Produkt: Kemper Amp Special
Kemper Amp Special
Der große Kemper Amp Testbericht! Kemper Amp – High-Tech in neuer Evolutionsstufe
Drahtlos in 5,8 GHz

Test: Fame WT-01 Wireless Audio Transmission

(Bild: Dieter Stork)

Unter dem Namen Fame führt der Kölner Musicstore ein umfangreiches Sortiment für Musizierende, darunter natürlich auch kabellose Übertragungsanlagen. Aktueller Renner sind digitale, ultrakompakte, akkubetriebene, preisgünstige Plug&Play-Systeme. Das Fame WT-01 ist bislang eines der Wenigen, das im 5-GHz-Bereich arbeitet.

Da Sender und Empfänger inklusive der Bedienelemente identisch sind, gibt es gleich vorweg ein Lob dafür, dass Ersterer ein schwarzes, Letzterer ein knallrotes Kunststoffgehäuse besitzt. Die Geräte der meisten anderen Hersteller sind nämlich erst nach genauer Betrachtung zu unterscheiden. Beide Komponenten sind übrigens so robust, dass sie mehrere Teststürze auf Steinboden überlebt haben.

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Die handlichen aber wenig griffigen WT-01-Gehäuse hat man mit um 120° schwenkbaren vergoldeten Klinkensteckern ausgestattet, die problemlosen Anschluss an alle erdenklichen Gitarren- und Bassmodelle bzw. Effekte oder Amps garantieren. Schwierig dürften jedoch Instrumente sein, deren Rohrklinkenbuchsen tief und schräg in Korpuszarge oder Decke eingelassen wurden.

Das Fame WT-01 überträgt mit einem Audiofrequenzspektrum von 20 Hz bis 20 kHz auf vier unterschiedlichen Kanälen im Funkbereich von 5,725-5,820 GHz. Somit sind vier Systeme simultan betreibbar. Die Bedienfläche bietet die Taster Power und ID sowie zwei LEDs, auf der gegenüberliegenden Gehäuseseite eine Micro-USB-Buchse zum Laden des nicht austauschbaren Lithium-Ionen-Akkus (3,7V/450mAh). Den vom Hersteller angegebenen maximal vierstündigen Dauerbetrieb halte ich für Soundcheck plus Gig recht knapp bemessen. Eine Vollladung nimmt bis zu 2 Stunden in Anspruch.

An beiden Geräten wird der gewählte Kanal über die mehrfarbige Power-LED in rot, grün, blau oder magenta angezeigt und auch nach erneutem Einschalten aktiviert. Während des Betriebs zeigt die Kanal-LED die Akkukapazität durch konstantes Leuchten oder unterschiedliche Blinkfrequenzen an, entsprechend signalisiert die grüne LED den Ladefortschritt.

Der ID-Taster kommt zum Einsatz, wenn die Kanäle von Sender und Empfänger nicht übereinstimmen, und daher keine Verbindung zustandekommt. In diesem Fall hält man den ID-Taster des Senders gedrückt, bis die orange ID-LED aufleuchtet. Nach einigen Sekunden erlischt die orange LED, die Kanal-LEDs beider Komponenten leuchten in gleicher Farbe und die Funkstrecke steht. Sogar während der Übertragung lassen sich durch kurzes Betätigen des senderseitigen Power-Tasters die Kanäle wechseln, worauf diese bereits nach zwei Sekunden mit dem Empfänger synchronisiert werden. Dessen orange LED blinkt wenn der Sender ausgeschaltet wurde.

(Bild: Dieter Stork)

AUF SENDUNG

Sofern Sender und Empfänger auf demselben Kanal arbeiten, ist das Fame WT-01 rekordverdächtig schnell am Start. Nachdem sie am Instrument und Amp bzw. Effektgerät angeschlossen sind, nimmt man beide in Betrieb, und nach zwei Sekunden steht die Funkstrecke, die während dieses Tests bis zu 35 m (bei Sichtkontakt) dropout-frei bleibt.

Zwar gibt sich das WT-01 sowohl bei Clean- als auch Distortion-Sounds überraschend rauscharm, eine Eigenschaft, die ich den wenigsten dieser Mini-Wireless-Systeme bescheinigen kann. Schaltet man den Empfänger bei aktivem Amp jedoch aus, folgt eine sekundenlange kontinuierlich abklingende Rauschfahne.

Zur Wiedergabequalität: Zunächst habe ich den Eindruck, dass das Ausgangssignal des Fame-Empfängers erheblich leiser als das des zum Vergleich herangezogenen 6 Meter langen Instrumentenkabels ist. Eine Messung mehrerer Frequenzen per Sinustongenerator attestiert jedoch identische Pegel. Des Rätsels Lösung: Das vom Verstärker übertragene Empfängersignal zeigt Höhenverluste und nimmt dem Gitarrensound Lebendigkeit, Spritzigkeit und auch ein gewisses Maß an Dynamik.

Diese Defizite in Summe lassen das Ausgangsignal erheblich leiser erscheinen, als es in Wahrheit ist. Da muss man am Amp dann nachregeln. Zudem ist trotz 24Bit/48kHz-Wandlern die vom Hersteller angegebene Latenz von 5,6 ms beim Spielen ein wenig zu spüren.

Erfreulicheres: Im Gegensatz zu den Mini-Sendern anderer Hersteller hat Fame dem WT-01 offenbar eine Abschirmung spendiert. Bei Instrumenten, deren Aktiv-Elektronik in der Nähe der Klinkenausgangsbuchse angeordnet ist – z.B. bei Akustikgitarren –, wird meist ein summendes Störgeräusch übertragen. Dies ist hier nicht der Fall. Der in der Bedienungsanleitung erwähnte Sleep Mode, der zur Schonung des Akkus den Empfänger automatisch ausschalten soll wenn er 30 Minuten (!) kein Sendersignal empfangen hat, macht angesichts der langen Zeitspanne und des davon ausgenommenen Senders nicht nur wenig Sinn, sondern funktioniert ohnehin nicht.

RESÜMEE

Das Fame WT-01 Wireless Audio Transmission System ist leicht und kompakt und glänzt mit stabilem Übertragungssignal innerhalb der besagten Reichweite, Rauscharmut, störungsfreier Übertragung von Akustikgitarren und Instrumenten mit Aktivelektronik und nicht zuletzt durch leicht unterscheidbare Gehäusefarben von Sender und Empfänger. Schade sind jedoch die höhen- und dynamikarme Signalübertragung bei fühlbarer Latenz, da muss man am Amp nachregeln und selbst checken, ob man mit dem Spielgefühl klarkommt. Falls die beiden Einschränkungen für einen selbst nicht ins Gewicht fallen, bekommt man hier eine günstige Sendeanlage!

www.musicstore.de

Preis: € 67

 

PLUS

● passt in 99% aller Gitarren, Bässe, Effekte und Amps
● Rauscharmut
● kompaktes Klapp-Design
● Plug&Play-Bedienung
● Sender-Abschirmung
● stabiles Transportetui
● Preis

MINUS

● höhenarmer, belegter Sound
● Dynamik & Latenz
● Akku nicht austauschbar
● max. 4 Stunden Nutzungsdauer

(erschienen in Gitarre & Bass 01/2021)

Produkt: Kemper Amp Special
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Der große Kemper Amp Testbericht! Kemper Amp – High-Tech in neuer Evolutionsstufe

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