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Fulminantes Hardware-Debüt

NAMM 2020: Modeling-Multitalent Neural DSP Quad Cortex mischt den Markt auf

(Bild: Neural DSP)

Gegenwind für Kemper und Helix kommt vom Software-Hersteller Neural DSP. Das erste Hardware-Produkt der Tech-Firma aus Helsinki hat es in sich: das Quad Cortex nutzt maschinelles Lernen für das Modeling …

Das Quad Cortex vereint Modeler und Multi-Effektgerät in einer kompakten Bodeneinheit, steuerbar über einen 7-Zoll Multi-Touchscreen und Rotary-Switches, mit einer Kombifunktion als Fußschalter und Potis. Das schnörkellos gestaltete Floorboard im gefrästen und eloxierten Aluminiumgehäuse ist schon ab Werk vollgepackt mit simultan nutzbaren Amp-Models und digitalen Effekten.

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(Bild: Neural DSP)

Mehr als 50 Amps, 70 Effekte und 1000 Impulsantworten sind schon an Bord. Deren Reihenfolge, das Input- und Output-Routing, sowie ein parametrischer EQ, sollen sich über den von gehärtetem Glas geschützten Touchscreen intuitiv und bequem einstellen lassen. Die Blöcke sind einfach per Drag & Drop verschiebbar, ähnlich wie Apps auf einem Smartphone. Auch externe IRs werden unterstützt und die Mikrofonposition kann mit dem Finger frei bestimmt werden.

Laut Hersteller soll das Quad Cortex sogar vier Rigs gleichzeitig betreiben können. Geballte DSP-Power macht’s möglich: mit einem 2GHz Quad-Core SHARC-Prozessor und dualen ARM Architekturen überbietet Neural DSP die meisten Konkurrenzprodukte.

Apropos Konkurrenz: Wie der Kemper soll auch dieses multifunktionale Floorboard das Profilieren von Amps, Overdrives und Lautsprechern ermöglichen.

Neural DSP setzt dazu auf eine neue Technologie namens Neural Capture. Eine besondere Netzwerk-Architektur soll in der Lage sein, einen Verstärker-Sound autonom zu analysieren, zu „lernen“ und täuschend echt nachzubilden. Wie der Workflow für das Profiling konkret aussieht, bleibt abzuwarten. Aufschluss darüber gibt vielleicht eine ausführliche Demonstration auf der NAMM Show.

Klar ist jetzt schon, dass das Unternehmen mit Musikproduzenten und Sounddesignern zusammenarbeitet, um in Zukunft noch mehr professionell profilierte Rigs kostenlos zur Verfügung zu stellen.

(Bild: Neural DSP)

Das Quad Cortex bietet vielfältige Anschlussmöglichkeiten:

  • 2 Kombi-Inputs (XLR, TRS, TS) mit eingebauten Preamps und Phantomspeisung
  • 2 XLR-Outputs
  • 2 Klinken-Outputs (TRS)
  • 2 Effektloops
  • 2 Expression-Inputs
  • MIDI-In, Out/Through
  • Kopfhörerausgang

Natürlich ist auch ein USB-Anschluss vorhanden, Updates, Backups, das Arbeiten im Editor und Preset-Einstellungen sind aber auch kabellos über WiFi möglich.

Für eine Anzahlung von € 200 kann das Neural DSP Quad Cortex bereits vorbestellt werden. Ab September 2020 sollen die ersten Geräte ausgeliefert werden.

Das Belegen der Fußschalter geschieht flexibel im Stomp-, Scene-, oder Preset-Modus. Auch Tuner- und Tap-Tempo-Switch sind vorhanden. (Bild: Neural DSP)

Preis: Neural DSP Quad Cortex € 1599

www.neuraldsp.com

Produkt: Gitarre & Bass Digital 04/2018
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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Naja…klingt jetzt auch nicht anders als die Konkurrenz im Betavideo……will an Knöpfen meinen Sound einstellen, wo ich vorher meine Schuhe drangerieben habe…Viel Hype im Voraus, bevor einer wirklich das Ding in der Hand hatte oder probiert hat – und da schon Geld ausgeben? Ist das der neue Trend?

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    1. Du hast sicher recht, dass es nicht großartig anders klingt als ein Kemper oder Axe-Fx, aber warum sollte es auch?
      Schließlich ist es die Hauptaufgabe aller solchen Geräte, den Sound von längst vorhandenen Amps nachzubilden. Ich denke, wir sind schon seit einiger Zeit an dem Punkt, an sie das mindestens vom Zuhören her alle schaffen. Die IRs haben da mMn schon den entscheidenden Fortschritt gebracht.

      Das Spielgefühl ist natürlich immer sehr wichtig, aber ich habe den Eindruck, dass der ganz überwiegende Teil der Spieler auch da mit dem heutigen Stand völlig zufrieden ist. Viele kennen es natürlich gar nicht mehr anders, weil sie mit Modellern aufgewachsen sind…

      Entscheidend wird also wohl sein, wie gut die Bedienung organisiert ist, ob die Effekte und die Einbindung in komplexere Setups überzeugen, und ob vielleicht ein Fortschritt in der Boxen-Simulation erreicht wird. In dem Punkt sind die IRs prinzipbedingt noch nicht der Weisheit letzter Schluss, ein echtes, dynamisches Modelling der Speaker- und Boxen-Physik bis hin zum heiß ersehnten “Amp in the room”-Sound bietet bisher noch niemand an. Den Schritt geht man hier offensichtlich noch nicht, aber das mit der Mikroposition könnte auf eine Kombination aus IR und Modelling hinweisen.

      Nur zwei EXP-Anschlüsse finde ich persönlich in der Preisklasse allerdings schon mal ein bisschen mager. Wichtiger wäre mir aber, ob die FX-Loops gut für die Einbindung von externen Amps/Preams funktionieren.

      Der entscheidene “selling point” wird aber wohl sein, ob es tatsächlich gelingt, die Vorteile der Marktführer in einem Gerät zu vereinen: das Profiling des Kemper, die Eingriffstiefe des Axe FX und alles mit der einfachen Bedienung eines Helix,

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  2. In Sachen Boxensimulation verstehe ich nicht warum zwingend das Mikro dabei sein muss.Wenn man mit einem richtigen Amp spielt, geht der Ton auch nicht erst durch ein Mikrofon sondern kommt aus dem Speaker und geht direkt ins Ohr.
    Für Aufnahmen oder PA mag das mit der Mikrosimulation einen Sinn ergeben aber ich denke, für das echte “Amp in the Room” Feeling müsste es möglich sein, 2 Signale rauszuschicken:
    1) Cab + Mikro für die PA und 2) Cab ohne Mikro für die Fullrangebox auf der Bühne für den Klampfer. Das scheint das Quad Cortex genauso wenig zu können, wie alles andere, was ich kenne. Da würde ich aktuell wenig Gründe sehen, ein Fractal Audio Gerät, einen Kemper oder ein Helix auszumustern, mal abgesehen davon, dass sich das Quad Cortex soundmässig erstmal beweisen muss.

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    1. Um einen ersten Eindruck zu bekommen kann ich nur die Plugins von Neural DSP empfehlen.
      Auch das Quad Cortex kann wie alle anderen auch kein Cab ohne Mic Signal rausgeben weil es einfach überhaupt keinen Sinn ergibt. Leider kann ich die Gründe hier nicht mit meinen Worten wiedergeben aber wer mal eine Suchmaschine bemüht zum Thema Amp Modeling oder Impulsantworten kommt schnell hinter den Denkfehler.

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  3. Ich werde, bevor ich das Gerät bashe, erst erst einmal testen. Die Demo klingt toll.

    Vorschusshaten scheint ein neuer Trend zu sein… Da kann man nur den Kopf schütteln.

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