Produkt: ESP-Klassiker im Test
ESP-Klassiker im Test
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Super Wide Stereo

Test: Blackstar ID:Core Stereo 40 V3

(Bild: Dieter Stork)

Mit den ID:Core-Stereo-V3-Combos löst Blackstar die bisherigen Modelle Stereo 10, 20 und 40 ab. Bis auf Ausgangsleistung, Gehäuseformat, Speaker-Größe und Fußschalteranschluss ist der neue ID:Core Stereo 40 V3 mit seinen kleineren V3-Kollegen identisch.

Der transportfreundliche Amp beschäftigt eine 2×20 Watt Stereoendstufe mit Super-Wide-Spread-Charakteristik, die für echten Raumklang sorgt. Zudem wurde die bisherige Speaker-Simulation durch das erheblich variablere Cab Rig Lite ersetzt, welches mit Hilfe des kostenlos von der Blackstar-Website downloadbaren Software Editors „Architect“ eigenen Bedürfnissen angepasst werden kann. Ein weiteres Upgrade ist der Line-In/Streaming-Anschluss mit vierpoliger TRRS-Klinkenbuchse. Dieser dient nicht nur zur Wiedergabe von Playbacks, sondern auch zum gleichzeitigen Streamen von Gitarrensound und Playback auf ein Mobilgerät.

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ALL INCLUSIVE

Der ID:Core Stereo 40 V3 bringt im Grunde alles mit, was fürs Üben und Recording von Belang ist. Hinsichtlich des Preises wird klar, dass dies nur durch digitale Technik, sprich Modeling realisiert werden kann. Mit Ausnahme von Volume, das bei hohen Settings wie bei einer Röhrenendstufe Verzerrungen und Kompression emuliert, ist Folgendes editier- und speicherbar: Sechs praxisorientierte Basis-Sounds (Voices), Gain, ISF-Klangreglung (Infinite Shape Feature), drei Effektmodule mit je vier Typen und Rate/Time-Eingabe per Tap-Taster.

Des Weiteren gibt es einen Manual Mode, einen Tuner und den USB-Anschluss für Editor, Recording und Updates sowie den Phones/Line Out mit Cab-Simulation. Den Line In hatte ich bereits erwähnt. Der Architect Editor bietet nicht nur weitere Patch-Speicher, sondern auch ein variables Noise Gate, das bei den high-gainigen Werks-Presets OD1 und OD2 im Einsatz ist, aber auch allen anderen Voices zur Verfügung steht und bei Nichtbedarf deaktiviert werden kann.

Architect Software Editor

Zwei 6,5″-Breitbandlautsprecher übertragen Audios mit ansprechender Qualität und performen auch bei den gemodelten Voices vorzüglich. Mit seinem, wenn auch recht dünnen, Vinylbezug, der straffen Frontbespannung, acht verschraubten Plastikecken, kleinen Gummifüßen, rückseitiger Griffschale und stabilem Netzteilanschluss macht das geschlossene Gehäuse aus 15 mm MDF einen ordentlichen Eindruck, auch verarbeitungstechnisch.

Die komplette Elektronik hängt an dem eingelassenen Bedienfeld, dessen Reglerknöpfe 6 mm über dem Rand ragen. Da Blackstar auf ein abschirmendes Metallchassis verzichtet, wird nach der Demontage der Bedieneinheit der Blick auf eine von SMD-Bauteilen übersäte Platine frei. Kabelverbindungen wurden ausschließlich verlötet, auch die zu den Lautsprechern. Wertige Bauteile und tadellose Verarbeitung lassen keine Wünsche offen.

KLEIN, KLANGVOLL, VIELSEITIG

Schon die sechs Werks-Patches beeindrucken mit einem breiten Spektrum geschmackvoller Sounds. Die Bezeichnungen der Voices hat man treffend gewählt: Clean Warm, Clean Bright, Crunch, Super Crunch, OD1 und OD2. Lobenswerterweise zeigen die Crunch- und OD-Voices unterschiedliche Klangcharaktere, und zerren wunderbar harmonisch. Dank der sehr variablen Gain-Stufe ist aber auch den cleanen Sounds dezentes Overdrive zu entlocken. Die beiden Clean- und die Crunch-Voices reagieren sogar dynamisch auf nuanciertes Spiel und die Volume-Potis der Gitarre.

Bei den OD-Voices ist das Noise Gate aktiv, das in Spielpausen den bisweilen nicht unerheblichen Nebengeräuschen Einhalt gebietet, wenn auch teilweise recht abrupt. Ich empfehle Korrekturen per Editor, problemlos möglich mit Hilfe der Parameter Amount und Sensitivity. Während am Amp der ISF-Klangregler zur Verfügung steht, der zwischen amerikanischem (knackige Bässe, aggressivere Mitten) und britischem Klangcharakter (erdig, weniger aggressiv) überblendet, bietet der Editor zusätzlich einen klassischen 3-Band-EQ. Außerdem kann mit Resonance und Presence auch der Endstufenklang bearbeitet werden.

(Bild: Dieter Stork)

In der FX-Sektion finden wir Modulation mit den Typen Phaser, Chorus/Flanger, Envelope (Touch Wah) und Tremolo, Delay mit Linear, Analog, Tape und Multi (Shuffle Ping-Pong), sowie Reverb mit Room, Hall, Spring und Plate. Die Parameter Mod Speed und Delay Time können am Amp wahlweise per Tap-Taster oder Effects Level und gleichzeitigem Drücken und Halten von Tap eingestellt werden. Dank der Super-Wide-Stereo-Technik klingen alle Effekte sehr räumlich, wobei der Eindruck entsteht, als strahlten die Sounds von der Amp-Rückseite ab. Beeindruckend.

Wesentlich mehr Editier-Komfort bietet der Architect, in welchem mit der Cab Rig Lite Blackstars nächste Generation von DSP-gestützter Boxen-Simulation am Start ist. Die tangiert zwar nicht die Bordlautsprecher, sondern liegt ausschließlich am Stereoausgang an, der für Kopfhörer, Aufnahmegerät, Live-Stream, PA oder Mixer vorgesehen ist. Die Simulation ist mit neun Cab-Sims (1×10″-Combo bis 4×12″- Oversized), drei Mikrofontypen (Dynamic, Condenser und Ribbon), Abnahmeposition (Axis/Off Axis), Low- und High-Klangregler sowie Level ausgestattet.

Sowohl Amp als auch der vorbildlich designte und konzipierte Editor lassen sich kinderleicht und intuitiv bedienen. Via USB mit PC oder Mac verbunden, wird der Stereo 40 V3 unmittelbar nach dem Einschalten vom Editor erkannt – von Recording Software als Audio Interface –, und werden Regler- und Tasterbetätigungen bi-direktional in Echtzeit übertragen. Der Architect verwaltet und sichert nicht nur Patches und teilt sie mit Blackstars Online-Community, sondern bietet auch Settings für Stereo Mode, Re-Amping und Speaker Mute sowie Konfigurationen der optionalen Fußschalter FS-11 und FS-18.

Schalengriff und Netzteilanschluss (Bild: Dieter Stork)

RESÜMEE

Der neue Blackstar ID:Core Stereo 40 V3 kommt mit einem umfangreichen Angebot ansprechender und charakterstarker Clean- bis High-Gain-Sounds, tadellos klingenden Effekten und etlichen nützlichen Features, allen voran die neueste Cab Rig Lite Boxensimulation. Aber nicht nur der kompakte Combo selbst, auch die intuitive Bedienung des Architect Software Editors garantiert hohen Spaßfaktor.

Der Amp bereitet nicht nur beim Üben zu Hause, sondern auch als Recording-Tool echte Freude und macht via Line Out und Stereo-Y-Kabel sogar bei Live Performances eine gute Figur. Der einzige Wermutstropfen ist, dass sich die Ausgangspegel der einzelnen Patches nicht untereinander anpassen lassen, da der Volume-Regler global agiert und dessen Settings nicht gespeichert werden können, auch nicht im Editor.

PLUS
● Sounds & Sound-Spektrum
● harmonische Verzerrung
● Dynamik der Clean- und Crunch-Voices
● Qualität der Effekte
● Super-Wide-Stereo-Raumklang
● Editor-Software
● Bedienung
● Verarbeitung
● Preis/Leistung

MINUS

● Patch-Level nicht speicherbar

(erschienen in Gitarre & Bass 05/2021)

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