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Mooer Micro Preamps, Pedal-Modeler

 

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Mooer hat sich in relativ kurzer Zeit ein solides Renommee geschaffen. Das Erfolgsrezept liegt sicher u. a. darin, dass die Preise auf moderatem Niveau liegen. Derweil wächst das Programm unaufhaltsam. Neu sind z.B. die hier vorgestellten Preamps. Sie sollen die Sounds beliebter Vollröhren-Amps nachbilden. Lauter Gernegroße? Oder wahre Könner?

binäre technik

Viel Leistungsumfang in so kleinen Gehäusen: die komplette, reguläre Ausstattung eines dreikanaligen Gitarrenvorverstärkers, zuschaltbar außerdem eine Speaker-Simulation – das kann schwerlich mit analogen Mitteln vor sich gehen. Digitale Modeling-Technik liegt den komprimiert aufgebauten Platinenschaltungen zu Grunde. Entsprechend ist der Energiebedarf. Die Preamps verbrauchen bei 9VDC nominal 300 mA. Der Fußschalter beherrscht wahlweise eine von zwei Funktionen. Entweder ganz normal das Ein-/Ausschalten (True Bypass), oder er wechselt zwischen den beiden Preamp-Kanälen, Clean und Distortion.

Einige Modelle mit heißerer Gain-Struktur können in der Channel-A-Sektion schon mehr oder weniger Overdrive generieren. Längeres Drücken des Fußtasters von etwa zwei Sekunden wechselt zwischen den Modi. Genauso verhält es sich bei dem Druckschalter mit der Bezeichnung CH/Cab, der den manuellen Kanalwechsel ermöglicht bzw. die Speaker-Simulation aktiviert/deaktiviert. Man könnte nun leicht auf die Idee kommen, dass die Micro Preamps wie andere Pedalgeräte vor dem Eingang eines Gitarren-Amps zu benutzen sind. Aber nein, Mooer gibt explizit an, dass der Effekt-Return bzw. der Power-Amp-In der richtige Ort für den Anschluss ist, sprich die Signale sollen direkt die Endstufe füttern. Am besten die eines hochwertigen Röhrenverstärkers, betont Mooer.

Damit beim üppigen Angebot von zehn verschiedenen Modellen der Überblick nicht verloren geht, befassen wir uns nicht der Reihe nach en bloc mit den Preamps, sondern in drei Gruppen unterteilt, sortiert nach Charakter und Einsatzgebiet. Insgesamt gesehen handelt sich bei dem Sortiment im Grunde um Klassiker und Neoklassiker – ein Amp-Modell der jüngsten Neuzeit ist nicht vertreten. Interessant aber, dass Mooer dem Powertone von Koch-Amps die Bedeutung zugemessen hat, in dieser Runde vertreten zu sein. Richtig so, der Amp wurde/wird vielfach unterschätzt.

am amp

Langjährige Erfahrung im Job hat ganz klar Vorteile. Ich kenne alle von Mooer zitierten Verstärkermodelle aus Tests und und/oder weil ich sie selbst besitze oder mal eine Zeit lang besessen habe. Weil er in der Runde der Micro Preamps auch vertreten ist, möchte ich am Rande bemerken, dass ich nach wie vor den guten alten Vox AC30 für einen der besten Verstärker halte, die je das Licht der Welt erblickten – drei Stück aus verschiedenen Modellperioden gehören als Referenz unverzichtbar zu meinem (Referenzen-) Fundus.

Marshall JCM900 (und JCM800) sind ebenfalls klanglich hochinteressante Meilensteine, mit dem Boogie MKIII habe ich über Jahre live auf der Bühne gestanden und schätze ihn immer noch. In der Heavy-Abteilung sind der EVH 5150 und Diezels Hagen eine Bank. Ich kann insofern gut nachvollziehen, warum sich der Hersteller für die vorliegenden 10 Sound-Konzepte entschieden hat.

Mooer ist offensichtlich auch mit einem sehr hohen Eigenanspruch an das Projekt herangegangen, der Beschreibung nach zu urteilen, die da sagt „in diesem Pedal befindet sich eine im Höreindruck akkurate Nachbildung eines realen Röhrenverstärker.“ Das sogenannte „intelligente Verstärker Modeling“ sei die Basis dessen. Aus Gründen der technischen Gegebenheiten darf man die Aussage natürlich nicht mit einem absoluten Anspruch bewerten. Die Sound-Qualität der Preamps ist naturbedingt davon abhängig, welches Equipment man verwendet. Volumen, Kraft im Bass der Box/des Combos sollte sein, damit die Preamps ihre Fähigkeiten richtig zeigen können (mein Test-Setup: Cabs u. Combos mit Alnicos, Greenbacks, V30s usw., Marble DCP100, Diezel Paul, Marshall Artist 30, Fender Blues DeVille u.a.).

Und dann noch ein Hinweis zur Funktionsweise der beiden Kanäle. Die Elektronik merkt sich in jedem die zuletzt aktive Einstellung der Potis, d. h. man hat in der Abstimmung uneingeschränkt freie Hand. Schön und praktisch, dass die Preamps mehrheitlich reichlich Reserven am Bassregler bereitstellen, sodass z. B. einem schlank klingenden Combo auf die Sprünge geholfen werden kann.

overdrive/crunch

Der Preamp mit Namen Classic Deluxe basiert auf Fenders Blues Deluxe. Eine absolute Erfolgsgeschichte, sozusagen der Golf unter den Kofferverstärkern, bei der Kundschaft hoch beliebt, entsprechend verbreitet in der Szene. Die Stärken des Blues Deluxe sehen viele im kraftvollen musikalisch ausgewogenen Clean-Kanal. Die Distortion-Sektionen gibt sich eher grob und spröde, überzeugt mehr bei Overdrive und Crunch als im tendenziell undifferenziert wirkenden Full-Gain-Modus. Der Classic Deluxe greift die Eigenheiten gut wiedererkennbar auf und hat darüber hinaus den Vorteil, dass die Verzerrungen harmonischer wirken und etwas höhere Gain-Reserven zur Verfügung stehen.

Mooer-Classic-Deluxe

Das Modell Day Tripper ahmt den Vox AC30 nach. Schwere Aufgabe, die luftig glasige Ton-Aura des legendären Brit-Combos zu kopieren. Und es ist auch nur bedingt gelungen. Die Verzerrungen entwickeln sich nicht so feingliedrig, wirken etwas harsch. Was grundsätzlich vom Ton her seinen Reiz hat. Der hochmittige, etwas nasige Tonfall des AC30 ist allerdings durchaus präsent. Man sollte in dem Kontext den „Mut“ haben, den Bassregler nicht weit aufzudrehen; das gehört zu seinem Wesen, wenn der AC30 zerrt, hat er nämlich eigentlich kein Bassfundament mehr. Der Day Tripper bietet weniger OD-Reserven als ein weit aufgedrehter AC30, Channel A ist auf Clean festgelegt und ist im Bass schlanker als das Vorbild bei gleicher Klangfarbe.

Mooer-Day-Tripper

Der 1×10-Combo Falcon von Tone King, auf dem der Mooer Regal Tone basiert, gehört auch zu den Vintage-orientierten Amp-/Combo-Modellen. Im weitesten Sinne stammen seine Gene vom Tweed Deluxe, den Fender in den 1950er-Jahren baute. Der Preamp kopiert den im Overdrive rauchigen, grobkörnig wirkenden Tonfall des Falcon mit viel Charme, und bei Bedarf voluminöserem Fundament in den unteren Frequenzen. Channel B spielt sich dynamisch, ausdrucksstark, kann mit seiner Markanz im Blues mächtig auftrumpfen. Channel A liefert ausschließlich cleane Sounds, in sich warm, ausbalanciert, mit gedeckten, defensiven Höhen.

Mooer-Regal-Tone

traditional

Amps, die im Ton Retro-Wurzeln, nicht intensivste Verzerrungen im Fokus haben, aber doch weit mehr Lead-Gain/-Vorverstärkung liefern als reine Vintage-Amps. Das Paradebeispiel ist hier der Engl Blackmore, im Herzen quasi ein konservativer Brite, aber was die Distortion angeht eher modern gestylt. Ein Dauerbrenner, der seit Jahren bei Engl im Programm ist, sich also offensichtlich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Mooers Pendant heißt Blacknight (ach nee? ;-). Channel B, Distortion satt. Erkennt man den Engl wieder?

In der Klangfarbe ist er schon zu entdecken, aber der Blacknight wirkt im Ton komprimierter und die Hochmitten entwickeln eine nicht immer angenehme Aufdringlichkeit, wie man sie bei Modeling-Produkten häufiger findet. Aber bevor wir hier rumzicken: Denkt an den Preis Kollegen, deutlich unter EUR 100 … oder mal so gesagt: der Blacknight klingt letzten Endes viel teurer als er ist. Obertöne lassen sich leicht provozieren, die Bassdynamik (gedämpfte Note auf der E6-Saite z. B.) ist beachtlich, schiebt satt und pumpend. Channel A ist im Grunde ein reiner Clean-Kanal, in sich ausgewogen, ohne besondere Stärken.

Mooer-Blacknight

Der oben schon erwähnte Powertone von Koch heißt bei Mooer Power Zone. Er gehört in etwa in die gleiche Kategorie wie das Engl-Topteil, gibt sich aber in der Distortion deutlicher als Retro-Brite mit ausgeprägter Brown-Sound-Attitüde zu erkennen und ist gleichzeitig breitbandiger nutzbar, sowie weitaus opulenter ausgestattet. Dementsprechend ist auch der Power Zone in seinem Zerrcharakter bissiger, härter, aggressiver als der Blacknight. Ein erklärter Hard-Rocker, präzise, mit vehementem Druck, fetten Mitten-Gain gibt’s reichlich, sehr röhrenähnliches Klangverhalten inklusive. Channel A ist hier ein offen-explosiv klingender Crunch-Kanal im selben Grundtimbre, der aber auch cleane Einstellungen erlaubt.

Mooer-Power-Zone

Wir bleiben im Thema. Der Preamp UK Gold 900 soll das Abbild von Marshalls JCM900-Serie darstellen, die nach den JCM800 modernisiert u. a. mit erheblich mehr Gain-Reserven in neue, härtere Sound-Gefilde aufbrach. Typische Merkmale sind offensive Hochmitten und ein in niedrigen Lautstärken schlanker Bassbereich. Erfreulich, beeindruckend, der UK Gold 900 liefert eine ziemlich stilkorrekte Interpretation der Vorlage. Der Charakter ist dem des Power-Zone-Preamps im Prinzip sehr ähnlich. Der Marshall-Klon hat aber deutlich weniger Gain, ist insofern mit seinem eher noch transparenten Mittenspektrum traditioneller im Ton angelegt und erfüllt nicht das Klischee des Brownsounds. Die Verzerrungen entwickeln eine harmonische Auflösung und reagieren wie beim Power Zone sozusagen mit analogen Verhaltensmustern. Channel A ist beim UK Gold 900 ein reiner Clean-Kanal.

Mooer-UK-Gold-900

Zum nächsten Kandidaten: Der Two Stones vertritt als Derivat des Topteilmodells Coral von Two Rock den amerikanischen Zweig. Im Hintergrund lugt (mal wieder) der Dumble-Overdrive hervor. Kompromisslose Dynamik und maximal transparenter Ton stehen beim Coral im Vordergrund. Der Two Stones lässt es etwas milder angehen und befleißigt sich einer Distortion-Note mit Fuzz-Einfluss – hat der Coral nicht in dieser Ausprägung. Der Micro Preamp bekommt dadurch aber eine besondere, eigene Farbe, was man positiv werten kann. Der Coral erzeugt nicht viel Gain, so auch der Two Stones, der von daher eigentlich auch in der vorherigen Gruppe „Overdrive/Crunch“ mitspielen könnte. Grenzgänger. Channel A liefert solide aber unspektakuläre Cleansounds.

Mooer-Two-Stones

Der letzte Micro Preamp in dieser Kategorie ist im Vergleich zu den anderen fast schon ein Softie. Cali-MKIII, Mesas Boogie MKIII stand ihm Pate, seinerzeit ein Gain-Monster, heute in Sachen Verzerrungsintensität mehr im oberen Mittelfeld einzuordnen. Ein singender, tendenziell weicher Lead-Ton mit gesunder Kompression und Sustain-Unterstützung ist sein Markenzeichen. Clean bildet er Fender-Blackface-Tugenden in Reinkultur ab. Mooers Cali-MKIII nähert sich im Distortion-Channel B der tonalen Vorgabe erst, wenn man die Mitten betont und die Bässe etwas absenkt.

Da der Mooer-Preamp etwas verhalten im Gain ausgelegt ist, bekommt er einen singenden Ton nicht hin, bzw. kann den in etwa nur mit Output-starken Pickups erreichen. Gut ausgebildet im Sinne der Vorgabe ist dagegen die Feinfühligkeit im Obertonspektrum und die Ansprache im Allgemeinen. Die Verzerrungen wirken etwas grober und offensiver als beim Vorbild. Der cleane Channel A erreicht zwar nicht authentisch den erwarteten Glanz in der Sound-Formung und drängelt etwas kühl in den Hochmitten, erfüllt aber sehr ordentlich die Anforderung nach Volumen und Durchsichtigkeit. Bei Max.-Gain ist „haariger“ Overdrive provozierbar.

Mooer-Cali-Mk3

modern

Wir sind bei der harten Fraktion angelangt. Beginnen soll der Fifty-Fifty, Mooers Sound-Äquivalent zu EVHs 5150. Dieser Verstärker ist ein Meilenstein unter den High-Gain-Amps: In den Distortion-Kanälen hoch dynamisch bis gewalttätig, gnadenlos ehrlich im Ton … den so zu spielen wie Eddie v. H., verlangt nach entschlossener, sicherer Technik. Der Fifty-Fifty transportiert die offensive Penetranz und Power des Vorbilds sehr ordentlich, bleibt aber bedingt vorlagengetreu. Primär weil die Hochmitten gepresst und vordergründig zum Vorschein kommen. Außerdem erreicht der Pedal-Preamp nicht die satte Distortion-Intensität des EVH 5150. Bewertet man in der Hinsicht nicht zu streng, ist der Fifty-Fifty auf jeden Fall ein sehr solides Sound-Tool für energiereiche, harte Sounds. Channel A liefert mit knackigen Höhen straffe Cleansounds bis Brit-Overdrive, der sich im Charakter milder ausformt als im Channel B.

Mooer-Fifty-Fifty

Jau, fast geschafft, wir befinden uns kurz vor der Ziellinie. Der letzte Kandidat heißt Gas Station und hat den Diezel Hagen zum Vorbild, eine Art Referenz unter den kultivierten Metal-Topteilen (nein, das ist kein Widerspruch ;-). Mächtig im Ton, aber doch geschmeidig in den Mitten und Höhen. Und was macht der/die Gas Station daraus? Erste Erkenntnis, ganz klar, dieser Preamp hat in Bezug auf die Distortion-Intensität in diesem Feld die Nase vorn. Ohne jedoch ganz an den Hagen heranzukommen. Wie auch dessen Charakter von dem Mooer-Preamp nicht vollends bzw. nur zum Teil beleuchtet wird. Es ergibt sich ein ähnliches Bild wie soeben beim Fifty-Fifty: Im Sound-Charakter zeigen sich gewisse Kompromisse, doch die Attitüde ist gut getroffen, mit einer hoch kraftvollen, kompakten und bis in tiefe und tiefergestimmte Tonlagen impulsstarken Wiedergabe. Von daher bietet der/die Gas Station definitiv einen absolut soliden Gebrauchswert. Clean bis leicht anzerrenden Overdrive, Channel A erzeugt kraftvolles Volumen ohne besondere Highlights.

Mooer-Gas-Station

epilog

Ich denke es ist aus den obigen Zeilen herauszuhören, die Micro Preamps sind keine absolut originalgetreuen Kopien ihrer technisch ungleich aufwendigeren Vorbilder. Wie könnten sie auch?! Das liegt in der Natur der Sache. Noch sind digitale Modeler nicht in der Lage, das wegen seiner sich gegenseitig bedingenden Spannungsverhältnisse quasi lebendige, ständig atmende System Röhrenverstärker in all seinen Details und tonalen Finessen 1:1 zu kopieren. Das Abbild muss so gesehen anders sein. Doch ich sage mal salopp, das soll uns eigentlich gar nicht jucken.

Die Frage ist schlussendlich, ob und welchen Nutzwert Mooers Preamps im Verhältnis zur Investition erreichen. Und da darf man doch – trotz einer gewissen Ähnlichkeit einiger Modelle untereinander – sehr zufrieden sein. Nicht zuletzt, weil die gut funktionierende Speaker-Simulation (im Kern ein harter Höhenfilter) die Pedale weiter aufwertet. Weniger schön ist, dass mit Ausnahme des Regal Tone alle Preamps beim Einschalten direkt in den roten Channel B ein recht deutlich hörbares Knacken absondern, das mit der Stellung des Volume- und des Gain-Potis an/absteigt. Nun ja, das ist der übliche Tribut an den True-Bypass.

Für die Anwendung noch ein Hinweis: Da die Preamps direkt die Endstufe füttern sollen/müssen, hat mancher Pedalboard-User schon Fragezeichen im Kopf wie denn beides zusammenzubringen wäre. Exemplarisch eine Möglichkeit: Vorausgesetzt ein Signal-Looper steht zur Verfügung, reserviert man einen der Insert-Wege für den Mooer-Preamp, sodass er wahlweise in den Signalweg kommt. Ein weiterer wird – falls möglich – als A/B-Box genutzt, die wahlweise den Input des Gitarrenverstärkers oder den Return des FX-Weges anspricht.
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resümee

Unterm Strich gibt es keine Diskussionen. Gemessen an dem herzhaft günstigen Preis bietet das Leistungspotenzial der Mooer Micro Preamps einen sehr hohen Gegenwert. Die Favoriten in diesem Team sind der sehr variable und im Ton ziemlich souveräne Power Zone, sowie im Low-Gain-Bereich der Regal Tone wegen seiner charakterstarken Markanz. Die rote Laterne trägt der Day Tripper, aber nur, weil er dem AC 30 eben doch nicht so nahe kommt; an sich hält er mit seinem OD/Crunch-Potential qualitativ ganz mit seinen Kollegen mit. [2758]

Mooer-Preamps-1
Mooer-Preamps-2

Hinweise zu den Soundfiles.

Für die Aufnahmen kamen zwei Mikrofone mit Großflächenmembran zum Einsatz, ein AM11 von Groove-Tubes/Alesis und ein C414 von AKG, platziert vor einem Celestion-Creamback im hinten offenen 1×12-Cab. Den Grundsound lieferte die Endstufe(!) des Amp-Modells Paul von Diezel-Amplification – die Mooer Micro Preamps sind vom Hersteller so spezifiziert, nicht zum Gebrauch am Eingang von Gitarrenverstärker!

Die Clips wurden pur, ohne Kompressor und EQ-Bearbeitung über das Audio-Interface Pro-24DSP von Focusrite in Logic Pro eingespielt und gemastert.

Das Instrumente ist eine Fender-CS-Relic-Strat-1956 (m. JB-Humbucker v. Seymour Duncan am Steg).

Die Preamps wurden für die Aufnahmen im EQ neutral eingestellt, die Distortion-Intensität auf ca. 85%.

Wir hören zunächst im Clip 1 die drei Preamp-Pedale, die auf niedrigem Gain-Niveau arbeiten, die Modelle „US Classic Deluxe“ (Fender Blues Deluxe), „Regal Tone“ (Falcon von Tone King), und „Day Tripper“ (Vox AC30).

Es folgen in den Clips 2 und 3 die Preamps mit eher traditionellem Distortion-Charakter. Die Soundfiles haben bewusst null Entertainment-Charakter: Die immer wiederholt gespielte Sequenz zeigt zunächst einen Chord-Attack, danach eine kurze Figur auf der E6-Saite um Präzision und Transparenz der Sound-Formung zu beleuchten. Dem folgend kann man den Ausklang bewerten, zum Abschluss hört man ein paar „muted“ E-6-Attacks und wieviel „Chunk“ sich dabei entwickelt. Die Modellnamen: Blacknight (Engl Blackmore), Power Zone (Koch Powertone), UK Gold 900 (Marshall JCM900-Serie), Two Stones (Coral von Two Rock), Cali-MKIII (Mesa Boogie MKIII).

Clip 4 präsentiert nach demselben Muster de beiden High-Gain-Preamps „Fifty Fifty 3“ (EVH 5150III) und „Gas Station“ (Diezel Hagen).

Im Clip 5 sind mit einer kurzen Lick-Sequenz der Reihe nach alle sieben heißeren Micro-Preamp zu hören (Blacknight, UK Gold 900, Power Zone, Two Stones, Cali MKIII, Fifty Fifty 3, Gas Station).

Mooers Micro Preamps verfügen über eine zuschaltbare Speaker-Simulation für D.I.-Recording etc. Clip 6 verdeutlicht exemplarisch mit dem Modell Gas Station deren Signalqualität. Nachregeln am Treble-Poti kann durchaus vonnöten sein. Ich habe es anders gemacht, nämlich am Mixer-EQ bei/ab 5500 Hz die höheren Frequenzen zusätzlich hart abgesenkt.

Ich wünsche viel Vergnügen, und…, wenn möglich, bitte laut anhören, über Boxen, nicht Kopfhörer!

Fragen, Anregungen und ja, auch Kritik sind wie stets willkommen. Nachrichten bitte an frag.ebo@gitarrebass.de. Es klappt nicht immer, aber ich werde mich bemühen möglichst kurzfristig zu antworten.

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