Traditionell untraditionell

Test: Ibanez AZ 2407F-BSR

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MODERNE TRADITION

Die Ibanez AZ ist nicht nur optisch eine sehr moderne Gitarre. Die Zutaten sind durch und durch High End und erfüllen somit alle Kriterien, um sie in der Profiliga anzusiedeln. Doch der Reihe nach. Beim Auspacken unserer Testgitarre war der erste Eindruck großartig. Farbe und Maserung, Binding und Edelstahlhardware suggerieren absolute Hochwertigkeit.

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Auf dem Schoß macht sich eine leichte Kopflastigkeit bemerkbar, die sich aber mit aufgelegtem rechten Unterarm super ausgleichen lässt und somit die Spielfreude nicht trübt. Am Gurt verschwindet die Kopflastigkeit komplett und die Gitarre hängt absolut ausbalanciert. Trocken gespielt klingt die AZ sehr spritzig und direkt, wie man es von dieser Bauart gewohnt ist. Ausgewogen und resonant überzeugen die Akkorde mit Obertonreichtum und viel Tiefe. So soll es sein. Die Bearbeitung der Bundstäbchen ist top, was, gepaart mit dem satinierten Hals, zu fixen Legatoläufen verleitet.

Was sich trocken schon angedeutet hat, bestätigt sich auch schnell am Amp. Der Air-Norton-Humbucker am Hals klingt klar und aufgeräumt, aber keineswegs zweidimensional. In Kombination mit dem True-Velvet-Singlecoil überzeugt der Sound sowohl clean als auch leicht angezerrt und lässt viel Vintage-Feeling aufkommen. Im Crunch-Kanal bekommen wir erdige Blues-Sounds geboten. Der Stegpickup klingt warm, mir persönlich etwas zu dunkel, hier punktet wieder die Kombination mit Neck- und Middle-PU. Der True-Velvet-Mittel-Pickup allein klingt kehlig und offen.

Richtig zuhause aber fühlt sich diese Gitarre ganz klar im High-Gain-Bereich! Der Sound erinnert an so manche 80er-Jahre-HairMetal-Platte à la Mötley Crüe, Skid Row oder Warrant. Viel Attack und spritzig in der Ansprache – aus dem Solokanal kommt man nicht so schnell raus. Es ist ein Leichtes, seine Bendings über die Klippe zu schubsen, und die Spielfreude ist groß. So muss es sein! Das Tremolo arbeitet auch bei stärkerer Beanspruchung sauber und die Gitarre hält die Stimmung eins a. Dass man diesmal auf die sonst bei den AZs zu findende, aufwendige „Alter Switch“-Schaltung verzichtet hat, ist kein Minuspunkt, denn man spricht hier ganz klar den puristischen Rockgitarristen an.

(Bild: Dieter Stork)

RESÜMEE

Es ist lobenswert, wie Ibanez es schafft, die AZ-Serie über Jahre hinweg auf einem hohen Niveau zu halten und trotzdem immer wieder frische Ideen unterzubringen. Der Spielkomfort, die minutiöse Verarbeitung, die High-End-Hardware … ein gelungenes, rundes Instrument entsprechend seiner Preisklasse.

PLUS

● Verarbeitung
● Hardware & Pickups
● Schwingverhalten
● Sounds
● Optik

(erschienen in Gitarre & Bass 06/2023)

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