Produkt: Testbericht: Yamaha SG1801PX Phil X Signature
Testbericht: Yamaha SG1801PX Phil X Signature
Die Yamaha SG1801PX Phil X Signature im Test von Gitarre & Bass!
Aus dem neuen Heft

Test: Faustus Klangmanufaktur Sulphur Typ II

 

(Bild: Dieter Stork)

Retro-Gitarren sind nach wie vor angesagt. So erfährt auch die RD-Form von Gibson nicht nur im eigenen Hause eine Renaissance. Viele Hersteller lassen sich vom ausladenden Hüftschwung der Schönheit aus den späten 70er-Jahren inspirieren und entwerfen eigene Designs, deren Wurzeln aber klar erkennbar bleiben. Genau so verhält es sich im Falle der Sulphur Typ II.

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Die RD war weiß Gott kein durchschlagender Erfolg – ganz im Gegenteil. Die von Bob Moog ziemlich pfiffig entworfene Elektronik ermöglichte zwar ein breites Spektrum an Regel­möglichkeiten; der Zeitgeist der späten 70er-Jahre jedoch war be­reits an diesem Konzept vorbeigezogen. Zudem waren die massi­ven Ahornbretter recht groß, schwer und mit der 25,5″ Mensur auch so gar nicht Gibson-typisch. Wir Gitarristen waren einfach schon immer konservative Gewohnheitstiere. 2019 also begeht Faustus den vom amerikanischen Kulthersteller geebneten Pfad und stellt mit der Sulphur die eigene Interpretation des RD-De­signs vor. Hinter dem Namen verbergen sich Philipp Bindarra und Ulrich Belz, die mit ihrem kleinen Unternehmen „Belz Elektroma­gie“ neben Gitarren auch noch Verstärker und Pedale bauen und im mittelhessischen Eschenau ansässig sind.

PECH & SCHWEFEL

Um es gleich vorwegzunehmen: Wie bei vielen Gitarren, die auf Gibsons RD-Modell basieren, ist auch die Sulphur Typ II keine klei­ne Gitarre. Einmal aus dem mitgelieferten (und sehr robust wir­kenden) Gator-Case befreit, zeigt sich, dass dieses Instrument auch an großen Gitarristen nicht lächerlich klein wirkt. Die gänz­lich mit einem hauchdünnen, schwarzen Satin-Finish aus Nitrolack versehene Sulphur Typ II wirkt bereits auf den ersten Blick glei­chermaßen hochwertig wie elegant. Die Lackierung wurde so dünn aufgebracht, dass die Maserung des einteiligen Erlekorpus’ nicht nur zu sehen, sondern auch noch zu spüren ist.

Beim ersten Spielen fällt weiterhin positiv auf, dass der nach hinten ausladen­de Body mit einem dezenten Shaping versehen ist. Dies ist inso­fern dankenswert, weil einem sonst die ungebrochene Kante der Korpuszarge in den Unterarm schneiden würde. Der einteilige Ahornhals wurde sauber verleimt und weist ein recht ausgewoge­nes C-Profil auf, das satt und angenehm in der Hand liegt. Die nach hinten leicht abgewinkelte Kopfplatte trägt sechs goldene Duesen­berg-Z-Locking-Tuner, die mit ihren Tulpen-Flügeln gut zur schwungvollen Form der Kopfplatte passen.

Die gesamte Gitarre ist von einem cremefarbenen Binding eingefasst, welches einen schönen Kontrast zu der schwarzen Farbe und der goldenen Hard­ware bildet. Leider liegt hier auch der erste Kritikpunkt der Sulp­hur Typ II verborgen. Vor allem beim Übergang vom Hals zum Kor­pus finden sich einige kleine Unsauberheiten in der Einfassung, die zwar rein kosmetischer Natur, jedoch in diesem Preisgefüge einfach etwas ärgerlich sind. Die 22 Medium-Jumbo-Edelstahl- Bünde von Wagner sind sauber in das dunkle Ebenholzgriffbrett eingesetzt und abgerichtet.

(Bild: Dieter Stork)

Passend zum Gesamtbild wurden in das Holz großzügige Perlmutt-Inlays eingelassen. Die Tune-o-ma­tic Brücke sowie das Stop Tailpiece sind genau wie die Kappen der Tonabnehmer in Gold gehalten.

Interessant wird es bei den Pick­ups und der Elektronik: In der Hals-Position finden wir einen haus­eigenen, mit 7,5 kOhm eher moderat veranlagten Mini-Humbu­cker, der auf den Namen „Heraklit“ hört und mit Alnico-V-Magne­ten ausgestattet wurde. Auf der Stegposition wurde der mit 11,5 Ohm deutlich kräftigere Sokrates-Hybrid-Humbucker verbaut. Hier haben wir als Besonderheit, die kombinierte Verwendung von Al­nico-IV- und Alnico-II-Magneten, was ja in dieser Zusammenstel­lung nicht so häufig zu finden ist. Die Elektronik wirkt mit den bei­den Tone-Reglern, den zwei Volume-Potis sowie dem Toggle-Switch recht gewöhnlich – tatsächlich versteckt sich aber mehr hinter dem klassischen Schalt-Layout…

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Die Yamaha SG1801PX Phil X Signature im Test von Gitarre & Bass!

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