Extraterrestrischer Hall

FX-Pedale: Mr. Black SuperMoon und Eterna Gold Modified im Test

Ein kleines Team wilder und verrückter Typen (O-Ton Mr. Black Pedals Website) hat sich in Portland/Oregon auf außergewöhnliche Reverb- und Delay- Effekte spezialisiert. Zwei Hallpedale stehen zum Testen bereit, entwickelt von „Mr. Black“-Chef Jack Deville.

(Bild: Dieter Stork)

 

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Die Schaltungen dieser Boutique-Pedale haben es in sich, denn solch leistungsfähige Effektprozessoren vermutet man eher in Studio-Rack-FX-Units. SuperMoon und Eterna widmen sich sphärischen, „überirdischen“ und verspielten Halleffekten. Vom Mr. Black Eterna sind unterschiedliche Varianten erhältlich, wir haben uns für die Gold Modified-Version entschieden. Im Inneren dieser kompakten und robusten Boutique-Pedale findet vor einer mit Reglern, Buchsen und True- Bypass-Fußschalter verlöteten Platine auch ein 9V-Block Platz. Einer Stromversorgung über ein optionales Standard- 9V-DC-Netzteil sollte man jedoch wegen einer Stromaufnahme von jeweils ca. 60mA den Vorzug geben.

Boutique-Hall-Design

Beide Pedale bieten eine Art Special-FX-Regler. Beim SuperMoon heißt er „Sway“, beim Eterna „Shimmer“. Aber schon das Decay-Poti zaubert aus den Probanden Hallräume hervor, die jenseits aller Standards angesiedelt sind.

  • SuperMoon: Bei geschlossenem Decay- Regler startet das Pedal mit einem großartigen Raumhall, dicht, warm und lebendig. Je weiter man Decay aufdreht, desto „cavernöser“, größer und länger wird der Halleffekt, wie in einer Mischung aus Höhle und Kathedrale, wobei die Höhen regelrecht glitzern! Ganz nach rechts gedreht steigert sich der Hall bis zu einer Länge von 30 Sekunden und fast bis zur Selbstoszillation. Den Kick bildet bei diesem fantastischen Hallpedal der Sway- Regler, der den Raumeffekt durch ein langsames, unregelmäßiges und dynamisch spielbares Vibrato schickt, das in der Stärke regelbar ist. Subtil eingestellt ergibt dies einen noch lebendigeren Monsterhall, oder man experimentiert mit allen drei Reglern bis hin zum Maximum, um in sphärische, in der Tonhöhe periodisch modifizierte Räume einzutauchen.

  • Eine andere Hallwelt betritt man beim Eterna Gold Modified. Die Reichweite des Mix-Potis reicht von trocken, über 1:1 (Mittelstellung), bis hin zu 100% wet. Ohne den Decay-Regler zu bemühen, erzeugt das Eterna Gold einen obertonreichen Room-Reverb, der ständig eine eigenwillige, schnelle Modulation aufgedrückt bekommt. Bei aufgedrehtem Decay erfährt dieser Halleffekt einen vokalen Touch, man scheint schier die Englein singen zu hören. Dieser überirdische Effekt lässt sich bis zu einer Minute Länge steigern. Der Shimmer-Regler mischt einen verzögert und sanft einsetzenden, warmen und lebendigen Octave-Up-Reverb hinzu, der wie eine Mischung aus Streichern und Chor klingt. Nun bieten zwar etliche andere Hallpedale ebenfalls einen Oktav- bzw. Shimmer-Halleffekt, das Eterna Gold klingt jedoch angenehmer, wärmer und hochklassiger als viele seiner Mitbewerber.

Alternativen

Hallpedale gibt es unglaublich viele, in etwa vergleichbar wären Pedale u. a. von Neunaber (Immerse Reverberator, € 239 Street-Preis; Seraphim Mono Shimmer, € 219), Keeley (Caverns Delay and Reverb, € 249; Hooke Reverb, € 229), Walrus Audio (Descent, € 319), Mooer (Shim- Verb Pro, € 119), Lovepedal (HSR-3 Multi- Reverb, € 248), EarthQuaker Devices (Transmisser, € 265), DigiTech (Polara, € 129) und Red Panda (Context, € 264).

Resümee

Ob langsam modulierter Kathedralenhall beim SuperMoon oder engelsgleicher Shimmer-Reverb beim Eterna Gold – beide Mr.-Black-Pedale bieten exzellente Halleffekte jenseits der Normalität. Trotz aller Extravaganzen klingen alle Einstellungen äußerst musikalisch und angenehm. Das SuperMoon ist der sanftere und kuscheliger klingende Hallprozessor, während das Eterna Gold mit seinem orchestralen Shimmer-Effekt und dem „Engelsgesang“ regelrecht überirdisch wirkt.

Plus

  • originelle Reverb-Effekte
  • Leistungsstarke Prozessoren
  • Effekt- und Signalqualität
  • Halldichte und Lebendigkeit

Minus

  • keine Gummifüße dabei

Aus Gitarre & Bass 12/2016

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