Viele Funktionen, keine Gimmicks

Test: Boss Katana-210 Bass

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(Bild: Dieter Stork)

EDITOR

Ist die Installation abgeschlossen, eröffnen sich unerwartete Möglichkeiten, die aus der Bedienungsanleitung des Gerätes gar nicht ersichtlich werden. Die Software bietet nicht nur Zugriff auf dutzende weitere Effekte, die auf die FX-Slots gelegt werden können, auch werden hier die einzelnen Parameter eines jeden Effektes offengelegt. Die Bedienung folgt dabei dem Boss-typischen User-Interface und geht gut und intuitiv von der Hand.

Aus der Auswahl dürfte für alle Situationen etwas dabei sein, egal ob Octaver, Delay, Reverb, Modulation, Pitch-Shifter, Envelope-Filter … die Auswahl ist ordentlich und durch die Bank hochwertig. Auch für die eingangsseitige Kompressor-Sektion sowie den Verzerrer stehen zig verschiedene Modelle von vintage bis hochmodern zur Verfügung. Wirklich beeindruckt hat mich dann aber, dass sogar der Blend-Regler einen Preset-Taster besitzt. Wozu, fragt man sich. Boss hat an die wachsenden Bedürfnisse der Bass-Community gedacht und der Blend-Sektion einstellbare Filter spendiert!

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Dabei kann das Clean-Signal mit einem Tiefpass und das Drive-Signal mit einem Hochpass gefiltert werden. Jeweils mit individuell einstellbarer Grenzfrequenz sowie Flankensteilheit. Chapeau! Auf Knopfdruck verwandelt sich der Katana so vom Vintage-Amp zur Djent-Maschine. Zusätzlich kann auch die Reihenfolge der Effekte verändert werden, sodass FX1 wahlweise zu Beginn der Signalkette liegt und nicht am Ende. Tolle Sache, um z.B. den Octaver vor die Zerre zu setzen.

Auch ein globaler EQ mit vier Bändern, zwei davon voll parametrisch, ist mit an Bord und über das Einstellmenü zu erreichen. Zur Organisation der ganzen gespeicherten Patches bietet der Editor noch ein praktisches Tool namens „Librarian“, in dem Patches zu Set-Listen organisiert werden und übersichtlich abgelegt können. Einstellungen zu USB-Audio sowie zur MIDI-Anbindung finden sich hier ebenfalls.

Über die MIDI-Schnittstelle können die Sounds im Live-Einsatz per Fernbedienung oder Automation gewechselt werden, leider geht dies nur über USB oder aber Bluetooth. Wobei es schade ist, dass für Letzteres ein kostenpflichtiges Bluetooth-Modul notwendig ist. Über dieses Modul kann dann aber auch eine Editor-App per iPhone verbunden werden. Alternativ bietet sich der Anschluss einer einfachen Fußleiste an die Rückseite der Combo an, um im Live-Einsatz zwischen Patches zu wechseln. Für Effekte à la WahWah oder Volume-Swells kann zusätzlich noch ein Expression-Pedal angeschlossen werden. Zum Festhalten der Sounds lässt sich das fertige Signal über die USB-Verbindung auch direkt in der DAW aufnehmen.

RESÜMEE

Live-taugliche Features ohne dabei gimmicky zu sein oder einen Abschluss in Raketenwissenschaften vorauszusetzen, ausreichend Schalldruck für viele Szenarien und das auch noch mit top Sound. Abstriche gibt es nicht viele zu machen. Lediglich das Fehlen einer MIDI-Buchse ist ein wenig schade, und dass der externe Lautsprecheranschluss nur als Klinke ausgeführt ist. Davon abgesehen gefällt mir der Katana-210 richtig gut und ist eine Empfehlung für all jene, die eine überzeugend klingende Komplettlösung suchen.

PLUS

● Sound
● Ausstattung
● Intuitive Bedienung

MINUS

● Bluetooth kostet extra
● Kein Speakon
● Kein Hardware-MIDI

(erschienen in Gitarre & Bass 10/2023)

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ich schwöre auf Mark Bass. Vor allem der Micro Bass. Mit dem beschallte ich mit dem Kontrabass eine grosse Festgesellschaft, open air mit moderater Band. Für fettere Anlässe habe ich noch einen größeren Mark Bass.

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