Ideensammler

Test: Mooer Groove Loop X2

Anzeige
(Bild: Dieter Stork)

Mooers Groove Loop hat einen großen Bruder bekommen. Durch das „X2“ im Namen wird schnell klar, dass das neue Pedal ein bisschen mehr zu bieten hat. Im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder kann das X2 nun eben vieles doppelt …

Doppelt so viele Fußschalter, mehr Aufnahmezeit, mehr Drum Loops, mehr Buchsen, und das X2 ist auch ziemlich genau doppelt so teuer … Grundlegend handelt es sich hier erstmal um einen Looper mit 14 speicherbaren Slots für Loops. Jeder Slot verkraftet 10 Minuten, sodass insgesamt 140 Minuten Audio in das kleine Gerät passen. Angereichert werden die Aufnahmen auf Wunsch durch Drum Grooves. Hiervon werden elf Genres, mit jeweils elf Patterns, also 121 Grooves mitgeliefert.

Anzeige

ÄUSSERE EINDRÜCKE

Das Mooer kommt in der bekannten Verpackung daher und bringt sogar sein eigenes Netzteil mit (ist aber auch mit dem „Standard-Typ“ kompatibel). Zusätzlich sind noch ein USB-Kabel und eine „Bedienungsanleitung“ dabei.

Letztere heißt auf Englisch passender „Quick Manual“. Denn mehr als eine Übersicht, was welcher Schalter in seiner Grundfunktion tut, und wie man das Pedal anschließen kann, ist es leider nicht. Wie bei jedem Pedal, was ich in die Finger bekomme, probiere ich mich erstmal ohne Anleitung durchzuhangeln. Was selbst bei komplexen Modelern oft ganz gut funktioniert, scheitert hier schnell, denn man müsste beispielsweise erraten, dass man Funktionen umstellt, indem man beim Anschließen des Netzsteckers einen der Fußschalter gedrückthalten muss.

(Bild: Dieter Stork)

Zum Glück gibt es auf der Homepage von Mooer eine 26-seitige Anleitung zum Download. Keine Sorge: Sobald man das Gerät etwas kennt, wird man so grundlegende Sachen vermutlich nicht mehr oft ändern wollen und kommt gut mit den gebotenen Potis zurecht. An Anschlüssen finden wir zwei Inputs rechts und zwei Outputs sowie einen 3,5 mm Stereo-Klinken Eingang für External Switches links.

An der Kopfseite gibt es einen USB-Anschluss, um die kostenlose Editor-Software für den Im- oder Export von Sounds zu nutzen, und natürlich den Netzteilanschluss. Fans von kleinen Pedalboards sollte bewusst sein, dass man durch die Anordnung mindestens an drei Seiten (links, oben, rechts) Kabel stecken hat. Das kann manchmal nerven, ist aber hier erstmal alleinstehend betrachtet eine logische Anordnung.

(Bild: Dieter Stork)

FUNKTION & SOUNDS

Hat man das X2 erst mal nach seinen grundlegenden Wünschen eingerichtet, kann es ganz einfach losgehen: Man aktiviert den Looper, dieser lauscht und beginnt mit der Aufnahme, sobald ein Signal ankommt. Sobald man den Loop abspielt, kommen die Drums dazu, welche sich automatisch dem Tempo anpassen. Das ist zumindest eine der Möglichkeiten.

Natürlich kann der Loop auch sofort gestartet werden, sodass man auf dem linken Fußschalter ein simples Loop-Pedal hat. Allerdings kann man diese Loops nun in einem der 14 Speicherplätze ablegen und von dort später wieder aufrufen. Mittels Time-Stretch lässt sich die Wiedergabegeschwindigkeit ändern, ohne die Tonhöhe der Aufnahme zu beeinflussen. Durch die Möglichkeit, den Looper und die Drums auf die verschiedenen Ausgänge zu routen, muss der Drumsound auch nicht immer durch den Gitarren-Amp laufen – sehr gut.

Grundlegend funktioniert das Mooer super. Die Loops klingen so wie das Input-Signal (Time-Stretch ist natürlich immer so eine Sache), das Meiste ist easy zu bedienen, und die Drum-Loops sind gut gewählt und klingen ordentlich. Bei komplexeren Anwendungsfällen (du kennst das 7/8-Riff von King Crimsons ‚Frame by Frame‘?) versagt die automatische Erkennung des Tempos. Das ist aber mehr als verschmerzbar.

RESÜMEE

Das Mooer Groove Loop X2 hat viel zu bieten und bringt dies auf erstaunlich wenig Raum unter. Durch viele Speicherplätze für Ideen und 121 Drumloops qualifiziert es sich für das Sammeln von Ideen zuhause ebenso, wie für einfache „Begleitband“-Tätigkeiten. Und live wird jeder mindestens den Looper zu schätzen wissen.

Grundlegend ist es einfach zu bedienen, in den Details könnte es etwas besser gestaltet werden, was aber eben auch dem kompakten Design geschuldet ist. Vom Klang überzeugen sowohl der Looper (neutral), als auch die Drums (gutklingend und divers). Es gibt krassere Looper und bessere Drumstations, aber zu diesem Preis ist die Konkurrenz erstaunlich klein.

PLUS

● viele Möglichkeiten
● neutraler Sound
● gute Auswahl an Drumloops

MINUS

● manche Funktionen umständlich zu erreichen

(erschienen in Gitarre & Bass 01/2022)

Produkt: Gitarre & Bass 12/2022
Gitarre & Bass 12/2022
Im Test: J. Rockett Uni-Verb +++ G&L Fullerton Deluxe LB-100 +++ Dowina Albalonga GACE HiVibe +++ Nik Huber Bernie Marsden Signature +++ Fender Acoustasonic Player Telecaster +++ Gibson Dave Mustaine Signature Flying V +++ Börjes JB-Custom 5 DLX-Multiscale +++ EarthQuaker Devices Ghost Echo by Brain Dead +++ Blackstar St. James 50/EL34 112 Combo +++ Harley Benton Double Pedal Series

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte dich auch interessieren