Tenor²

Test: Baton Rouge V2-T sun & V2-T8 sun

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(Bild: Dieter Stork)

Was man vor einigen Jahren für eine vorübergehende Modeerscheinung hielt, hat sich längst zum Dauerbrenner gemausert. Das sieht man am schier unüberschaubaren Angebot an Ukulele-Modellen in allen Preislagen und auch am Platz, den diese Instrumenten-Gattung in den Musikläden einnimmt: Der Siegeszug des „hüpfenden Flohs“ (Ukulele) ist ungebrochen.

VIEL VOLUMEN …

Bei den zwei Testmodellen von Baton Rouge, die wir uns hier ansehen, handelt es sich um Tenor-Ukulelen. Das ist das größte Format dieser hawaiianischen Spezialität mit portugiesischen Wurzeln, die noch im Standard-Tuning G-C-E-A gestimmt wird. Die V2-T-Ukulelen bestehen aus einem Mahagoni-Korpus mit gewölbtem Boden und einer Zargentiefe von 8 cm, was den Instrumenten ein recht stattliches Volumen verleiht.

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Sehr schön gemacht sind die gelaserten Sonnenstrahlen als Schalllochumrandung. Die Hälse aus Nato tragen Walnuss-Griffbretter mit 18 Bünden. Die Saiten liegen bei einer Mensur von 430 mm auf Stegeinlage und Sattel aus Nubone. Hinten sind sie – wie bei Klassikgitarren – am Steg aus Walnuss festgeknotet. Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Modellen ist natürlich die Anzahl der Saiten und somit auch die Gestaltung der Kopfplatten.

Wo beim 4-Saiter alles wie üblich gelöst wurde, mit vier offenen Tunern und nach Außen gerichteten Stimmflügeln, sehen wir bei der 8-Saitigen eine etwas längere geschlitzte Kopfplatte zur Aufnahme der acht Stimm-Mechaniken (2x 4-in-line), die hier nach hinten zeigen. Die Besaitung der 8-stringUke verspricht interessante Klangbilder: die G-Saite ist nach unten oktaviert, die C-Saite nach oben, E und A sind gedoppelt.

… VIEL KLANG

Der erste spürbare Pluspunkt bei einer Tenor-Uke: Man hat einfach „mehr Instrument“ in den Händen. Griffbrettbreite (ca. 37 mm am Sattel) und Mensur bieten auch kräftigen Händen genug Platz und Spielkomfort. Der Korpus lässt sich gut mit dem rechten Arm in Position halten – wollte man die V2s per Gurt umhängen, müsste man erst die entsprechenden Pins nachrüsten.

Klanglich liefert die 4-saitige Baton Rouge genau das, was ich mir erhofft habe. Das Mahagoni sorgt für diesen typisch süßen, warmen und sonoren, dennoch perkussiv-frischen Ukulele-Sound, der einen irgendwie in seinen Bann zieht. Die Lautstärke und das Klangvolumen sorgen – dank des Tenor-Formats – für weitere Pluspunkte.

Bevor beim 8-saitigen Schwestermodell Spielfreude aufkommt, ist erst mal Stimmen angesagt! Besonders wenn sie gerade frisch aus dem Karton kommt, dauert das … und nochmal … Saiten dehnen, und nochmal. Die T8 muss exakt in tune sein, sonst klingt’s schaurig. Wenn es dann aber soweit ist, wird man zum One-Man-Ukulelen-Orchester und kriegt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Das Greifen der Saitenpärchen ist überhaupt kein Problem, und man wird von diesem komplexen, vollmundigen Breitwand-Südseeklang fortgetragen.

RESÜMEE

Baton Rouge widmet sich mit einem großen Portfolio konsequent dem Thema Ukulele. Mit diesen beiden Tenor-Modellen haben sie, auch angesichts der Preise, mal wieder alles richtig gemacht. Verarbeitung, Handling, Sound und viel Spielspaß stehen auf der Habenseite. Bei der T8 kommt dann noch ein Extra-Sternchen für das interessante Klangbild dazu.

PLUS

● Design, Finish, Verarbeitung
● Haptik, Handling
● Bespielbarkeit
● voluminöser Klang mit zwei Ausrufezeichen für die T8

(erschienen in Gitarre & Bass 01/2023)

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