Stomp your feet!

Ortega Horse Kick & Horse Kick Pro im Test

Singer/Songwriter sind angesagter denn je. Und die brauchen nicht mehr nur eine Gitarre und ein Mikro. Ehrlich wahr: Wenn ich die Live-Termine im Szene-Blatt meiner Stadt durchschaue, komme ich mir vor, als lese ich eine Früh-Sechziger-Ausgabe des Village-Voice.

Ortega Horse Kick_01
(Bild: Dieter Stork)

Acoustic-Blues, Folk, Singer/Songwriter, Unplugged-Rock – der in Ehren ergraute Robert Zimmerman würde sich verwundert (und erfreut) die Augen reiben. Und neben Gitarre und Harp wird da heutzutage jede Menge Gear an den Start gebracht: Looper, Vocal-Harmony-Effekte, Begleit-Apparate aller Art – und Footstomper. Und auch die sind nicht mehr einfach nur eine Kiste zum drauftrampeln wie bei Seasick Steve, auch da ist Innovation vorzufinden. Wie bei diesen beiden Testgeräten von Ortega

Anzeige

 

Konstruktion

Vom Grundsatz her haben wir es hier nicht mit Stompern zu tun, die den Fuß- tritt per Pickup wiedergeben, sondern mit solchen, die bei Impuls anschlagsdynamisch ein Sample herausgeben. Die beiden Horse Kicks sind aus Holz gefertigt (HK Esche/HK Pro Sapele) und haben eine rutschfeste Gummiunterseite. Passenderweise sind sie wie ein Hufeisen geformt und präsentieren sich mit gut gelauntem Hottehü-Pferdchen auf der Oberseite. Und um weiter im Thema zu bleiben: Das Horse Kick ist ein One-TrickPony, das Horse Kick Pro kommt vom Vielseitigkeits-Sport. Beide Geräte werden mit 9-V-Strom befeuert, entweder per Batterie, deren Fach mit Clip-Deckel auf der Unterseite gut zu erreichen ist, oder per beiliegendem Netzteil.

Das Horse Kick hat lediglich einen Klinke-Ausgang und einen Volume-Regler. Es stellt den digitalen Sample eines Cajon-Basses zur Verfügung. Der Pro-Kollege bietet fünf Samples an (Tambourine, Cabasa, Cowbell, Bassdrum, Cajon-Bass). Warum da statt zweier BD-Sounds nicht eine Snare im Angebot ist, verstehe ich allerdings überhaupt nicht. Insgesamt sind die beiden Pferdetritte ansprechend designt und sauber hergestellt – und sind echte Kinder der Globalisierung: „Designed in Germany, programmed in the USA, produced in P.R. China“ steht es im Manual geschrieben.

Praxis

Also – die beiliegende, noch verpackte (so soll’s sein) 9-V-Batterie flugs eingesetzt, per Klinkekabel in den Acoustic-Amp, Monitor oder Mischpultkanal und mal schauen was der Horse Kick von sich gibt. Der Cajon-Bass-Sound kommt schön satt rüber und zeigt sich recht variabel, wenn man ein wenig an der Klangregelung (von Amp oder Mixer) spielt. Dreht man Bässe rein, erhält man eine ganz schön fette Bassdrum. Mit dem Höhenregler kann man sehr gut den Teppich-Anteil regeln – da rasselt es dann sehr schön, besonders bei reduziertem Bassanteil. Die Anschlagsdynamik spricht gut an und trägt erheblich zur recht natürlichen Wirkung des Klangs bei.

Dann zum Horse Kick Pro. Es hat den besonderen Vorteil eines Klinke-Eingangs, was beim Kanäle-sparen hilft. Hat man z. B. einen Einkanaligen Acoustic-Amp oder ein voll belegtes Mischpult, kann man Gitarre und Percussion-Sound zusammen rausschicken. Mit dem Volume-Regler lässt sich dann das Lautstärkeverhältnis einstellen. Mit dem zweiten Regler wählt man den Sound an – und los. Die Samples klingen sehr natürlich, müssen (können) aber natürlich ein bisschen angepasst werden. Beim Tambourine etwas die Höhen raus, bei der Cabasa ein Schuss Mitten – so kommt man zu sehr guten Ergebnissen.

Und wenn man beide Pedale benutzt (nochmal: warum keine Snare beim Pro??), hat man schon eine ziemlich komplette Rhythm-Section unter den Füßen. Mein kurzes Resümee zu den Horse Kicks kommt diesmal ohne Überschrift aus: Klasse Tools für Neo-Folker, Delta-Blueser und Unplugged-Rocker! The times, they are a-changing.

Plus

  • Optik, Design, Hölzer
  • leichte Bedienung
  • natürliche Sounds
  • Batterie und Netzteil inklusive

Minus

  • Horse Kick Pro ohne Snare-Sound

 

Ortega Horse Kick_profil

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: