Schaltzentrale für das große Besteck
Fryette ZMACS 4X4 im Test
von Ulf Kaiser, Artikel aus dem Archiv
(Bild: Fryette Amplification)
PRAXIS
Unter der Voraussetzung einer richtigen Verkabelung ist der ZMACS geradlinig zu bedienen und darüber hinaus gut dokumentiert. Es gibt je vier Schalter mit Status-LEDs zur Auswahl der Verstärker und der Boxen. Durch erneutes Drücken einer Verstärker-Taste wird dieser stummgeschaltet. Die Impedanzen beider Komponenten werden über zwei weitere Taster definiert.
Zusätzlich kann ein Attenuator in einen der beiden dafür vorgesehenen Loops (Unswitched/Switched) platziert werden. Wer seinen Plexi also in der Van-Halen-Einstellung betreiben möchte, kann auch dieses Szenario umsetzen. Schließlich lassen sich noch zwei Schaltsignale über einen TRS-Ausgang aktivieren, mit denen sich beispielsweise der Kanal und der Effekt-Loop der hauseigenen PS-100 steuern lassen.
Sind die Verbindungen einmal eingerichtet, können Verstärker und Boxen manuell am Gerät umgeschaltet werden. Die Impedanzzuweisungen, der Loop-Status und die Schaltfunktionen werden so lange intelligent mitgeführt, wie das Gerät eingeschaltet bleibt.
Setups lassen sich auch speichern und über MIDI abrufen. Als vereinfachte Variante gibt es ergänzend einen sogenannten Quick-Switch-Eingang. Dieser ermöglicht eine Umschaltung zwischen zwei favorisierten Einstellungen per Fußschalter – so sind schnelle A/B-Vergleiche möglich.
Das externe Netzteil versorgt die interne Elektronik mit Strom und liefert laut Fryette auch die nötige Phantomspannung für diverse MIDI-Controller. Selbstverständlich sind laufende Verstärker aber auch weiterhin geschützt, wenn das Netzteil ausfällt. Auf einen Ein- und Ausschalter hat der Hersteller verzichtet.
EXTRAS
Ergänzend bietet der ZMACS noch ein paar Extras: Stellt man Verstärker und Box auf die gleiche Impedanz, wird der Wandler technisch richtig überbrückt. Andernfalls ist der Wandler eingeschaltet und kann prinzipiell auch zu Fehlanpassungen führen – hier sollte man wissen, was man tut.
Bei Bedarf kann die Schaltung aber auch bei gleichen Impedanzen per Tastaturbefehl aktiviert werden. Laut Fryette kann das bei langen Kabelwegen von Vorteil sein, da sich diese durch das Verbinden mit dem ZMACS in der Länge „halbieren” lassen. Ebenfalls sinnvoll ist die automatische Kompensation von Impedanzanpassungen durch externe Abschwächer im Loop.
Schließlich lässt sich der ZMACS über eine Link-Buchse auch kaskadieren und mit anderen Umschaltern kombinieren. Vorhandene Geräte lassen sich also weiternutzen, erweitern und um einen Impedanzwandler ergänzen.
BEWERTUNG
Der ZMACS gehört zu den Geräten, die den Arbeitsalltag erleichtern und dabei klanglich vollkommen transparent blieben sollen. Genau das tut dieses Gerät, weshalb sich eine Klangbeschreibung nahezu erübrigt. Man schaltet sicher zwischen Verstärkern und Boxen um. Wenn man einen variablen Lastwiderstand im Loop hinzuschaltet, kann dieser durchaus Einfluss auf das Klangergebnis nehmen. Das ist allerdings nicht dem ZMACS anzulasten.
Sofern die Kapazität von je vier Verstärkern und Boxen ausreicht, empfinde ich den Funktionsumfang des ZMACS als absolut vorbildlich. Das gilt in gleichem Maße für die Bedienung und die Klangtransparenz. Der einzige Nachteil ist der erhöhte Verkabelungsaufwand, der Kosten verursacht und bei größeren Distanzen der Klangqualität nicht unbedingt zuträglich ist.
RESÜMEE
Bravo! Der ZMACS ist ungemein praktisch, hochwertig verarbeitet und funktional völlig durchdacht – ein perfekter Helfer für alle Musiker und Studiobetreiber, die mit mehreren Verstärkern und Boxen arbeiten. Natürlich empfiehlt sich der ZMACS auch für den Vorführraum im Fachhandel und die nächste Bühnen-Großproduktion.
Hier wurde wirklich an nahezu alles gedacht, sofern die Limitierung auf vier Verstärker und Boxen ausreicht. Dass ein solcher Spezialist nicht zum Sonderpreis zu haben ist, versteht sich von selbst. Mit einem Preis von 1.299 Euro ist der ZMACS definitiv kein Schnäppchen, aber auf Augenhöhe mit KHE, Ampete oder Kahayan. Die clevere Wandlung der Impedanzen ist dabei ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
Plus
● integrierter Impedanzwandler
● zwei Attenuator-Loops
● Betrieb von zwei Boxen möglich
● MIDI
● kaskadierbar
● Bedienung

(erschienen in Gitarre & Bass 12/2025)
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