Heavy as f*ck

Test: KHDK Totality

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(Bild: Dieter Stork)

PRAXIS GITARRE

Im Test mit der Gitarre verhält sich VMans Signature-Pedal nicht weniger kompromisslos. Zarte, feinfühlige Klänge sind auch an der Gitarre weiß Gott nicht die Kernkompetenz dieses Geräts. Aufgrund dieses ersten Eindrucks habe ich für den Test primär meine auf B gestimmte Baritone Telecaster sowie eine Jackson Pro SL7 Soloist verwendet. Beide Gitarren haben ein kräftiges und dennoch definiertes Tieftonfundament, das durch das Totality-Pedal zu ungeahnten Dimensionen aufgeblasen wird.

Die Bassreserven dieses Gerätes sind, dank der ausgetüftelten Blend-Schaltung und den drei dafür zuständigen Dreh- bzw. Schiebereglern, enorm. Dadurch lässt sich recht feinfühlig dosieren, wie wuchtig man das Low-End des Sounds gestalten möchte. Drehund Angelpunkt sind aber ganz klar der Mid-Shift-Schalter sowie der Tone-Regler. Letzterer erinnert mich ebenfalls an den Filter-Regler einer ProCo-Rat, wenngleich ich beim Totality das Gefühl habe, dass der Filter noch ein wenig extremer in das klangliche Geschehen eingreift.

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Der Mid-Shift-Switch wird zunehmend wichtiger, wenn das Tone-Poti sich auf der rechten Hälfte des Regelwegs befindet. Hier ist es vor allem das etwas mittigere Setting in der oberen Schalter-Position, das mir gut gefallen hat. Hier kommt der eigentliche Ton der Gitarre am besten zur Geltung, während in den anderen beiden Schalter-Positionen die Mitten etwas nach hinten treten, was insgesamt einen „fuzzigeren“ Sound ergibt. Grundsätzlich würde ich sagen, dass das KHDK Totality irgendwo in den düsteren Abgründen zwischen Distortion und High-Gain-Fuzz wildert und einen eher dreckig-sägenden und in jedem Fall stark komprimierten Klangcharakter aufweist.

ALTERNATIVEN

Der wichtigste Teil des KHDK-Totality-Pedals ist ganz klar die ausgeklügelte Clean-Blend-Schaltung. Als (deutlich preiswertere) Alternative würde mir daher das noch recht neue Electro Harmonix Hell Melter einfallen, welches sich den alten Boss-HM2-Verzerrer zum Vorbild nimmt. Auch hier bekommt man ein ausgesprochen leistungsfähiges, dreckiges Distortion-Pedal für Gitarre und Bass mit einem Clean-Blend-Regler. Wer noch etwas mehr Vielseitigkeit und eine noch ausgeklügeltere Clean-Blend-Schaltung sucht, könnte mit dem Deluxe Bass Big Muff Pi, ebenfalls von EHX, glücklich werden. Hier liegt der Schwerpunkt natürlich ganz klar auf der Anwendung im Bassbereich.

RESÜMEE

Für Slipknot-Fans ist das KHDK Totality natürlich ein absoluter Pflichtkauf. Aber auch Musiker:innen der härteren Zunft, die nicht explizit dem maskierten Knüppelkollektiv aus Iowa anhängen, dürfen einen Versuch mit diesem Pedal wagen. Hier bekommt man ein Distortion-Pedal, das wirklich extrem ist und mit enormen Gain- und Low-End-Reserven aufwartet. Die Blend-Schaltung macht das Gerät ausgesprochen vielseitig und besonders in der Verwendung mit einem Bass oder einer tief gestimmten Gitarre sehr gut nutzbar.

In beiden Anwendungsbereichen muss einem natürlich klar sein, dass man den ausgesprochen stark komprimierten Charakter des Pedals mögen muss – da ist kein Soft-Clipping-Overdrive für feinfühlige Blues-Sounds herauszuholen. Bedenkt man das großartige Design und die hochwertige Verarbeitung, geht der Preis von 280 Euro auch in Ordnung.

PLUS

● Konzept
● extreme High-Gain-Sounds
● Clean-Blend-Schaltung
● Mid-Shift-Switch
● Optik

(erschienen in Gitarre & Bass 08/2023)

Produkt: Gitarre & Bass 2/2024
Gitarre & Bass 2/2024
IM TEST: Charvel Pro-Mod So-Cal HSS +++ Engl E670FE Special Edition +++ Ortega Guitars Tour Player +++ Ampeg Venture V3, VB112 und VB115 +++ Ibanez Iceman IC420FM +++ Walrus Audio Fable +++ Meta Guitars Veil Bass +++ Fender CS Early 55 Strat Trem & Hardtail +++ Lakland Skyline Decade

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