Leserfrage: Music Man mit schrägem Floyd Rose

? Meine Axis ist mit einem Licensed-Vibrato-System von Music Man ausgestattet. Funktion und Stimmstabilität sind vorhanden. Nun liegt das System allerdings nicht mit der Grundplatte auf dem Korpus auf, sondern mit der Metallplatte unter der Grundplatte (siehe Bilder). Auf sämtlichen Fotos, welche ich von baugleichen Axis Modellen verglichen habe, liegt das System sauber auf, so wie es sein soll. Ist das ein Fehler oder gar ein nicht passendes System? Hilft der Tausch gegen ein Original Floyd Rose, Schaller Lockmeister oder ähnliche Systeme? Oder soll das eventuell den lackierten Korpus schützen?

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Markus Arndt

! Hallo Markus! Die Bilder deiner Gitarre zeigen ein Floyd Rose, bei dem die Bolzenschrauben viel zu weit runter in den Korpus geschraubt wurden. Dadurch wird das FR in eine ungünstige Schräglage gezwungen. Es liegt mit der Metallplatte nur am vorderen Teil auf der Korpusdecke auf und zerdrückt dort den Lack. Sobald die beiden Tremolobolzenschrauben ca. 2-3 mm höher gestellt sind, sollte das FR waagerecht und gleichmäßig aufliegen.

Das Music Man Floyd Rose wird von Gotoh in Japan hergestellt und ist von absolut tadelloser, sehr hochwertiger Qualität. Sollte die Saitenlage dann zu hoch werden, also über 1,5 mm an der hohen und über 2 mm an der tiefen E-Saite (gemessen zwischen Saitenunterkante und Bundstaboberkante) liegt etwas anderes im Argen. Entweder ist dann die Halskrümmung zu stark, der Hals müsste dann mit der Einstellschraube gerade gestellt werden und/oder der Halswinkel müsste durch unterlegen eines Shimms korrigiert werden.

Da die Instrumente von Music Man in aller Regel tadellos und perfekt eingestellt das Werk verlassen und hier beim deutschen Importeur nochmals überprüft werden, gehe ich davon aus, dass alles mit Einstellen zu beheben sein sollte.

André Waldenmaier

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Moin Leute!
    Das kann doch nicht original sein, oder!? Normalerweise muß bei einem FR-Trem doch der Korpus ausgefräst sein, um den schwebenden Zustand zu gewährleisten. Und um die Bewegung in beide Richtungen zu ermöglichen. Und dann sollte die Grundplatte parallel zum Body eingestellt sein. Unabhängig vom eigenen Gusto der Saitenhöhe. So macht ein FR doch keinen Sinn… Da war bestimmt mal ein klassisches Trem drauf.
    Rockige Grüße, Tom

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    1. Aufliegende FRs sind ganz normal gewesen in den 80ern (VanHalen, Sambora etc.), das “Hochziehen” und die dafür benötigte Unterfräsung kam erst später.

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    2. Eddie Van Halen hat seine FRs konsequent immer auf dem Korpus aufliegend eingestellt, unabhängig von Modell und Hersteller. Die Axis basiert auf seinem ehemaligen Signature Model von MusicMan, wurde nach Ende des Endorsements wegen Beliebtheit weitergebaut. Dazu gehört eben auch das aufliegende FR.
      Anekdotenhalber: EVH hat notfalls Münzen o.ä. unters FR genagelt, damit es sicher aufliegt. Floating FR konnte Eddie nicht ab.

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    3. Dass Eddie das bewusst so haben wollte, hat ja auch seine Gründe. Nicht jeder mag das Nachgeben eines schwebenden Vibratos beim Amschlag oder bei Bendings. Double Bends klingen dadurch z.B. immer etwas zu tief, wenn man nicht mit dem Handballen genau dosiert dagegenhält. Und nicht nur Eddie war der Ansicht, dass die Gitarre durch den intensiveren Kontalt von Bridge und Holz einfach druckvoller klingt.

      Das Metallteil unterhalb der Federn ist übrigens im Grunde unnötig, es erhöht nur ganz leicht die Federspannung der Blattfedern, die die Klemmschrauben nach oben gegen die Feinstimmer drücken. Entfernt man die Platte (wozu man das FR allerdings ziemlich zerlegen muss), würde das Trem auch bei der jetzigen EInstellung der Verstellschrauben horizontal aufliegen. Nur für den Fall, dass die minimale Erhöhung der Saitenlage sonst schon zu viel sein sollte.

      Noch etwas: Falls man die Höhe doch verstellen will, sollte man IMMER zuerst die Tremolofedern aushängen, damit die Messerkanten beim Drehen nicht unter Druck am Metall der Bolzen entlang geschleift werden.

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  2. Zu ersteinmal müsste hier die Federspannung der Saitenspannung angepasst werden, damit das System und damit auch die Grundplatte wieder in die Waage kommt, sprich überhaupt erstmal wieder parallel sein kann. Wenn man das Foto vergrößert, so scheint es also ob da noch Luft wäre, sprich in das Tremolo kann sich noch frei bewegen, ist halt nur nicht parallel, bzw. aufliegend.

    Den Tipp vom Kollegen Waldenmeier würd ich erst als zweiten Schritt machen, erstmal muss das Kräftegleichgewicht her, dann kann man die Bolzen leicht rausdrehen, um die Beweglichkeit wieder zerzustellen. Wenn dann die Saitenlage zu hoch ist, einen kleinen Shim unter den Hals und gut ist.

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