Zahlen sind ja schön und gut, aber Hören tun wir immer noch mit den Ohren und nicht mit den Augen. Sofern die kleinen Potiachsen der Klangregelung auf die Mittenstellung eingestellt sind, ist der Klang der Stage Ant absolut neutral und sauber. Was reinkommt, kommt in laut wieder raus. Nicht nur der Frequenzgang, auch die Ansprache ist sehr direkt und klar. Auch der Rauschpegel ist angenehm niedrig, sodass es auch mit sehr effizienten Lautsprechern nicht zu Störgeräuschen kommt.
Da die Potis keine Mittenrastung besitzen, kann das exakte Einstellen mitunter jedoch etwas Fingerspitzengefühl erfordern. Beide Potis können sowohl verstärken als auch absenken, wobei die Klangregelung dabei jeweils als Kuhschwanzfilter ausgelegt ist. Die ganz tiefen Subbässe werden unabhängig davon zusätzlich abgeschnitten, wodurch die Klangregelung im Bass eher ein Mittelding zwischen Glocke und Kuhschwanz darstellt.
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Während der Depth-Regler die Bässe mit bis zu ±12dB bearbeitet, hat die Höhenregelung sogar ±16dB Reserve. Diese rudimentäre, aber intuitiv zu bedienende Klangregelung ist gut geeignet, um den angeschlossenen Lautsprecher auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Eine bassige 4×12″-Box kann untenrum gezähmt oder eine dünne 1×12″-Box etwas angefettet werden.
Ebenso lässt sich der Sound in den Höhen so etwas gefälliger gestalten oder einer muffigen Pappe auf die Sprünge geholfen werden. Nach meinem Dafürhalten sind die Frequenzen praxistauglich und gut gewählt und die Filter haben weiche Übergänge, wodurch der Klang homogen bleibt.
Rot = Boost, Blau = Cut
RESÜMEE
Das Konzept ist gut und schlüssig, der Klang ausgezeichnet und die Bedienung kinderleicht. Grundsätzlich gibt es also viel zu mögen an der schwarz-roten Ameise. Getrübt wird der sonst sehr gute Eindruck durch die etwas zu großzügig gerundeten Leistungsangaben sowie die an einigen Stellen zu sehr auf Leichtbau getrimmte Konstruktion. Ausschlusskriterien sehe ich jedoch nicht und unterm Strich bieten selbst die etwas geschönten Leistungswerte an 16Ω noch einen deutlichen Mehrwert gegenüber konventionellen 100W-Endstufen.