Produkt: Gitarre & Bass 5/2019 Digital
Gitarre & Bass 5/2019 Digital
INTERVIEWS: Slash, Phil Campbell, J.J. Cale, Bill Frisell, Kreator +++ VINTAGE-SPECIAL: Fender Princeton
Instrument aufräumen leichtgemacht

Test: Dunlop Complete Guitar Setup Kit & Complete Bass Setup Kit

(Bild: Dieter Stork)

Die allermeisten von uns werden bei Proben, Auftritten und auch Touren auf sich selbst gestellt sein, ohne ihr Instrument mal eben vertrauensvoll einem fähigen Techniker in die Hand drücken zu können. Gut, wenn man dann alles Werk- und Putzzeug parat hat. Dunlop bietet mit dem Complete Setup Kit eine umfassende Lösung jeweils für Gitarre oder Bass an.

Beide Sets kommen in identischen handlichen Hartschalen­hüllen, die im Gigbag oder Reisegepäck locker Platz finden. Einen Unterschied gibt es nur bei der Saitenkurbel. Ob groß für Bass oder kleiner für Gitarre – beide drehen satt und erleich­tern den Saitenwechsel schon mal deutlich.

Anzeige

Und wenn die Saiten dann schon mal runter sind, kann man sich auch gleich um die Bünde kümmern. Dafür gibt es ein kleines Blatt feines Schmirgelleinen sowie zwei Fret-Collars, Metallstreifen mit einem der Griffbrettwölbung angepassten Ende und einem Schlitz für das Bundstäbchen, um nicht das Griffbrett mitzuschleifen. Die schma­le Variante passt für die meisten Gitarren, aber tatsächlich auch bei meinem Dingwall-Bass mit seinen dünnen Gräten, ansonsten wird die breitere Version weiterhelfen.

Den Sattel kann man mit Superlube-Gel schmieren, mit einer kleinen Sprühflasche Politur und einem Mikrofasertuch lassen sich alle lackierten Flä­chen wieder auf Hochglanz bringen. Um die Saiten auf die richtige Länge zu kürzen, gibt es einen stabilen Seitenschneider, der mit dicksten Bass- wie mit dünnsten Gitarrensaiten keine Probleme hat und gut in der Hand liegt. Für anschließende Einstellarbeiten gibt es ein Multitool mit diversen zölligen und metrischen Inbusschlüsseln, kleinem Schlitz- und Kreuzschlitzschraubendreher, und einer 8-mm-Nuß. Damit lassen sich Saitenreiter wunderbar justieren, an Halsstäbe kommt man allerdings fast nur ran, wenn der Zugang am Halsende liegt und der Hals abgeschraubt wird. Das lässt sich sicher noch eleganter lösen.

Um die Saitenlage zu checken, gibt es eine Metallkarte im EC-Format. Eine Seite ist zöllig bedruckt, die andere metrisch. Damit kann sehr fein abgelesen werden und ein Lineal bis 80mm/3 Zoll ist auch an Bord.

Über die kompakte und ordentlich helle Taschenlampe mag sich mancher amüsieren, aber wer schon mal auf dunkler Bühne achtern im Rack etwas erledigen musste, wird sie zu würdigen wissen. Der Sinn eines guten Schraubendrehers dürfte sich dagegen sofort erschließen. Auch der ist kompakt gehalten, der metallene Bithalter lässt sich herausziehen und drehen. Auf der einen Seite gibt es ein Bit mit einem PH1-Kreuzschlitz und 2,5mm-Schlitz, auf der anderen sind PH2 und 6mm kombiniert. Zusammen mit den noch kleineren Maßen am Multitool ist man damit für so ziemlich alles gerüstet.

Last but not least erweist sich der Multi-Spanner, ein doppelter Maulschlüssel, als geniale Hilfe für Muttern jeglicher Art. Die Aussparungen sind einmal links gezackt, rechts glatt, einmal andersrum. Entsprechend ist eine Seite zum Lösen, die andere zum Festziehen gedacht. Das geht auch mit den notorisch schwierigen Rändelmuttern sehr gut, die man bei 3-Wege-Toggle-Switches findet, oder bei Les-Paul-artigen Brücken.

Aber auch normale Sechskantmuttern vom Poti bis zur Bassmechanik sind schnell gelöst oder wieder fixiert. Je nach Potiknopf unter Umständen sogar ohne diesen zu demontieren. (Dabei natürlich immer an Knopf oder Achse festhalten, um nicht das gesamte Poti zu drehen und dabei Drähte abzureißen.) Potiknöpfe abhebeln kann man ebenfalls sehr gut, und auch für breite Schlitzschrauben in Paula-Brücken oder Stoptailpieces taugt der Schlüssel.

RESÜMEE

Ob am heimischen Küchentisch, backstage beim Gig, oder im Hotelzimmer am Off-Day – das Complete Setup Kit ist eine nützliche Sammlung von Werkzeugen für den Saitenwechsel und die Zwischendurch-Reinigung von Gitarre und Bass in einem guten, stabilen Etui. Am Multitool dürfte noch nachgebessert werden, oder man packt sich die nötigen ein, zwei Inbusschlüssel lose dazu. Der Preis schien mir zuerst etwas happig, aber gegenüber den Einzelpreisen spart man deutlich und bekommt die praktische Transporttasche gleich mit dazu.

PLUS

  • gut sortiert und ausgestattet
  • Ersparnis gegenüber Einzelpreisen

MINUS

  • Multi-Tool nur bedingt für Halsstab zu nutzen

(erschienen in Gitarre & Bass 06/2020)

 

Produkt: Jazz Amp
Jazz Amp
Realität oder Illusion?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte dich auch interessieren