beginne den Test mit einem recht konventionellen Room-Reverb-Sound, den ich aber zusätzlich mit einer Prise Delay versehen möchte. Hier halte ich den kleinen Shift-Taster gedrückt, sodass die obere Poti-Reihe die blau auf das Gehäuse gedruckten Delay-Parameter bestimmt. So kann ich den Room-Sound im Handumdrehen mit einem kurzen Delay versehen, was für einen noch plastischeren Ton sorgt. Besonders schlau ist, dass der Blend-Regler nun zu einem Balance-Poti wird, der das Verhältnis zwischen Delay und Reverb reguliert.

Während die Algorithmen Room, Hall, Cath und Spring eher universaltaugliche Reverb-Sounds abbilden, bietet beispielsweise Gate die Möglichkeit, die 80er-Jahre in beeindruckender Authentizität wieder aufleben zu lassen. Hier kann man sich nach Herzenslust an den verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten mit dem Delay austoben. Ein weiteres Highlight ist der Reverse-Algorithmus, welcher zu psychedelisch-spacigen Hawkwind-Sounds einlädt und ebenfalls eine Menge Spielspaß bietet. Zu guter Letzt wird mit dem Grain-Setting der spezielle Klang eines alten Ursa-Major-SST-282-Space-Station-Reverbs nachgebildet. Dieses Preset bietet schon ohne das zusätzliche Delay eine beeindruckende Klangatmosphäre, die sich vor allem mit dem Mod-Poti stark verändern lässt. Je weiter man diesen Regler aufdreht, desto dichter und „flirrender“ wird der Klang. Nimmt man nun noch zusätzlich das Delay hinzu, lassen sich hier ganze Reverb-Wände aufbauen, die an Atmosphäre nur schwer zu toppen sind. Um mehr Flexibilität zu ermöglichen, wurde dem Context 2 ein per Fußschalter abrufbarer Speicherplatz für ein Preset spendiert. So lässt sich zum Beispiel zwischen dem aktuell eingestellten Sound und einem zuvor abgespeicherten Setting hin- und herschalten.

Ein weiteres Feature sind die beiden unterschiedlichen Freeze-Modi. Hält man bei aktiviertem Pedal den rechten Fußschalter gedrückt, wird der Reverb-Effekt „eingefroren“ (ähnlich, als würde man eine ganz kurze Loop-Sequenz abspielen) und man spielt ohne Effekt-Sound auf dem Live-Signal weiter. Der linke Fußschalter arbeitet fast identisch, nur dass hier der Reverb-Effekt des gespeicherten Presets eingefroren und das Live-Signal durch die andere Effekt-Engine geleitet wird.

RESÜMEE

Das Context 2 ist ein beeindruckender Allrounder, der – genau wie sein Vorläufer – mit überragender Klangqualität zu überzeugen weiß. Ob die neuen Features einen erheblichen Mehrwert bieten, ist natürlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und der jeweiligen Anwendung. Zwar ist die Bedienung nicht mehr ganz so intuitiv wie beim Vorgänger – dafür wird man mit einer Fülle neuer und sinnvoller Optionen belohnt, die das Pedal um einiges vielseitiger machen.

PLUS

  • Konzept
  • Verarbeitung
  • Regelmöglichkeiten
  • hohe Klangqualität
  • kompakte Abmessungen

Internet: www.redpandalab.com

Preis (Street): ca. € 369

(erschienen in Gitarre & Bass 03/2021)

Produkt: Gitarre & Bass 7/2019 Digital
Gitarre & Bass 7/2019 Digital
INTERVIEWS: Generation Axe – Vai, Bettencourt, Abasi +++ Phil X, Baroness, Lynyrd Skynyrd, Philipp van Endert, Scott Henderson, Aynsley Lister, DeWolff, Carl Carlton +++ TEST: Gibson Les Paul Tribute & Standard 50s, Fulltone Full-Drive 1, 2 & 3, Fame Baphomet II 4 & 5 Black Limba, Orange Pedal Baby 100, G&L Tribute JB

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte dich auch interessieren