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TopGearCheck! mit Torsten Goods

(Bild: Höfner)

Wer als Musiker bereits im jungen Alter von 20 Jahren nach New York geht, um dort ein Stipendium an der renommierten New School University anzutreten, muss klare künstlerische Visionen vor Augen haben. Eineinhalb Jahre lang tummelte sich der 1980 in Düsseldorf geborene Jazzgitarrist Torsten Goods (bürgerlicher Name: Torsten Gutknecht), Sohn einer irischen Mutter und eines deutschen Vaters, im „Big Apple“ und arbeitete dort unter anderem mit Seleno Clarke, Barbara Tucker und Reverend Run (Run DMC).

In New York traf er auch sein großes Vorbild George Benson und wurde nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 2000 Mitglied des von Peter Herbolzheimer geleiteten BundesJugendJazzOrchesters. Von dort war es zu seinem ersten Album ‚Manhattan Walls‘ nicht weit. Schon während der Schulzeit und als gerade mal 17-Jähriger hatte Goods in New York an Workshops von Jim Hall und John Scofield teilgenommen und in Straßburg Unterricht beim Gypsy-Guitar-Virtuosen Bireli Lagrene genommen.

2004 folgte sein zweites Album ‚Steppin‘, das für den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ nominiert wurde und Goods im Ausland das Lob als „emerging new force in the Jazz scene“ bescherte. 2005 wurde er von Wayne Shorter und Herbie Hancock als einziger Europäer in Washington in die Finalrunde der ‚Thelonious Monk Jazz Guitar Competition‘ gewählt. Seitdem sieht man ihn in ganz Europa, Asien und den USA auf Konzertreisen. Mit seinem Album ‚Irish Heart‘, auf dem er seine irischen Wurzeln musikalisch verarbeitet, machte Goods auch als Sänger international auf sich aufmerksam.

Exklusiv für GITARRE & BASS stellt Torsten Goods im Rahmen unserer Serie ‚Top Gear Check‘ sein derzeit bevorzugtes Equipment vor.

Alphonse J. Keller Guitars Torsten Goods Signature Model

Alphonse J. Keller Guitars Torsten Goods Signature Model (Bild: Torsten Goods)

Meine Signature-Gitarre stammt von Alphonse J. Keller, einem kleinen Gitarrenbauer aus meiner Heimatstadt Erlangen in Franken. Ich besitze sie seit 19 Jahren. Alphonse sprach mich 2004 an, wir entwickelten das Modell gemeinsam auf dem Papier, bis er es im Sommer 2005 schließlich angefertigt hat. Die Gitarre ist seitdem komplett mit mir verwachsen und um die ganze Welt gereist. Sie war immer dabei, auf allen Tourneen, die ich mit meinem Jazz-Gitarrenspiel bestritten habe, von China über Amerika bis Russland.

Es handelt sich um ein 17-Zoll-Jumbo-Modell, bei dem ich vor dem Bau spezifische Wünsche anmelden durfte: Ich wollte diese speziell geformten „Haifisch-Zahn“-F-Löcher und unbedingt ein türkisfarbiges Finish, zwei für mich wichtige Kriterien, da sie für mich das Alleinstellungsmerkmal unter Archtop-Gitarren sind. Nicht zu vergessen die besondere Größe der Gitarre, die perfekt zu meinen 1,95 Metern Körpermaß passt.

Zudem ist der Cutaway relativ tief ausgeschnitten, die Bünde reichen bis hoch zum Cis, während die meisten Archtop-Modelle bei H enden. Die Gitarre klingt auch rein akustisch gespielt sehr gut und laut, funktioniert also akustisch wie elektrisch, was ich sehr cool finde, wenn ich damit zuhause auf dem Sofa spiele. Deshalb ist diese Gitarre seit 20 Jahren die „weapon of my choice“, ich bin vollständig mit ihr verwachsen und hatte sie bei fast allen Shows und Albumaufnahmen der Jahre 2005 bis 2024 dabei.

Höfner Chancellor

Höfner Chancellor (Bild: Torsten Goods)

Die Höfner ist meine zweite Lieblingsgitarre. Die Firma hat ihren Sitz bekanntlich auch in Erlangen, daher gibt es hier ebenfalls einen starken heimatlichen, regionalen Bezug zum Hersteller und zu dieser speziellen Gitarre. Es ist eine Chancellor, die Höfner mir 2008 mit türkisener Farbe gebaut hat. In dieses Instrument habe ich mich erst vor kurzem neu verliebt und spiele es seitdem wieder vermehrt.

Was ich an der Gitarre so schätze: Sie ist etwas kleiner, also nicht so wuchtig, hat einen Humbucker anstatt eines Floating-Pickups wie die Keller und ist dadurch weniger von Feedbacks gefährdet. Das bedeutet: Man kann sie öfter elektrisch und auch mit lauteren Bands spielen. Zudem hat sie ebenfalls wunderschöne F-Hole-Plugs, die das Feedback noch weiter verringern. Diese Gitarre werde ich im September 2024 beim Guitar Summit spielen.

Dunlop Nylon Max Grip Jazz III

Ich liebe dieses Plektrum! Auf Grund des Scheinwerferlichts schwitze ich auf der Bühne oft beim Spielen, aber durch den Max-Grip rutscht mir das Plektrum definitiv seltener aus den Fingern als andere Pleks. Außerdem mag ich gerne dicke Picks, mit viel „Fleisch“, um einen fetten Ton zu kreieren.

Das kleine Format finde ich ebenfalls praktisch, da es besser in der Hand liegt und ich das Gefühl habe, dadurch schneller spielen zu können. Ich habe viele Marken und Modelle ausprobiert, die Dunlop Nylon Max Grip Jazz III fühlen sich für mich einfach am besten an. Nur wenn ich bei Sarah Connor Akustikgitarre und ein typisches Strumming-Pattern spiele, bevorzuge ich dünnere, sehr weiche Plektren.

 

Pyramid Superior Quality Fusion Flats Torsten Goods Signature Gauges

Auch hier geht es um das Thema regionale Verbundenheit zum fränkischen Erlangen. Ähnliche wie zu Höfner-Gitarren und zu Alphonse Keller habe ich ein freundschaftliches Verhältnis zu Max Junger, dem Chef von Pyramid Strings. Seine Firma hat mir meine Traumkombination von Flatwound-Strings zusammengestellt: Oben 13 und 17er, der Rest kommt vom 12er Satz, also: 22, 32, 42, 52. Ich habe mir jahrelang eigene D‘Addarrio-Sätze zusammengestellt, bis mir Max meine eigene Signature-Serie angeboten hat, mit der ich super happy bin. Auch bei Sarah Connor spiele ich auf den Akustikgitarren ausschließlich Pyramid Steel-String-Saiten.

 

Boss Digital Delay DD-3T & Korg Pitchblack Chromatic Tuner

Was Pedale allgemein betrifft bin ich als Jazzgitarrist und hinsichtlich meines eigenen Sounds auf den Alben leicht zufriedenzustellen. Ich bin der Meinung, dass bei dieser Art Musik der Ton aus den Fingern, der Gitarre und einem klassischen Setup ohne viele Effekte kommt. Deshalb genügt mir ein Stimmgerät, um auf der Bühne zwischen oder auch während des Songs durchstimmen zu können. Diesbezüglich verlasse ich mich auf mein Korg Pitchblack.

Darüber hinaus spiele ich seit kurzem ein Boss Digital Delay DD-3T. Früher bin ich einfach straight in den Amp gegangen und habe dessen Reverb genutzt. Das mache ich nach wie vor, aber bei einigen Songs in meiner Show verwende ich auch das Delay. Dadurch entsteht speziell bei einer Solo-Jazzgitarre ein schöner Klang, der mir zusätzlich Sicherheit beim Spielen gibt.

 

Polytone Taurus IV

Polytone Taurus IV (Bild: Torsten Goods)

Dieser Amp ist absolut Kult! George Benson hat ihn über viele Jahre live gespielt. Angeblich soll der Polytone Taurus IV auch auf seinem wichtigsten Album ‚Breezin‘ zum Einsatz gekommen sein. Ich habe den Amp eine Zeitlang auf meinen Tourneen gespielt, zum Beispiel auf der 2013er ‚Love Comes To Town‘- und der 2015er ‚Thank You Baby‘-Tour. Polytone Amps sind also absolut legendär, ich spiele sie schon seit dem Jahr 2000. Damals lebte ich in New York und habe mir dort einen Taurus IV gekauft, der mich seither permanent begleitet hat. Mittlerweile bin ich allerdings wieder mehr in Richtung eines Fender-Combos zurückgekehrt.

Fender 68 Custom Twin Reverb Silverface

Fender 68 Custom Twin Reverb Silverface (Bild: Torsten Goods)

Dieser Klassiker begleitet mich schon seit 15 Jahren, gemeinsam haben wir viele Schlachten geschlagen, sowohl auf fast allen Sarah-Connor- als auch auf meinen eigenen Tourneen. Tatsächlich spiele ich Fender Twins nicht nur wegen des klassischen 60er Röhrensounds á la Benson, Kenny Burrell, Wes Montgomery oder Grant Green, sondern auch, da man sie überall auf der Welt bekommt. Als Jazzkünstler spielt man die Mehrzahl der Shows über Rental-Backline. Das bedeutet: Wir reisen mit unseren Instrumenten per Flugzeug, Zug oder PKW an, und die komplette Backline vor Ort wird vom Veranstalter gestellt. Fender Twins konnten die Veranstalter sogar in China oder Russland besorgen, dieser Amp ist einfach eine Bank.

(Story: Matthias Mineur)

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