Ist viel auch wirklich mehr?

Gimme more: UniCut SHOTO AIR Koa Deluxe im Test

Anzeige
(Bild: Dieter Stork)

Black/White Limba, Flamed Koa, steinalte Mooreiche, 22-karätige Goldapplikationen. Wenn schon Deluxe, dann aber richtig! Das vorliegende semiakustische Shoto-AIR-Modell von UniCut bietet alles auf, was der Keller dem Connaisseur zu bieten hat. Ob ein Vergleich mit edlen Spitzenweinen gerechtfertigt ist?

„Handcrafted with Heart and Soul in Bavaria/Germany“. Florian Lüttke baut mit hohem Anspruch Custom-Gitarren aus den besten verfügbaren Zutaten in seiner Werkstatt in in Großeisenbach/Fahrenzhausen. „Plastik suchst du vergebens an meinen Gitarren!“

Anzeige

VOLLAUSSTATTUNG

Wieso Shoto? Florian: „Immer wieder inspirierten mich japanische Schwerter in ihrer Form und Eleganz. Daher wurde dies ein wiederkehrendes Designelement meiner eigenen Instrumentenserie „Shoto“. Die umlaufende Facette des Korpus, soll die Form klar definieren und gleichzeitig eine räumliche Tiefe schaffen.“

Das exklusiv auf Kundenwunsch hin gefertigte und ausgestattete Exemplar der Shoto AIR verfügt über einen an den Seiten großzügig ausgehöhlten Body mit symmetrisch geschnittenen Double Cutaways aus White Limba, besser bekannt unter dem Begriff Korina. In der Mitte blieb ein durchgehender Block erhalten. Die 3,5 cm starke, offenporig anthrazit eingefärbte Korpusbasis bekam eine glanzlackierte, einteilige und von Hand geschnitzte Decke von 1,7 cm Stärke aus geflammtem Koa aufgesetzt – ein seltenes Holz hawaiianischer Provenienz. Elegant geschnittene f-Löcher geben dem Top in Verbindung mit zusätzlich applizierten Linien aus 22-karätigem Blattgold, unterstützt von einem Facettenschnitt auf die Ränder zu und Konturen in den Cutaways vorn, so etwas wie eine innere Silhouette. Eine Belly Carve am Boden sorgt für Anlagekomfort.

Griffbrett aus uralter Mooreiche mit EVO-Goldbundierung (Bild: Dieter Stork)

Der satinierte Hals aus Black Limba mit verstärkenden Streifen aus Bog Oak (Mooreiche) bekam ein von Koa-Bindings eingefasstes Griffbrett aus extraschwarzer Mooreiche aufgesetzt. Mooreiche gehört zu den seltensten Hölzern überhaupt, da es, über Jahrhunderte oder Jahrtausende im Moorschlamm konserviert, eine subfossile Struktur entwickelte und seine tiefdunkle Farbe annahm. Durch die partizipielle Mineralisierung entwickelte sich überdies auch eine extreme Härte. Im Griffbrett mit 12“ Radius fanden 24 mittelstarke EVO Gold Frets (6105) und Brass-Inlays am 12. Bund Platz. Dot-Inlays aus Messing auf der Griffbrettkante sorgen für gute Lagenkennung.

Abgewinkelte Kopfplatte mit Schaller-„da Vinci“-Mechaniken und Volute (Bild: Dieter Stork)

Die mit Koa besetzte und in leichtem Winkel über eine fein ausgearbeitete Volute herausgeführte Kopfplatte zieren Randstreifen aus Blattgold; elegante „da Vinci“-Mechaniken von Schaller in Goldausführung mit Griffen aus Koa sorgen für lässiges und verlässliches Stimmen.

TOM Roller Bridge mit Duesenberg Les Trem (Bild: Dieter Stork)

Über den Sattel aus Messing laufen die Saiten mit einer Mensurlänge von 63,5 cm hinüber zur TOM-Bridge mit Rollenreitern am Korpus, um dahinter vom Duesenberg Les Trem gekontert zu werden. Das Les Trem kann man gegen ein beiliegendes Alu-Stop-Tailpiece tauschen.

Häussel 1959 Humbucker mit Ebony-Tops (Bild: Dieter Stork)

Elektrik: Ein Set Häussel-1959er-Humbucker in Neck und Bridge-Ausführung mit Custom Ebony Tops ist in Rähmchen aus Ebenholz montiert und wird konventionell von einem Dreiwege-Toggle-Switch geschaltet. Zur Kontrolle von Output und Klangfarbe stehen generelle Volume- und Tone-Potis bereit. Geregelt wird mit Knöpfen aus Ebenholz.

Was für eine eindrucksvolle Arbeit! Das Modell Shoto AIR Koa Deluxe lässt in jeder Pore den sorgfältigen und absolut detailverliebten Einsatz spüren, mit dem der passionierte Gitarrenbauer hier zu Werke ging.

IST VIEL AUCH WIRKLICH MEHR?

Die semiakustische Konstruktion aus gehöhltem Limba-Korpus mit massiver Decke aus Koa – satte 1,7 cm sind nun wirklich kein Furnier – in Kombination mit eingeleimtem fettem Black-Limba-Hals plus Mooreichengriffbrett erzeugt einen straffen kernigen Ton von bester innerer Festigkeit. Schnelle federnde Ansprache und atemreiche Tonentfaltung ergänzen den guten ersten Eindruck. Der Halsrücken erhielt auf Kundenwunsch hin eine annähernd U-förmige Ausprägung, fügt sich aber dank bester Verrundung der Schultern dennoch erstaunlich komfortabel in die Hand. Mit flach eingestellter Saitenlage und dank der sorgfältig und kantenglatt verarbeiteten Bundierung geht das Spiel lässig von der Hand. So weit – so gut!

Am klar eingestellten Verstärker hören wir zunächst die Schaltpositionen in Folge von vorn nach hinten durch. Der Häussel-1959- Hals-Pickup, ein klassisch angelehnter PAF-Typ, wandelt die akustischen Grundlagen der Shoto AIR in breit aufgelöste elektrische Sounds. Akkorde werden stimmlich bestens ausgeleuchtet dargestellt, bauen auf gut gewichtete straffe Bässe. Warm in den Mitten, runden eher weiche Höhen das harmonische Klangbild ab. Alles erscheint wohl definiert ohne lästige Präferenzen im Stimmaufbau.

Schalterstellung Mitte lässt etwas mehr Licht ins Geschehen, kämmt zugleich die Sounds effektiv aus. Das lässt leicht entschlackte Klänge mit freien Höhen perlfrisch abrollen und überzeugt mit offenem Ausdruck. Der Steg-Pickup allein kommt uns dann mit knochentrockenen Bässen, zentriertem Mittenbereich und vital leuchtenden Höhen. Kompakt und körperlich zugleich tritt er mit viel Strahlkraft auf, lässt sich aber auch leicht zu funky rhythmischen Spielweisen überreden, spritzig und schnell im Response auf das Plektrum.

Gehen wir in den Overdrive, kommen klassisch gegründete Sounds ans Ohr: definiert und ausdrucksstark. Der Neck-Pickup bietet einen festen, sustainreichen Ton mit farbreichem Timbre. Einzeln gespielte Noten schmelzen sehr schön cremig ineinander, Linien lassen sich bestens dynamisch steuern und werden vom markant herausgestellten Anschlag plastisch dargestellt – eine souveräne Vorstellung.

Die zusammengeschalteten Tonabnehmer bringen wiederum etwas luftigere und hellere Komponenten ins Spiel, lassen etwas mehr Raum für Hohlkehle. Sehr schön federn die Akkorde ab, lassen es höhenreich aufblitzen, was sich vor allem in weniger bösen Verstärkerpositionen sehr schön macht. Schalten wir den 1959er-Humbucker am Steg allein, so punktet der in dieser Gitarre mit frisch und trocken umgesetzten Powerchords, die mit perkussiv herausgestelltem Attack bei rhythmischem Spiel höchst dezidiert auf den Punkt zu bringen sind.

In der Abteilung Lead offenbart der Pickup dann seine vokalen Fähigkeiten. Weniger das mit spitzen Lippen gehauchte „o“ oder „u“ kommt zur Artikulation, eher spielt das mit offenem Visir herausgeschleuderte „a“ dabei die Hauptrolle. Mit knapp gefasstem Plektrum sind Obertöne leicht herauszukitzeln, der Ton kippt schnell, lässt sich aber auch bestens kontrollieren. Die Zugehörigkeit zur PAF-Familie bleibt also auch in der fulminanten Power-Pose erhalten, eine gewisse Klasse ist in allen Schaltpositionen des Verstärkers zu jeder Zeit gegeben.

Der Unterschied zu anderen Instrumenten mit diesen PAF-style Pickups ist in der Bauweise und in den verwendeten Materialien der vorliegenden Gitarre zu finden. Ein gewisser akustischer Bauch ist dem Limba-Body mit Hohlkammern zu danken, dem aber die ultrafeste Mooreiche und das dicht strukturierte Koa-Holz straffe Anteile hinzufügen. Die semiakustische Bauweise sorgt überdies auch für die federnde Ansprache und den leichten Box-Tone der Shoto AIR. In Summe ein mehr als gelungener Mix der Komponenten, welcher tatsächlich zu einem höchst charaktervollen Sound führt.

Ah, das weich federnde Duesenberg Les Trem erweitert letztlich auch noch den Rahmen der Artikulationsmöglichkeiten um recht stimmstabile Manöver der gepflegten Tonmodulation. Lässiges Schimmern geht hier natürlich vor Dive-Bombing.

(Bild: Dieter Stork)

RESÜMEE

Bester Materialeinsatz und definitives Handwerk finden in der Shoto AIR Koa Deluxe zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Das unikal gestaltete Modell repräsentiert eigentlich alles, was vom seriellen Gitarrenbau eben nicht zu erwarten ist, bzw. für das die kundenorientierte Custom-Fertigung steht: von ausgewählt seltenen Hölzern, exklusiver Ausstattung und handwerklicher Feinabstimmung bis hin zum individuell angepassten Halsprofil.

Ein solches Instrument ist keineswegs auf allgemeinen Geschmack, auf Mainstream ausgerichtet, sondern soll den Vorstellungen und Wünschen des Kunden explizit entsprechen. Da erfahrene Spieler genau wissen, was sie wollen, ist das Ergebnis zwar immer individuell geprägt, aber meistens gut nachvollziehbar und auch in diesem Falle schlicht großartig. Das unikale Modell Shoto AIR Koa Deluxe erfüllt alle Ansprüche an ein Instrument der Spitzenklasse sozusagen mit Links. Um auf die anfangs gestellte Frage zurückzukommen: Auch wenn bei Top-Weinen – Große Gewächse, Grand Cru und dergleichen – immer etwas Hype mit im Spiel sein mag, enttäuscht wird man von der gebotenen Qualität nur selten. Das kann man ohne Einschränkung auch von der UniCut Shoto AIR Koa Deluxe sagen.

PLUS

  • Design
  • Premium-Hölzer
  • Ausstattung
  • Spieleigenschaften
  • Sounds
  • Verarbeitung


(erschienen in Gitarre & Bass 04/2022)

Produkt: 30 Jahre Gitarre & Bass – James Hetfield & Metallica
30 Jahre Gitarre & Bass – James Hetfield & Metallica
Du möchtest spielen wie James Hetfield? Dann hol Dir unser Download-Special, mit geballten Informationen aus 30 Jahren Gitarre & Bass, zum senationellen Preis.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Hallo erstmal!
    Wer so grottenschlecht Gitarre spielt, daß er/sie sich so ein Instrument nicht leisten kann, dem/der bleibt ja immer noch die Möglichkeit das Tropenholz gleich zu verbrennen, oder mit dem neuesten, tiefergelegten BMW-SUV der FDP beizutreten. Und wo bekommt man/frau eigentlich den passenden vierstrahligen Jet (22-Karat blattvergoldet) zur Gitarre? (Sarkasmus Ende)!

    Um so einen Frontalangriff auf nachhaltigen Umgang mit immer knapper werdenden Ressourcen rechtfertigen zu können, muß man ihn schon mit einer recht großen Menge an Spitzenweinen verglichen haben. Nix für ungut,
    Beste Grüße, Peter W. Greiert

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. Hmm, komischer Kommentar. Hier geht’s doch um eine einzige Gitarre.
      Oder soll eine Riesen-Auflage erfolgen?
      Ok, braucht man nicht unbegingt (wie vieles, was es so gibt),
      für mich aber beflügelnde Gitarrenbaukunst.

      Aber man/frau braucht auch keiner, denn hier ist doch gar nicht das Geschlecht gemeint.

      Auf diesen Kommentar antworten
      1. Hallo Johnboy,

        Sie wissen schon, was Sarkasmus bedeutet!?
        Nur zur Sicherheit:
        “Sarkasmus bezeichnet beißenden, bitteren Spott und Hohn und ist eine in der Literatur oft in der Textsorte der Satire oder – verschärft – der Polemik anzutreffende Erscheinungsform der Kritik an gesellschaftlichen Gegebenheiten unterschiedlicher Art.”
        (Wikipedia)

        Und gerne erkläre ich Ihnen das Problem mit der gedankenlosen Verschwendung von begrenzten Ressourcen noch mal etwas ausführlicher. Gefährdete Baumarten werden in industriellem Ausmaß größtenteils illegal gefällt. Tatsächlich wird das meiste Tropenholz, für andere überflüssige Dinge, wie schicke Gartenmöbel etc. verbraucht.

        Es wird nicht nur ein einziger Baum gefällt, um dann eine einzige Gitarre daraus zu bauen. Und auch das wäre selbstverständlich nicht ansatzweise nachhaltig.

        Tropische Regenwälder verschwinden in besorgniserregendem Tempo, das befördert die immer schnellere Erwärmung der Erde, Wettersysteme ändern sich, am Ende wird die Erde für Menschen unbewohnbar, und das auch für Ihre Kinder, falls Sie welche haben. Ich kann nur hoffen, Ihnen damit in aller Kürze die Zusammenhänge deutlich gemacht zu haben!

        Für die Antwort auf Ihren letzten Satz (Zitat:”Aber man/frau braucht auch keiner, denn hier ist doch gar nicht das Geschlecht gemeint.”) fällt es mir wieder schwer, Ironie und Sarkasmus (s.o.) zu vermeiden. Ich gebe mir Mühe:

        Natürlich habe ich schlecht gegendert, besser wären Sternchen gewesen, da haben Sie recht, wenn Sie aber meinen letzten Beitrag noch einmal ganz aufmerksam durchlesen, werden Sie sicher erkennen, daß sich “man/frau” auf die Menschen bezieht, die sich so ein Instrument kaufen wollen, und die haben durchaus diverse Geschlechter.

        Gerade gestern habe ich zum Beispiel ein Konzert gesehen, bei dem eine richtige Frau, ja, da staunen Sie, eine Frau eine supergute Bluesgitarre gespielt hat. Schon alleine daraus schließe ich, daß außer Männern auch Frauen gebraucht werden.

        Nun ist es doch passiert, verdammte Ironie*! Bitte sehen Sie mir diesen Ausrutscher nach!

        Nur zur Sicherheit:
        *(“Ironie bezeichnet zunächst eine rhetorische Figur. Dabei behauptet der Sprecher etwas, das seiner wahren Einstellung oder Überzeugung nicht entspricht, diese jedoch für ein bestimmtes Publikum ganz oder teilweise durchscheinen lässt. Sie kann dazu dienen, sich von den zitierten Haltungen zu distanzieren oder sie in polemischer Absicht gegen angesprochene Personen zu wenden.”)
        (Wikipedia)

        Natürlich bleibt es jede*m/r selbst überlassen wie er, oder sie, sich zu Umweltfragen und Gleichberechtigung verhält.

        Ich hoffe, Sie fanden diesen Kommentar genauso komisch wie meinen Letzten, und wenn schon nicht lehrreich, dann zumindest unterhaltsam!

        Mit besten Grüßen, Peter W. Greiert

        Auf diesen Kommentar antworten
        1. Hallo Peter Greinert,
          … ironie … sarkasmus … lehrreich …
          G E S C H E N K T !!!!!!!!!!!!!!!!!! du MÖCHTEGERN-Öko !

          Deine Emulsion aus ökologistischem Sendungsbewusstsein und Sozialneid fand bereits vor über 20 Jahren eine mMn passende Antwort in “Lexikon der Öko-Irrtümer” (Maxeiner/Miersch, Eichborn-Verlag).

          Tenor eines Kapitels daraus: Nicht das Verbot von Tropenholz-Nutzung – wodurch selbiges für seine Bewohner “wertlos” wird, sondern die auf die “Wertlos”-Meinungsbildung folgende Brandrodung nebst Ersatz der “brandgerodeten” Tropenwaldfläche durch “stattdessen nutzbare” bzw. vermarkbare landwirtschaftliche Nutzfläche (oder etwa Bauland ?) ist der eigentliche Tod des Regenwaldes.

          Es steht dir natürlich zu, eine Gitarre aus Lindenholz zu erwerben – bzw. sowieso eine gebrauchte -, um den Regenwald zu retten (btw, ich kann mir auch keine SHOTO leisten, hätte dann wohl eher eine LP Custom vorgezogen).

          Aber deine vorhergehende Doppel-Belehrung braucht echt kein Mensch !

          So, ich geh’ mich jetzt schämen (Kommst du mit ?) !

          ;-D

          Auf diesen Kommentar antworten
          1. Hallo Frank Emecker!

            Es tut mir unendlich leid, daß ich die Replik auf Ihren Beitrag gleich mit einer Belehrung über Anstand und Höflichkeit beginnen muß!

            Es ist zwar nett, daß Sie sich mir so verbunden fühlen, daß Sie mich gleich duzen.Ich habe aber doch eine Frage:
            Dienen großgeschriebene, und mit unzähligen Ausrufezeichen versehene Anwürfe dem, was man in einem persönlichem Gespräch als Herumschreien bezeichnen würde, oder als Ersatz für Argumente? Beleidigungen, wie (Zitat) :”G E S C H E N K T !!!!!!!!!!!!!!!!!! du MÖCHTEGERN-Öko !” ersetzen doch nicht die sachliche Diskussion.

            Und nochmals zu Ihrer Belehrung:

            Es gibt z.B. von der Firma Höfner richtig hochklassige Gitarren aus heimischen Hölzern! Viele andere Firmen ziehen nach. Einige fernöstliche Hersteller haben sogar Edelholzplantagen angelegt, so daß es in ca. 30 Jahren wieder Palisanderholz aus wirklich nachhaltigem Anbau geben wird!

            Dafür müssen Sie natürlich auch ein wenig tiefer in die Tasche greifen, als für Ihre Lindenholz Gitarre. Für gute Musikinstrumente muß heute aber tatsächlich kein einziger von Ausrottung betroffener Edelholzbaum gefällt werden.

            Die Einhaltung der Bedingungen für Erteilung von Nachhaltigkeitssiegeln wie FSC, PEFC, Naturland, Nature Plus oder der”Rainforest Alliance” wird so gut wie gar nicht überprüft.
            Daher ist ein Verbot des Handels mit gefährdeten Baumarten die einzig sinnvolle Vorgehensweise.
            Bereits verarbeitete.
            Sie verwechseln die Profiteure der Umweltzerstörung mit den tatsächlichen Bewohnern des Regenwaldes.
            Nicht die Bewohner des tropischen Regenwaldes, die dort lebenden Indios, zerstören ihren eigenen Lebensraum, sondern internationale Konzerne, die auf Kosten zukünftiger Generationen ihren Profit machen wolle. Dabei geht es nicht nur um illegalen Holzeinschlag, sondern auch um die Schaffung von Futtermittelanbau- und Rinderweidefläche. Für die Bewohner wird ihr Lebensraum wertlos, wenn sie ihn nicht mehr bewohnen können.

            Für uns Musiker gibt es die Möglichkeit, die sinnlose Ausbeutung begrenzter Ressourcen durch eine bewußte Auswahl unserer Musikinstrumente um einen Promilleanteil zu verzögern.

            Nun ist es wirklich nicht so, daß ich meine alten Gitarren nicht mehr spiele, weil sie aus heute gefährdeten Holzarten gebaut sind. Sie klingen einfach zu gut!

            Und auf der anderen Seite, lieber Frank Emecker, was ist ein Musiker ohne Sendungsbewußsein?

            Beste Grüße,
            Peter W. Greiert

            Auf diesen Kommentar antworten
        2. Ich bin zwar kein Freund von zu viel Sarkasmus & Ironie, stimme aber grundsätzlich zu, dass wir weitaus nachhaltiger, sparsamer und bewusster mit den Ressourcen des Planeten umgehen lernen müssen! Man kann gewiß eine sagenhaft gute Gitarre durchaus fast ausschließlich aus heimischen Hölzern bauen, einzig beim Griffbrett wird´s vielleicht etwas eng.
          Und es fängt im Kleinen an – die Zeit, wo wir es uns leisten konnten auf die anderen zu zeigen und selbst ein wenig Koa, Ziricote & Co zu verbauen, sollten einfach vorbei sein.
          Diese Ansicht stellt indes keinerlei Abwertung von Florian Lüttke´s Gitarrenbau dar…

          Auf diesen Kommentar antworten
        3. Tut mir leid, Hr. Greiter, aber es nicht wirklich zu verstehen (vor lauter Sarkasmus) was ausgesagt werden soll. Ich dachte zuerst es geht in die Richtung, wer keine 5000,-EUR für so ein Schmuckstück übrig hat, braucht gar nicht erst atmen, geschweige den sich ne Klampfe um den Hals hängen… Von daher verstehe ich meinen Vorschreiber schon ganz gut…

          Auch ich frage mich, wer braucht Unikate die dem Handel mit Elfenbein gleich kommen. Die Optik besticht, weil das Teil so aussieht, als ob man eine klein Body-Gitarre für den Akkustik-Bereich auskoppeln könnte. Aber wozu dann das ganze Gold und so.
          Mich würde interessieren ob es durch die Bauweise akustische Vorteile gibt, die man auf preiswertere Modelle (durchschnittliches Instrumenten-Holz und Metall) übertragen kann. Mit weniger Gold und einem weniger abgesetzen zentral Korpus fänd ich die Gitarre ansprechender… So wirkt das ganze sehr protzerisch und nach weniger können als mehr haben…
          Wie sieht es also aus mit dem Sound und der Schallumsetzung zu den Pickups hin?

          NG B. Bosselmann

          Auf diesen Kommentar antworten
          1. Hallo B. Bostelmann,
            meinen ersten Leserbrief habe ich aus einem Impuls heraus geschrieben, und wahrscheinlich dient Sarkasmus keiner sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema. Was ich aber genau gemeint habe steht dann in der Antwort auf den Beitrag von Johnboy.(s.o.)
            Immerhin habe ich damit eine kleine Diskussion über Nachhaltigkeit im Gitarrenbau entfacht, die dann leider auch gezeigt hat, wie unterschiedlich die Menschen zu sich zu Themen wie Erkenntnisgewinn, Gleichberechtigung (Gendern) und Umweltzerstörung verhalten.
            Nochmals beste Grüße,
            Peter W. Greiert

            Auf diesen Kommentar antworten
  2. Da fragt man(n) sich doch heutzutage ernsthaft,wer solch eine extra-vagante und obendrein super hochpreisige Gitarre (ganz ohne Plastic-Parts!) wirklich braucht?!?

    Vielleicht gibt es ja auch zukünftig sehr edle elektrische Gitarren mit exklusiv integrierter Luxusuhr und lupenreinem Diamantenbesatz als Binding für uns Gitarristen,die sowieso nur auf echte Gitarren Unikate aus heimischen Gefilden Wert legen,-alles „Übrige“ ist ja anscheinend völlig wertloser Schrott,und gehört total korrekt auf dem Sondermüll entsorgt/verbrannt.

    Wieder einmal ein edles und richtig teures Saiteninstrument aus Germany.Es ist wohl nun endlich an der Zeit,daß ich meine alten Fender Strats der 1970er-Jahrgänge durch den Shredder ziehe.Die sind ja aktuell eh’ nix mehr wert.

    Lieber Gott,falls du wirklich existierst,werfe bitte gesundes Hirn vom Himmel,damit wir „armen“ und „dummen“ Gitarristen/-innen endlich wieder klar bei Verstand sind, und einfach wieder gut klingende und erschwingliche Gitarren aus aller Welt beim Händler unseres Vertrauens ordern dürfen.
    Oder noch besser: verschont uns einfache Erdlinge zukünftig mit Berichten von kunstvoll verzierten Gitarren aus seltenen Tropenhölzern mit Oligarchen-Charakterzügen! Im Voraus herzlichen Dank!
    Amen.

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. Wer braucht was von Fender aus den 70ern? Brauchen ist doch relativ und vielleicht hat hier einer einfach seinen Traum verwirklicht. Theoretisch kann man auch mit einer Billigklampfe Musik machen, tut wir aber nicht.
      Meine Gitarre wäre es auch nicht und ich würde mir mit dem Geld zB. eine Telecaster holen aber jedem das seine.

      Auf diesen Kommentar antworten
  3. Was für völlig überheblich Kommentare hier abgebildet werden ist schon sagenhaft. Zunächst einmal wurde doch nur eine Gitarre vorgestellt, nicht mehr und nicht weniger. Nach den ersten Bildern war mir klar, dass die Gitarre polarisieren wird. Auch für mich hätte die Gitarre zuviel “bling bling” und die Komponenten wären absolut nicht meine erste Wahl gewesen. Trotzdem wird einfach eine Sau durchs Dorf getrieben. Hier hat sich aber jemand Bewusst für langlebige und perfekte Handwerkskunst entschieden. Wer von Ihnen kann denn genau beurteilen ob dir Gitarre ökologisch sinnvoll, neutral oder was auch immer ist. Ist eine Klampfe für 500€ aus China ökologisch besser als diese Klampfe hier. Natürlich hätte man auch Fichte, Linde etc. verarbeiten können aber das ist nunmal nicht geschehen. Vielleicht sollte jeder von Ihnen erstmal überlegen ob die eigene Lebensweise ökologisch ist anstatt auf andere zu zeigen.
    Für mich bleibt es eine Gitarre die bei guter Pflege ein Leben lang halten wird.

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. War ja klar, „tbs-180“ muß sich hier sogleich doppelt beschweren.
      Ist ja völlig albern,daß ausgerechnet eine 5.000,- € teure Edelgitarre aus seltenen Tropenhölzern bei guter Pflege ein Leben lang hält.
      Nur mal so zur Information: das letzte Hemd hat keine Taschen!
      Die eigene Lebensweise kann ökologisch sein,-muß es aber nicht.
      Wer solch eine besondere „Extrawurst“ als Gitarre braucht,der besitzt wohl auch einen schweren Spezialtresor für diverse Luxusgüter jedweder Art.
      Ich bin da leidenschaftslos,aber finde es wirklich lächerlich,daß angeblich „günstigere“ Gitarren aus der Serienfertigung ökologisch nicht sinnvoll ist.
      Auffällig scheinen hier faktisch die „schlauen“ Äußerungen einiger weniger Kritiker zu sein,die stets und ständig zu allen Themen ihren Senf dazugeben müssen.
      Mich kümmert es garnicht, wer welche Gitarre,-ob teuer oder extrem billig,-bespielt,denn letztendlich sollte jeder Gitarrist selbst darüber entscheiden,wieviel oder wie wenig Geld er für sein Instrument ausgeben möchte.
      Manche Leute leben vermutlich nicht wirklich ihren eigenen Traum,sondern zielen generell spöttisch und höchst unfair auf „Klampfen“,die aus China stammen,und somit angeblich keine Wertigkeit besitzen.
      Macht euch doch einfach mal locker,ihr seht das Ganze viel zu kritisch.
      Let‘s play good Music Stuff!

      Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte dich auch interessieren