Fender Goes Pedal 2.0

Fender Level Set Buffer, The Bends, Pugilist Distortion, Santa Ana Overdrive, Mirror Image Delay und Marine Layer Reverb

Fender Pedals
(Bild: Dieter Stork)

Als Fender sich vor einigen Jahren in die Pedalszene vorwagte, habe ich mich schon gefragt, warum der Gitarrenriese mit seinen- Geräten im Budget-Bereich bleibt. Mit der zweiten Serie, die jüngst auf der NAMM vorgestellt wurde, wird Fender nun mutiger. Die Pedale sehen schon ziemlich edel aus. Dabei bleibt der Preis maßvoll. Ein verlockendes Angebot?

Ausstattung Deluxe

Bereits durch das Aussehen der neuen Pedale demonstriert Fender seinen Anspruch, in der Oberliga mitspielen zu wollen. Die Gehäuse aus gebogenem Stahlblech und gebürstetem Aluminium sind höher und breiter als der übliche Hammond-Standard. Sie bieten viel Platz für Regler und Schalter. Optisch machen die farbig-eloxierten Gehäuseoberteile schon richtig was her. Ein optisches Highlight im wahrsten Sinne des Wortes ist die Beleuchtung der Potis. Damit weiß man noch auf der dunkelsten Bühne, was Sache ist. Schön, dass die ziemlich helle blaue LED-Beleuchtung auch abschaltbar ist. Das spart Strom und schont die Augen.

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Zur Aktivierung des Tarn-Modus versteckt sich ein kleiner Schiebeschalter an der hinteren Kopfseite. Je nach Pedal finden dort noch mehr Schalter für weitere Funktionen Platz. Auch die Haptik überzeugt voll und ganz. Genial ist der Zugang zum Batteriefach: Der vordere Teil des Gehäuses lässt sich gegen einen Magnetwiderstand einfach herausklappen. Wann es Zeit für einen Wechsel ist, zeigen die Pedale mit einer LED für den Batteriestatus an. Als normale Status-Anzeige dient eine chice Jewel- Leuchte. Die beleuchtbaren Potis laufen sahnig und die Buchsen und Schalter machen auch einen sehr soliden Eindruck. Man kommt nicht umhin, der neuen Pedalserie eine besondere Wertigkeit zu attestieren. Der gute Eindruck setzt sich im Inneren fort. Eine perfekt-saubere Verarbeitung mit SMD- und an klanglich relevanten Stellen auch konventionellen Bauteilen wecken das gute Gefühl, hier einen zuverlässigen Partner vor sich zu haben.

Level Set Buffer: Ein Hauch von Understatement

Den Begriff „Buffer“ definiert Fender ganz schön üppig: Drei Regler und ein Kippschalter gehen weit über das hinaus, was man im Allgemeinen bei einem Buffer an Ausstattung erwartet. Neben der Vorverstärkerschaltung, die das störanfällige und empfindliche hochohmige Gitarrensignal passiver Tonabnehmer in ein solides niederohmiges Linesignal umwandelt, bietet das Fender- Pedal nämlich noch eine Tuner-Out-Funktion und einen Muteschalter. Sehr praktisch: Der Level-Set-Buffer nimmt das Stimmgerät aus dem Signalweg und schaltet, z. B. beim Stimmvorgang, beim Gitarrenwechsel oder in Spielpausen, das gesamte Rig stumm.

Level Set Buffer
(Bild: Dieter Stork)

Ein Buffer soll ja grundsätzlich klangneutral arbeiten. Aber gegen eine zusätzliche klangliche Unterstützung ist natürlich nichts einzuwenden. Mit dem Hi-Freq-Regler kann der Level Set Buffer den Höhenanteil des Signals wahlweise anheben oder absenken. So greift der Buffer etwas muffigen Tonabnehmern unter die Arme oder zähmt zu grelle Exemplare. Pegelunterschiede z. B. verschiedener Gitarren können mit dem Level-Poti ausgeglichen werden, das die Lautstärke um bis zu 12 dB anhebt oder absenkt. In der Mittelposition erfolgt bei beiden Reglern keine Änderung. Der mit Load bezeichnete Kippschalter soll den Gitarrentonabnehmern die Kapazität eines Röhrenverstärkers vorgaukeln. Bei meinen Testgitarren konnte ich allerdings keinen Effekt des Schalters feststellen. Fender weist im Manual aber auch darauf hin, dass der Load-Effekt subtil ist und von den Tonabnehmern abhängt.

Überhaupt nicht subtil ist dagegen der Effekt des Buffers – und darauf kommt es ja an. Wer sich aber von der Klangqualität des Buffers überzeugen will, kann das nicht einfach durch Betätigen des Fußschalters machen. Denn der Schalter ist nicht für den Bypass, sondern für das Stummschalten des Signals (Mute) zuständig. Das funktioniert an dem oberen der beiden Ausgänge. Der untere ist für den Anschluss eines Stimmgerätes (Tuner) gedacht und liegt dauernd hinter der Buffer-Schaltung. Aber mit einer AB-Box merkt man schnell, dass der Level-Set-Buffer seinen Job tadellos macht. Das Signal wird angenehm aufgefrischt und bekommt bei Bedarf durch eine Höhenabsenkung etwas mehr Wärme oder durch eine Höhenzugabe etwas mehr Brillanz. Ein feines Pedal, das durch die Mute-/Tuner-Out-Funktion auch noch außerordentlich praxistauglich ist.

Preis (Street): ca. € 99

Plus

  • Ausstattung
  • Praxistauglichkeit
  • Klangqualität

The Bends: Dezenter Dynamik“bendiger“

Während man bei seinen Kollegen an den Namen direkt erkennen kann, welchen Effekt sie vertreten, verrät „The Bends“ erst mal nicht, dass er ein Kompressor ist. Kompressoren gehören zu den Effekten, die die Dynamik beeinflussen. Vereinfacht gesagt machen sie laute Töne leiser und leise Töne lauter. Im Ergebnis wirkt der Gesamtsound dann lauter und fetter und setzt sich besser durch. Bei Cleansounds greifen Kompressoren den Musikern unter die Arme, um unangenehme Dynamikspitzen z. B. beim Picking oder Slappen zu vermeiden und den Klang gleichmäßiger wirken zu lassen. Bei verzerrten Sounds unterstützen Kompressoren das Sustain auch bei niedrigem Gain. Im Studiobereich sind üppig ausgestattete Kompressoren notwendiger Standard. Für Gitarristen oder Bassisten genügen meist einfach ausgestattete Exemplare. Fender geht hier einen guten Mittelweg: Neben den Standard-Reglern für den Kompressionsgrad (Drive) und Endlautstärke (Level) spendiert Fender seinem Kompressor noch eine Regelung für die Dauer der Kompression (Recovery) sowie einen Blend-Regler, der das Effektsignal mit dem Originalsignal stufenlos mischt. Mit den beiden zusätzlichen Reglern hat man das komprimierte Signal eigentlich prima im Griff.

The Bends
(Bild: Dieter Stork)

Das Blend-Poti hilft dabei, dass der Anschlag bei Bedarf nicht verloren geht und das Recovery-Poti bestimmt, ob der Ton eher natürlich ausklingt oder etwas „knackiger“ wird. Ein weiteres Hilfsmittel zur Soundkontrolle ist die Status-LED, die bei aktiviertem Effekt weiß leuchtet und durch Rotfärbung kenntlich macht, dass der Kompressor eine Lautstärkenreduktion vornimmt. Diese optische Unterstützung ist wirklich klasse! Klanglich gehört der Bends zu den zarten Gemütern, denen jede Klangverbiegung schwer fällt, wobei ich mir manchmal ein handfesteres Eingreifen für einen deutlicheren Kompressoreffekt gewünscht hätte. So richtig knackig, funky und rotzig wie z. B. bei einem Dynacomp, wird es bei dem Bends nicht. Die feine Soundverbesserung des Fender- Kompressors bleibt vorwiegend unauffällig und dezent.

Preis: ca. € 110

Plus

  • Ausstattung
  • Praxistauglichkeit
  • Klangqualität

Pugilist Distortion: Doppeltes Lottchen

Der Pugilist (dt. Faustkämpfer) ist zumindest auf den ersten Blick ein etwas ungewöhnliches Pedal. Der Verzerrer besteht aus zwei verschieden Distortion-Einheiten, die jeweils in ihrem Zerrgrad (Gain) und ihrem Höhenanteil (Tone) separat geregelt werden können, sich aber eine gemeinsame Lautstärkeregelung (Level) teilen. Der Clou des Pedals ist das Blend-Poti, mit dem von Kanal A auf Kanal B stufenlos gewechselt werden kann. Der linke Mini- Schalter erlaubt auch eine Kaskadierung der beiden Kanäle, dann ist der Blend-Regler natürlich arbeitslos.

Pugilist Distortion
(Bild: Dieter Stork)

Ein weiterer Minischalter aktiviert einen Bassboost, um das Pedal auf einen bereits angezerrten Verstärker mit geringerem Bassanteil und einen cleanen Verstärker mit höherem Bassanteil anzupassen. Der Bassboost wirkt aber eher in homöopathischen Dosen. Das dürfte gerne mehr sein! Umso überzeugender agieren die beiden Distortion- Einheiten. Kanal A ist weniger stark verzerrt und beginnt bei Linksanschlag mit einem fast cleanen, leicht „schmutzigen“ Sound. Der Zerranteil steigert sich beim Aufdrehen des Potis kontinuierlich zu einer kräftigen rauen Distortion, die aber einzelne Töne von Akkorden noch ausreichend transparent abbildet. Auch Kanal B beginnt mit einem schmutzigen Cleansound, langt dann aber zunehmend kräftiger zu und liefert einen dichteren und fetteren Distortion-Sound als Kanal A. Die klangliche Vielfalt des Pugilists ist angesichts der Blend- und Kaskadiermöglichkeiten enorm. Gerade die Blendmöglichkeit ist interessant, wenn man Kanal A mit weniger Gain fährt, so dass der Klang transparent bleibt und Sustain und Sättigung mit Kanal B dazugibt. Im Großen und Ganzen bleibt der Pugilist aber im klassischen Distortion-Revier.

Das Thema Verzerrung wird eher in Richtung Boss DS-1 oder ProCo Rat interpretiert. Moderne bassstarke Hi-Gain-Sounds oder auch die mittenlose Metal-Säge sind nicht im Repertoire. Für Soundtüftler im Studio dürfte der Pugilist genau richtig sein. Ob das Konzept die Möglichkeiten des Pedals aber voll ausschöpft, sei mal dahingestellt. Letztendlich hat man bei all den Möglichkeiten doch nur einen Sound zur Verfügung. Insbesondere für den Live-Einsatz hätte ich mir beim Pugilist einen zweiten Fußschalter gewünscht, der die klangliche Variabilität auch abrufbar macht.

Preis: ca. € 99

Plus

  • Ausstattung
  • Klangqualität
  • Klangvielfalt

Minus

  • kaum bemerkbarer Bass-Boost

Santa Ana Overdrive: Full House mit Assen

Den Wunsch nach einem zweiten Fußschalter hat Fender beim Santa Ana Overdrive erfüllt. Neben dem Bypass-Schalter, der mit einem Minischalter am Kopfende wahlweise auf True-Bypass oder Buffered-Bypass gestellt werden kann, gibt es bei dem Overdrive noch einen fußschaltbaren Booster. Und auch sonst bietet der Verzerrer so ziemlich alles, was man sich von einer potenten Gitarrenvorstufe wünschen kann: Eine vollständige Dreibandklangregelung mit zusätzlichem Presence-Poti, einen Voice- Schalter für zwei unterschiedliche Soundcharakteristika und einen Booster, den man wahlweise vor- oder hinter die Verzerrerschaltung legen kann.

Santa Ana Overdrive
(Bild: Dieter Stork)

Da der Gain-Umfang des Santa Ana ziemlich weit – bis an den Hi-Gain-Bereich – reicht, ist der Fender- Overdrive ein Rundum-Sorglos-Paket für Zerrsounds. Aber nicht nur das Konzept überzeugt, auch der Klang begeistert. Der Voice-Schalter bietet mit Sound A (A für American Voicing) einen sehr brillanten Grundklang. In der B-Stellung (B für British Voicing) klingt das Pedal deutlich weicher und wärmer. Finetunings der beiden Voicings können mit der Klangregelung problemlos vorgenommen werden. Da die Treble-, Middle- und Bass-Potis wie bei Röhrenverstärkern miteinander interagieren, nimmt die Effektivität der Klangregelung mit höherem Gain zu. Aber der Drive-Regler darf eh gerne voll aufgedreht bleiben, denn das Pedal arbeitet hervorragend mit dem Volume-Regler der Gitarre zusammen. Von fast Clean über Crunch bis Hi-Gain lässt sich der Santa Ana gerne mit Anschlag und Gitarren-Poti fernsteuern. Für noch mehr Creme im Solosound kann man dann den Booster vorschalten.

Der Grundklang des Pedals hat mich richtiggehend begeistert. Der recht straffe und ziemlich amp-like klingende Overdrive katapultiert sich aus dem Stand in meine persönliche Verzerrer- Top-Ten, weil er nicht nur vor verschiedenen Verstärkertypen, sondern auch als Soundgenerator vor meiner Lautsprechersimulation eine hervorragende Figur macht. Der Santa Ana schmeichelt dem Gitarrenton durch eine dichte und tragfähige Verzerrung und verzeiht damit auch kleinere Unsauberkeiten – ein echter Kumpel bei dem man sich wohlfühlt. Der einzige Wermutstropfen an dem Santa Ana ist, dass der Booster nicht regelbar ist. Das ist bei dem Vorschalten des Boosters zwar unproblematisch aber beim nachgeschalteten Boost ist mir der Lautstärkesprung zu groß.

Preis: ca. €180

Plus

  • Ausstattung
  • Praxistauglichkeit
  • Klangqualität
  • Klangvielfalt

Minus

  • Booster nicht regelbar

Mirror Image Delay: Drei Echos auf einmal

Auch das Delay aus der neuen Fender-Pedal-Serie nutzt sein großes Gehäuse für eine umfangreiche Ausstattung. Das Digital- Delay bietet drei unterschiedliche Delay-Typen, die jeweils in zwei Variationen abgerufen werden können. Dazu dienen die beiden äußeren Kippschalter. Über den mittleren Schalter (Dotted 1/8 Switch) kann man ein rhythmisches Echo einstellen. Darüber hinaus bietet das Mirror Image Delay auch noch eine Modulationseinheit (Depth und Rate), die je nach Einstellung Chorus-, Flanger- oder Pitch-Shifting-Effekte auf die Echos wirken lässt. Auch das trägt dazu bei, die Lebendigkeit der Echo- Effekte zu erhöhen und dem nicht immer begründeten Vorwurf, digitale Delays seien steril, entgegenzuwirken.

Mirror Image Delay
(Bild: Dieter Stork)

Mit den Reglern Feedback (Anzahl der Wiederholungen), Time (Geschwindigkeit der Wiederholungen) und Level (Lautstärke der Wiederholungen) werden die üblichen Delay-Funktionen bereitgestellt. Die drei Delay-Typen orientieren sich an den klassischen Vorbildern und nehmen uns mit auf die Zeitreise durch die Entwicklung des Delay-Effektes. Vom Bandecho (Tape) der 60er-Jahre zum Analog- Delay (Analog) mit Eimerkettenspeicher-ICs der 70/80er- Jahre bis zu den aktuellen Digital-Delays (Digital). In der Digital- Version-1-Einstellung bekommt man ein klares und ungefiltertes 1:1-Echo. Die Klangqualität der Echos ist wie zu erwarten einwandfrei: sauber, klar und präzise. Die maximale Delay-Länge ist mit 0,9 Sekunden zwar nicht unbedingt üppig, dürfte aber für die meisten Anwendungen ausreichen. Auch mit voll aufgedrehtem Feedback-Regler sind keine Endlosschleifen oder eine Selbstoszillation möglich. Die Variation 2 des Digital-Typs bietet eine Art Doppler-Effekt, der mit extrem kurzen zufälligen Echos eine zweite Gitarre oder mithilfe des Dotted 1/8 Switch sogar eine dritte Gitarre simulieren soll. Den 2-Gitarren-Effekt kann ich aber nicht nachvollziehen. Für mich klingt das eher nach dosigem Hall. Besser gefallen mir da die beiden Analog-Varianten, die in unterschiedlicher Intensität den beliebten Lo-Fi-Sound alter Analog-Delays simulieren.

Mit jeder Wiederholung nehmen die Verzerrungen zu und die Höhen der Echos ab. Das klingt ziemlich authentisch. Auch die beiden Tape-Varianten mutieren das Mirror-Image-Delay überzeugend in alte Bandechogeräte. Mit der Kill-Dry-Funktion, also dem Abschalten des Originalsignals, lassen sich nette Soundeffekte erzeugen. Mehr als ein Gimmick ist die Funktion allerdings, wenn man das Delay in einem parallelen Effektweg betreiben will. Mit diesen Funktionen hebt sich das Fender-Delay ein Stück weit von den vielen Mitbewerbern mit ähnlichem Funktionsumfang ab. Vermisst habe ich allerdings eine Tap-Tempo-Funktion. Das bietet die Konkurrenz in der Regel – wenn schon nicht mit einem zweiten Fußtaster, dann doch zumindest mit der Möglichkeit einen optionalen Taster anzuschließen.

Preis: ca. € 125

Plus

  • Ausstattung
  • Klangqualität
  • Klangvielfalt

Minus

  • keine Tap-Tempo-Funktion

Marine Layer Reverb: Triple-Reverb

Das Marine Layer Reverb ist ähnlich konzipiert wie das Delay. Auch hier sind drei unterschiedliche Hall-Typen in je zwei Varianten abrufbar. Die beiden „großen“ Hallräume (Hall) unterscheiden sich insbesondere im Höhengehalt. Variation 1 ist etwas unauffälliger, Variation 2 ist brillianter, klingt länger aus und wirkt dadurch noch mächtiger. Die kleineren Halltypen (Room) reichen von Zimmer- bis Saalgröße und unterscheiden sich eher geringfügig. Variation 1 ist etwas brillanter und klingt geradlinig aus, während Variation 2 im Abgang leicht „flattert“. Besonders interessant sind die beiden mit „Special“ bezeichneten Typen.

Marine Layer Reverb
(Bild: Dieter Stork)

Anders als im Manual beschrieben, produziert beim Testpedal die Variante 2 den „Shimmer“-Effekt, bei dem hinter dem Hall noch ein Pitch-Shifter und ein Delay gelegt werden, deren Resultat dann wieder in den Hall eingespeist wird. Ein großartiger Effekt, der ausklingende Töne nochmals aufblühen lässt und mit einem hohen, brillanten, leicht metallischen Schweben versieht. In der Variation 1 wird der Hall moduliert und zu einer breiten Hallwolke verdichtet. Die beiden Specials sind sicher nicht als Standard- Hall geeignet, aber zur Untermalung langgezogener, sphärischer Klänge sind sie perfekt.

Alle Variationen können mit den Potis und dem Filter- Switch umfangreich verändert werden. Mit dem Pre- Delay-Poti wird die Verzögerung bestimmt, bevor der Hall einsetzt. Je größer der Abstand zwischen Signal und Effekt, desto klarer wirkt der Hall. Ein hohes Pre-Delay lässt den Shimmer-Effect besonders wirksam werden. Reverb Time regelt die Länge des Halls – man könnte auch sagen die Größe des Hallraums. Level bestimmt, wie hoch der Anteil des Halls im Verhältnis zum Originalsignal ist. Das Damping-Poti regelt den Höhenanteil des ausklingenden Halls. Bei zugedrehtem Poti wird der Hall beim Ausklingen dunkler. Mit dem Filter Switch werden Höhenanteile im Hall reduziert, sodass der Effekt v. a. bei hohen Settings etwas wärmer und weniger aufdringlich klingt. Damping und Filter wirken auf verschiedene Frequenzbereiche, sodass eine feine Klangabstimmung möglich ist. Wie das Delay- ist auch das Reverb-Pedal mit dem Dry-Kill-Schalter ausgestattet. Und damit der Effekt nach Betätigen des Bypass nicht unschön abgeschnitten wird, sondern ausklingen kann (Spill Over), hat man bei beiden auf einen echten True Bypass verzichtet. Insgesamt macht das Marine-Layer einen guten Eindruck – nicht zuletzt, weil es trotz der vielen Möglichkeiten intuitiv und einfach zu bedienen ist.

Preis: ca. € 118

Plus

  • Ausstattung
  • Klangqualität
  • Klangvielfalt

Resümee

Die neue Fender-Serie packt das Thema Effektgeräte sehr ernsthaft an: Tolle Optik und ein einwandfreier Klang sind schon mal eine gute Basis, um sich auf dem engen Markt zu etablieren. Auch hinsichtlich der Funktion und Ausstattung ist Fender auf dem richtigen Weg. Der wird aber noch nicht immer konsequent zu Ende gegangen. Auf der Wunschliste stehen daher beim richtig toll klingenden Santa Ana Overdrive eine Lautstärkeregelung für den Booster und bei dem soliden Mirror-Image-Delay eine Tap-Tempo-Steuerung. Auch für das interessante Pugilist-Distortion-Konzept könnte man sich eine Fußschaltung der beiden Kanäle vorstellen. Der Kompressor dürfte durch seine vorsichtige und klangschonende Arbeitsweise Gefallen finden, der Reverb durch seine einfach zu bedienende Klangvielfalt und die Buffer/Tuner- Out/Mute-Switch-Kombination ist vom Konzept her sehr interessant. Berücksichtigt man den Preis der neuen Fender-Pedale, relativiert sich aber auch der Wunschzettel für die drei anderen Pedale wieder. Denn angesichts des Gebotenen ist der aufgerufene Preis doch recht maßvoll.

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(Aus Gitarre & Bass 05/2018)

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