Vielseitiger Verzerrer mit hohem Praxiswert

Nostalgie-Meister: Peavey Rock Master Preamp Pedal

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(Bild: Dieter Stork)

ZERRFREUDIG!

Schon ohne die zusätzliche Gain-Stufe wird deutlich, dass der Ultra-Channel des Rock-Master-Preamps seinem Namen wirklich gerecht wird. Selbst bei einer Einstellung des Pre-Gain-Potis auf neun Uhr ist hier bereits ein satter Overdrive zu hören. Bei neutral eingestellter Klangregelung tönt ein stark komprimierter Zerrsound, der vor allem in den Mitten und im Bereich des Attacks richtig Alarm macht. Dreht man nun behutsam den Gain-Regler weiter, wird der Sound zunehmend dichter und verzerrter, sodass man es hier ganz schnell mit einem zackigen Distortion-Sound zu tun bekommt, der sich gerade in den Höhen und den Hochmitten durchzubeißen weiß. Interessant finde ich, dass sich Peaveys Trans-Tube-Technologie hier ausgesprochen positiv zeigt. Der Sound hat tatsächlich das Ansprechverhalten und die Kompression, die man bei einem röhrenbetriebenen High-Gain-Channel vermuten würde. Die Klangregelung sorgt dafür, dass das Rock-Master-Pedal nicht langweilig wird. Vor allem der Body-Regler ist eine wahre Wunderwaffe. Dreht man hier behutsam nach links, wird der Sound sofort deutlich gescoopter, was sich mit dem kleinen Mid-Shift-Taster noch einmal drastisch verschärfen lässt. Das Mittenspektrum verschiebt sich deutlich hörbar, sodass das Attack noch etwas mehr in den Vordergrund gerückt wird. Harsche, unterkühlte Industrial-Metal-Sounds sind hier ebenso möglich wie die ikonische Pantera-Badewanne der früheren Alben. Dreht man das Mitten-Poti jedoch nach rechts, wird der Ton deutlich britischer und lässt eine gewisse, durchaus röhrenähnliche Wärme aufkommen. Vor allem Lead-Sounds in den hohen Lagen haben mir hier ausgesprochen gut gefallen. Nimmt man die schaltbare Gain-Stufe hinzu, wird der Sound abermals dichter und verzerrter, büßt jedoch auch ein klein wenig an Dynamik ein. Ein zweiter Lautstärke- oder Gain-Regler hätte dieses Feature sicher noch ein wenig praxistauglicher gemacht. Das Rauschverhalten finde ich, gemessen daran, dass wir es hier mit handfestem High-Gain-Gemetzel zu tun haben, noch vertretbar.

(Bild: Dieter Stork)

RESÜMEE

Optisch mag das Rock Master Preamp Pedal vielleicht den Anschein erwecken, es würde auf einer Nostalgiewelle reiten. Klanglich ist das Gerät jedenfalls voll auf der Höhe der Zeit. Ob nun die maximal hochgezüchteten Sounds des 90er-AOR-Rock (man denke beispielsweise an Alben wie ‚Slang‘ von Def Leppard oder ‚For Unlawful Carnal Knowledge‘ von Van Halen) oder aber die stark unterkühlten Gitarrensounds der ersten beiden Rammstein-Alben – beides lässt sich dank der superflexiblen Klangregelung und der großen Gain-Reserven spielend umsetzen. Für einen Preis von knapp unter 200 Euro bekommt man hier auf jeden Fall einen durchaus vielseitigen Verzerrer mit hohem Praxiswert geboten. ●

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Plus

  • Verarbeitung
  • Authentischer Klangcharakter
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Shift-Taster

Minus

  • Schaltbare Gainstufe nicht regelbar


(erschienen in Gitarre & Bass 02/2026)

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