Produkt: Gitarre & Bass 4/2019 Digital
Gitarre & Bass 4/2019 Digital
INTERVIEWS: Bryan Adams, Tommy Emmanuel, Devin Townsend+++SPECIAL: Jazzgitarre in Deutschland+++Tiefer. Härter. Breiter: Die ERG-Highlights der NAMM 2019
Glänzende Aussichten

Test: MEC J/J-Style Metal Cover Bass Pickup Sets

(Bild: Dieter Stork)

Als Leo Fender in den 50ern anfing, seinen Bass-Pickups Kappen zu geben, waren sie aus Plastik – bis heute gängiger Standard. Ungefähr zur gleichen Zeit verbaute Gibson erstmals Seth Lovers Humbucker-Pickups mit Metallkappen, auch die sind bis heute Standard geblieben. Bass-Pickups mit Metallcovern sieht man dagegen selten, was sich mit den neuen MECs ändern könnte …

Die Auswahl ist groß, es gibt aktive PJ für Viersaiter, aktive oder passive JJ für Vier- und Fünfsaiter, passive MM für Vier-, Fünf- und Sechssaiter und passive oder aktive Soapbars für Fünf- oder Sechssaiter. Farblich gibt es Chrom, Gold und Schwarz, jeweils in einer polierten und einer gebürsteten Ausführung. Für diesen Test haben wir uns erstmal J-Style Abnehmer in passiv und aktiv kommen lassen.

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AUFBAU

Schon die Verpackung kann sich sehen lassen, der schicke schwarze Karton suggeriert Luxus. Das passive Set glänzt eher mit Under­statement, die Kappen sind aus schwarzem gebürsteten Metall mit offenen Polepieces. Die Magnete sind Alnico V, die Anschlussdrähte mit Stoff in schwarz und weiß ummantelt, ziemlich traditionell also. Ebenso traditionell sind sie Singlecoils, die zusammen einen Humbucker ergeben, wobei die an Masse gelegte Kappe schon für zusätzliche Abschirmung sorgt.

Spektakulärer kommt die aktive Variante aus der Verpackung: gebürstetes Gold mit dezentem MEC-Logo, was schon Goldbarren-Assoziationen weckt. Wie für aktive Pickups üblich, sind sie vergos­sen, neben dem abgeschirmten Anschlusskabel gibt es noch ein Kabel für den Batteriestrom, alles vorbereitet um direkt angelötet zu werden.

Die J/J-Style-Pickup-Sets gibt’s in passiv (schwarz) und aktiv (gold). (Bild: Dieter Stork)

Zubehör in beiden Fällen sind Schrauben guter Qualität. Sollte man Material brauchen, um die Pickups zu unterfüttern, bietet sich der Schaumstoff aus der Verpackung an. Wer seinen passiven Bass auf aktiv umbauen möchte, muss noch entsprechende 25kOhm-Potis, einen Batterieclip, und eine dreipolige Buchse mit einplanen, auch da hat MEC auf der Homepage reichlich Auswahl, aktive Elektroniken inklusive. Das muss man natürlich zum Preis noch hinzuaddieren, dafür kann man sich aber eben auch nur das kau­fen, was man wirklich braucht.

Die Abnehmer haben Standard J-Maße und passen entsprechend in alle so gebauten Jazz Bässe und deren Kopien (Varianten mit gleich großen Pickups am Hals und Steg fallen also raus). Der Einbau geht leicht vonstatten, die Lötarbeiten auch. Die Ummantelung der passiven Pickups lässt sich einfach zurückschieben, die aktiven sind so vorbereitet, dass nur die schon freiliegende Masse am Poti angelötet werden muss und der heiße Draht an der entsprechenden Lötöse.

IM BASS

Mein Testbass ist ein alter ESP aus den 80ern. Ein solides Gerät mit ordentlichen Pickups. Der bekommt zuerst die passiven verpasst, die ihm schon optisch sehr gut stehen. Und auch klanglich überzeugen sie. Insgesamt etwas mehr Knurr in den tiefen Mitten, mit festem Druck darunter, bei leicht erhöhtem Ausgangspegel. Der Hals-Pickup liefert einen schönen rauen Ton, der am Steg solo ist fetter als vorher – gefällt mir, dürfte meinetwegen drin bleiben!

Aber abgesehen davon, dass es wohl auffallen würde, wenn ich stattdessen alte ESPs zurückschicke, wollen ja auch noch die aktiven Abnehmer getestet werden. In meinem Sunburst-Bass mit Chrom-Hardware wirken sie etwas deplaziert, aber zum Beispiel in einem weißen Bass mit Gold-Hardware wäre das schon der ganz feine Anzug. Der Sound ist alles andere als deplaziert. Nicht unerwartet leuchten die MECs die äußeren Frequenzen deutlicher aus, die tiefen Bässe kommen mehr heraus, die Höhen sind transparenter und glockiger.

Insgesamt sind sie aber nah dran an den passiven, trotz gänzlich anderer Bauform. Mit gestackten Spulen sind sie auch einzeln völlig brummfrei, haben aber dennoch sofort identifizierbare Jazz-Bass-Qualitäten. Auch diese Pickups dürften gerne in meinem ESP heimisch werden, aber dann muss es ein anderes Finish werden …

Luxuriöse Verpackung für hochwertige Goldbarren-Optik (Bild: Dieter Stork)

RESUMEE

Das Angebot an Austausch-Pickups für Jazz Bässe ist bunt und groß – und in Zukunft auch metallisch! Die neuen MEC-Abnehmer sind in dieser Form einzigartig und können sich dabei nicht nur sehen, sondern auch hören lassen. Warwick wird sie in Custom-Shop- und Masterbuilt-Bässen einsetzen, aber ich kann mir vorstellen, dass sie ihren Weg auch in viele andere Instrumente finden werden. Ich fand beide Sets überzeugend und damit eine echte Alternative auf dem Markt. Mehr als nur ein Replacement wollen die neuen MECs sein … das kann man durchaus unterschreiben!

PLUS

● Metallcover!
● einmalige Optik!
● Sound

(erschienen in Gitarre & Bass 07/2020)

Produkt: Gitarre & Bass 11/2019
Gitarre & Bass 11/2019
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