Gain ohne Ende

Auf den Boden gebracht: Peavey Decade & Bandit Supreme Preamps im Test

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BANDIT SUPREME

Der Bandit 112 war und ist eine der vielen Erfolgsgeschichten aus dem Hause Peavey. Die aktuelle Version geht als Zweikanaler mit 100 Watt für 600 € über den Tresen (oder das Förderband). Die Pedalvariante bezieht sich, wie erwähnt, auf die Ausführung von vor rund 35 Jahren und bietet einige Feinheiten in Sachen Tonformung: Neben den Reglern „Supersat“ (Zerranteil) und „Post“ (Lautstärke) greifen die drei aktiven EQ-Regler „Bottom“ (Bässe), „Body“ (Mitten) und „Edge“ (Höhen) mit je +/- 15 dB auf Wunsch massiv ins Klangbild ein. Ergänzend gibt es einen Mini-Switch für einen Gain-Boost sowie einen weiteren namens „Shift“, der das Einsatzgebiet des Body-Reglers in einen höheren Frequenzbereich verschiebt. Beide sind durch ihre Ausführung offensichtlich eher als Soundformer denn als Umschaltoption vorgesehen.

(Bild: Dieter Stork)

Wie schon das Decade liefert auch das Bandit Supreme im Standardbetrieb ohne Gain-Boost reichlich Drive. Dreht man den entsprechenden Regler weit zurück, erklingt es unverzerrt eher kühl als warm mit schnellem Attack und ohne Kompression. Die meisten Anwender dürften jedoch vor allem die breite Zerr-Palette ausreizen: Ob eher dezent klassisch bei gesetzteren Einstellungen oder scooped mit zurückgeregelten Mitten und jeder Menge Optionen dazwischen – das Pedal bietet zahlreiche Möglichkeiten. Mit den aktiven EQ-Bändern, Gain bis zum Abwinken und dem Mid-Shift-Feature als Zusatzoption lassen sich eine Vielzahl an Sounds realisieren. Aber auch hier gilt: langsam anfangen, denn auch dieses Pedal kann ziemlich heftig austeilen. Ab etwa der Mittelstellung geht es ordentlich zur Sache. Metal-Fans dürfte das gefallen. Insgesamt bietet das Bandit Supreme im direkten Vergleich mit dem Decade deutlich mehr Möglichkeiten.

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RESÜMEE

Vom Combo zum Pedal: Mit dem Decade und dem Bandit Supreme hat Peavey zwei Bodentreter im Programm, die sicher ihre Freunde finden werden. Ersteres dürfte mit seiner rauen bis fuzzigen Soundcharakteristik eher Fans außergewöhnlicher Klänge ansprechen, Letzteres mit seinem blauen Band eine Zielgruppe, die sich für eine breite Palette von Drive-Sounds mit umfangreichen Feintuning-Optionen begeistern kann. Beide haben, jedes auf seine Art, Gain ohne Ende. Ob man die Pedale als Drive-Einheit vor dem Verstärker, als Soundzentrale im Effektloop oder mit einer Endstufe einsetzt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ausprobieren sollte man jedoch unbedingt beide Varianten. ●

Plus

● Konzept
● Flexible Sound-Formung (Bandit Supreme)
● Charaktervoller Ton (Decade)

Minus

● Nicht gerade billig
● „Saturation“-LED leuchtet nur in Kombi mit „Bypass“


(erschienen in Gitarre & Bass 01/2026)

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