Randy reloaded, made in USA

Test: Jackson American Series Rhoads RR24 & RR24 HT

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(Bild: Dieter Stork)

Als wir 2022 mit Fender-CEO Andy Mooney sprachen – ein lesenswertes Interview übrigens, das sich auf unserer Website findet – ließ dieser nicht nur seine Affinität für Metal durchblicken, sondern sprach auch über die damals frische American Series von Jackson, die mit der Soloist startete. Auf die Frage nach weiteren Modellen grinste Mooney nur und meinte, es gäbe ja noch andere Formen und die Vorlagen hätten sie ja natürlich auch alle da.

Zwei Jahre später wird es zackig, pointy, und hier stehen nun zwei neue Vertreter dieser Reihe: die RR24 in glänzendem Snow White mit Floyd Rose 1500 Tremolo, und die RR24 HT in mattem Schwarz mit fester Hipshot-Bridge. Beides keine Sammlerobjekte, sondern aufgeräumte, praxisorientierte Gitarren. Kein Pinstripe, keine kontrastierten Bevels, kein überflüssiger Zierrat – stattdessen klassische Rhoads-Linien, Luminlay-Dots direkt in der Griffbrettflanke, und nur mit Features, die man wirklich braucht.

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Und genau das ist der Punkt: Die neuen American-Series-Modelle sind keine Luxusausgabe wie die Custom-Shop-Modelle oder die US-Selects, sondern eher deren pragmatische Geschwister. Reduziert auf Funktion, gut gebaut, angenehm unaufgeregt – und genau dadurch interessant.

NUR DAS, WAS MAN BRAUCHT

Konstruktiv ist das hier ein ziemlich klares Statement: Dreiteiliger Ahornhals, Neck-thru-Body-Konstruktion mit angesetzten Erlenflügeln, Graphitstäbe zur Verstärkung, Spoke-Wheel zur Halsjustage am Griffbrettende – alles solide, durchdacht und hochwertig umgesetzt. Die Verarbeitung ist, egal wo man hinschaut, tipptopp.

(Bild: Dieter Stork)

Das Ebenholzgriffbrett verdient eine Extraerwähnung. Jackson verwendet hier kein pechschwarzes Ebenholz aus der Stammmitte, sondern das natürliche, leicht gemaserte Holz aus den äußeren Zonen des Stamms. Klanglich macht das keinen Unterschied, optisch bringt die Maserung Leben rein, und vor allem wird das Material effizienter genutzt.

So wird weniger gutes Holz zu Abfall – gute Sache. Auf dem Griffbrett sitzen 24 Jumbo-Edelstahlbünde, blitzsauber abgerichtet und angenehm verrundet. Die Perlmutt-Sharkfin-Inlays sind auffällig schön – so dreidimensional, dass man fast meint, reinschauen zu können. Die seitlichen Luminlay-Dots sind direkt in die Griffbrettkante eingelassen und sorgen auf dunklen Bühnen für Orientierung.

Der Reverse-Headstock verleiht dem Ganzen eine moderne Note – etwas aggressiver im Auftritt als bei einer „klassischen” Rhoads, aber stimmig. Hardwareseitig gibt’s Gotoh MG-T Locking Tuners (Halleluja, warum haben das nicht alle Gitarren?!) und je nach Modell entweder ein Floyd Rose 1500 Tremolo oder eine Hipshot Hardtail Bridge.

(Bild: Dieter Stork)

Das alles kommt in einem Hard-Foam-Case, irgendwo zwischen Koffer und Gigbag. Leicht, robust, funktional – ob’s in 20 Jahren noch so gut aussieht wie ein ebenso altes SKB-Case, darf man bezweifeln, aber erstmal ist’s eine clevere Lösung und macht den Transport dieser durchaus ausladenden Gitarren sehr angenehm.

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