Blick auf die Feder unter dem Ritchie-Kotzen-Pedal (Bild: Dieter Stork)
Das rote Killer Wail wurde funktional und klanglich auf die Wünsche, die Gitarre und das Equipment des stilistisch breit aufgestellten Richie Kotzen abgestimmt. Eine Druckfeder bringt das Pedal nach dem Loslassen stets in die Fersenposition zurück. Ein Betätigen der Wippe nimmt das Wah automatisch in Betrieb (LED rot), und das Loslassen schaltet es aus (LED blau).
Bei vollständig heruntergedrückter Wippe tönt der Wah-Effekt insgesamt etwas wärmer und einen Hauch weniger scharf als beim V2. Die internen Trimmer hat man auf die Wünsche Ritchie Kotzens eingestellt und sollten daher möglichst nicht vom User nachjustiert werden. Der zusätzliche „Time”-Trimmer kontrolliert wie schnell die On/Off-Automatik auf die Pedalbewegung reagieren soll.
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Hier ist zu beachten, dass eine zu hohe Einstellung das Wah während der Pedalbewegung ungewollt ein- und ausschalten kann. Die Verhältnisse von Pedalweg, Ein-/Ausschaltposition und Effektwirkung hat man hier praxistauglicher justiert. In Off-Position misst der Abstand von der Wippenoberkante zum Boden 84 mm, bei 78 mm wird das Pedal eingeschaltet, bei 68 mm startet der Wah-Effekt, der bei 46 mm voll ausschlägt.
Somit bleibt hier eine Wah-Range von einigermaßen komfortablen 22 mm. Das RK Killer Wail kann sowohl vom Tech 21 Fly Rig 5 v2 als auch vom Richie Kotzen Signature RK5 v2 Fly Rig via TRS-Patchkabel mit Stromspannung versorgt werden.
Unterseite mit Batteriefach (Bild: Dieter Stork)
KILLER BLUE WAIL BASS
Das Wah Wah unterscheidet sich optisch nicht nur durch seine blaue Eloxierung, sondern auch durch den Bass-Schlüssel auf der Wippe. Funktional ist es mit dem Ritchie Kotzen Signature Wail identisch: Auto-On/Off-Schaltung, eine Druckfeder bringt es nach dem Loslassen in die Fersenposition, zweifarbige Status-LED, interne Time-, High- und Low-Trimmer, letztere beiden auf die Frequenzen von Bässen abgestimmt.
Die Verhältnisse von Pedalweg und Effektwirkung entsprechen denen des V2. In Off-Position misst der Abstand von der Wippenoberkante zum Boden 90 mm, bei 80 mm wird das Pedal aktiv, bei 60 mm startet der Wah-Effekt, der sich bei 46 mm voll entfaltet. Somit stehen auch hier lediglich 14 mm für die komplette Wah-Range zur Verfügung.
Auch das Blue Wail Bass-Wah orientiert sich klanglich an Vintage-Pedalen und liefert dank optimierter Frequenzbereiche selbst in den Tiefbässen von 5-String-Modellen mit H1-Saite saubere, transparente Sounds. Sogar Akkorde zeigen präzise Saitentrennung. Neben Batterie und Netzteil lässt sich das Killer Blue Wail mittels TRS-Patchkabel über das Tech 21 Bass Fly Rig V2 mit Phantompower betreiben.
Bei allen drei Killer Wails ist beim Aufsetzen des Pedals auf das Gehäuse (Down Position) ein mechanisches Klacken zu hören, welches durch einen kleinen (relativ harten) Gummidämpfer unter der Wippe verursacht, aber nicht vom Amp übertragen wird. Wen das stört: Hier wäre ein weicher Filzdämpfer sicherlich vorteilhafter.
RESÜMEE
Nach dem Erfolg des original Tech-21-Killer-Wail-Wah-Wahs durfte man auf das umfassende Redesign und auf die Spezialisierung der Ritchie Kotzen Signature und Bass Wahs gespannt sein. Ergebnis: Tolles Design, Größe und Gewicht wurden erheblich reduziert, die Wah-Steuerung auf verschleiß- und geräuschfreie Optoelektronik umgestellt.
Während RK und Blue Wail Auto-On/Off-Schaltung bieten, wird das Killer Wail V2 per Fußtaster aktiviert, dessen „externe” Anordnung den Bedienkomfort in keiner Weise einschränkt. Zweifarb-LEDs zeigen die Status gut sichtbar an. Klanglich rangieren alle drei Killerwale jenseits von Gut und Böse und liefern exzellente vintage-orientierte Wah-Sounds ohne Schalt- und Nebengeräusche. Allein mit den recht begrenzten Regelbereichen der Wippen kann ich mich nicht wirklich anfreunden.
Plus
Wah-Sounds
optoelektronische Steuerung
Design / Optik / Haptik
High-End-Bauteile
verschleiß- und geräuschfreie Funktion
Auto On/Off (RK und Blue Wail)
komfortable Bedienung
Verarbeitung
Minus
eingeschränkte Regelbereiche der Pedalwippen (V2 und Blue Wail)