Vintage & Made in Germany

Framus Nashville Super De Luxe

In der Reihe „Made In Germany“ haben wir schon mal ein Signature-Modell von Framus vorgestellt, die Jan Akkerman (siehe G&B 01/2004), die in technischer Hinsicht etliche Parallelen zu der in diesem Monat präsentierten Framus Nashville Super De Luxe, gebaut im Februar 1976 – die exakte Modellbezeichnung lautete 11250.

Framus Nashville Super De Luxe_010
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Natürlich ist die irgendwie dezent von Gretsch inspirierte Nashville kein Semiacoustic- bzw. Semisolid-Modell wie die Jan Akkerman, aber auch sie verfügt über zwei „Anti-Hum-Variosound“-Pickups (Humbucker, in Kunstharz vergossen) ohne sichtbare Schrauben oder Polepieces, einen Lautstärke- und einen Tonregler sowie einen massiven 6-fach-Wahl-Schalter. Letzterer ermöglicht eine Reihe verschiedener Sounds, alle brauchbar und interessant:

  1. Beide Humbucker hintereinander
  2. Hals-Humbucker
  3.  Hals-Singlecoil innen plus Steg-Singlecoil innen in Reihe
  4. Steg-Humbucker
  5. Hals-Singlecoil außen & Steg-Singlecoil innen out of phase
  6. Beide Humbucker in Reihe out of phase Der Grund-Sound der Gitarre ist sehr warm aber knackig, besonders im Cleanund dezenten Cruch-Betrieb bietet die Framus Nashville eine Menge brauchbarer Sounds.

 

Der ca. 40 mm dicke Korpus wiegt ca. 4,2 Kilogramm. Er ist auf der Decke mit fünffachem, am Boden mit dreifachem Binding eingefasst. Der ergonomische Übergang vom Hals zum Body, wie man ihn von der Akkerman kennt, ist hier nicht zu finden. Der Ahorn-Hals ist relativ flach, aber mit 43 mm am Nullbund bis ca. 60 mm am 22. Bund komfortabel angelegt. Ebenholz-Griffbrett, Medium-Bünde, Perlmutteinlagen – alles sehr edel. Das war eben die Framus-Oberklasse! Die geschlossenen Stimm-Mechaniken lassen sich durch in die Flügel eingelassene Schrauben in ihrer Gängigkeit justieren. Die hier zu sehende Sunburst-Lackierung und die goldene Hardware entsprechen der der meisten Akkerman-Modelle.

Anders ist die zweiteilige Saitenhalter/Steg-Kombination konzipiert; der Rollensteg ist 3D ausgelegt, d.h., man kann ihn in der Höhe, der Mensurlänge und dem Stringspacing (also dem Abstand der Saiten zueinander) einstellen. Die Nashville-Modelle Standard und Standard De Luxe waren in puncto Bindings, Lackierung etc. einfacher gehalten, die Super De Luxe unterschied sich auch von den Hölzern her: sie verfügt über eine geteilte Decke, geschnitzt aus alpinem Fichtenholz. Ein sehr hochwertiges Instrument, das zwischen 1975 und ’79 gebaut wurde und ca. DM 1650 kostete. Die Framus Nashville Super De Luxe wird momentan für ca. € 1000 gehandelt; sehr gut erhaltene Modelle mit Originalkoffer kosten mehr. Angebote & Anregungen zum Thema bitte schriftlich an die Redaktion oder per E-Mail an do.it@gitarrebass.de. Fragen zu alten Instrumenten (Baujahr, Herkunft, Wert) beantworten wir gerne. Bitte Fotos mitschicken!

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