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TopGearCheck! mit El Amir

Der Freiburger Gitarrist El Amir, bürgerlicher Name Amir John Haddad, stammt aus einer palästinensisch-kolumbianisch-deutschen Familie. Bereits als Kind begann er, Flamencogitarre und arabische Laute zu spielen. Mittlerweile beherrscht der 48-Jährige zahlreiche weitere Instrumente wie griechische Bouzouki, türkische Saz, E-Gitarre, Banjo, E-Bass oder Mandola. Einem breiteren Publikum wurde er durch seine Zusammenarbeit mit Hollywood-Komponist Hans Zimmer bekannt, für den er Filmmusiken (u. a. ‚James Bond 007: No Time To Die‘) einspielte.

Zudem hat er mit vielen renommierten Künstlern wie Stanley Clarke, Marcus Miller, Radio Tarifa, Chambao, Carles Benavent, Jorge Pardo oder Maria Dolores Pradera gearbeitet und zahlreiche Tourneen durch Europa, USA, Kanada, Südamerika, Nord- und Südafrika, Mittlerer Orient bis nach Indien, Japan und Indonesien absolviert. Wir haben den vielseitigen Musiker auf dem Guitar Summit in Mannheim getroffen und ihn bei dieser Gelegenheit gleich um ein paar wertvolle Tipps für unsere Serie ‚TopGearCheck‘ gebeten. Hier seine in der Tat sehr fachmännischen Empfehlungen:

„Hallo liebe Gitarrenfreunde, ich werde hier einige meiner eigenen Erfahrungen und Tipps bezüglich Gear & Equipment mit euch teilen. Möglicherweise kennt ihr mich unter anderem von den ‚World Of Hans Zimmer‘-Tourneen zwischen 2018 und 2022. Im Laufe der Jahre habe ich natürlich sehr viele verschiedene Instrumente, Pedale und eine Menge Zubehör für E-Gitarren ausprobiert, live benutzt und auch als Endorsement-Artist von unterschiedlichen Marken zugeschickt bekommen.

GITARREN

In der zurückliegenden Zeit habe ich ganz verschiedene Gitarrenmarken gespielt, bin zurzeit aber wieder in Richtung 1980er-Jahre gegangen und spiele nun eine Kramer Baretta, nämlich das The-84- Modell, aber auch die Baretta Special.

DISTORTION-PEDALE

Ich liebe das Boss DS-1, ein Klassiker unter den Klassikern, den ich schon seit Jahrzehnten auf meinem Pedalboard habe. Das DS-1 kommt vor allem dann sehr gut, wenn man es zum Crunch-Kanal des Amps hinzumischt. Aber aufpassen: Tone immer etwas weniger, also die Höhen etwas wegdrehen! Drive dagegen nach Belieben.

Ein weiteres spannendes Pedal ist das Maestro Invader Distortion. Seine Vorzüge: sehr dynamischer, fetter und runder, aber niemals schriller Sound. Mit viel Drive-Range und auch Tone-EQ sowie einem Gate-On/Off-Schalter, sehr cool und absolut rauscharm.

Ebenso ein Klassiker ist das Tech 21 GT 2, eine Art Amp-Modelling-Pedal der alten Generation. Hunderte von Hardrock- und Heavy-Metal-Songs wurden damit aufgenommen. Es hat verstellbare Mic-Positionen, verschiedene Amp-Modellings und Amp-Sounds, von British über California bis Tweed, von Metallica bis Van Halen ist alles dabei.

EFFEKT-PEDALE

Das Morley Wah-Wah ist ein Muss! Ich besitze mein Wah seit 1995, das Ding rockt bis heute. Auch das Bad Horsie Steve Vai Signature ist klasse. Gleiches gilt für die Miniversionen der Morley-Wahs, zudem passen sie perfekt auf jedes kleinere Pedalboard.

Der Boss Super Chorus CH-1 ist mein „Go-To-Pedal“ und für mich eins der wichtigsten Geräte. Übrigens nicht nur wegen des Chorus, sondern auch wegen der Möglichkeit, es als Channel-Splitter zu benutzen. Es hat A&B-Outputs, die ich separat an zwei verschiedene Amps anschließe. Dadurch wird der Klang stereo, verbreitert den Sound der Gitarre, und alles bekommt eine gewisse Größe.

Die Boss-Delays DD-3 bis DD-8 sind meine Lieblinge. Ich benutze immer zwei, da ich ausnahmslos Stereo spiele und jede Signalkette ein individuelles Delay-Signal bekommt. Ich mag den Sound digitaler Delays, ihre Klarheit, und dass sich der EQ des Haupttons kaum verändert.

Auch der Boss GE-7 Equalizer ist ein sehr robustes und stabiles Pedal. Mit dem 7-Band-EQ kann man den Sound perfekt an jeden Raum oder Saal anpassen. Für mich sind EQ-Pedale wichtig, um den existierenden Sound von Gitarre und Amp zu verfeinern. Zudem kann man sie durch die Gain/Volume-Funktion auch als Booster benutzen. Bekanntlich reichen mitunter etwas mehr Mitten, anstatt die Lautstärke zu erhöhen. Im Hauptmix einer Band setzen sich Mitten immer besser durch als lediglich mehr Volume mit der gleichen EQ-Einstellung. Kleine Tricks, die den Unterschied ausmachen.

Ich finde auch das Eventide Rose Delay total interessant, da man verschiedene Filter, verschiedene Klangkonturen wie Delays, Vibrato- oder Tremolo-artige Sounds zur Auswahl hat. Je nachdem, wie man es einstellt, kann man völlig verschiedene Klänge kreieren. Es ist also etwas mehr als nur ein Delay-Pedal. Last but not least: Das Ernie Ball Volume Pedal JR ist solide und sehr stabil gebaut. Auch der progressive Klang des Volume-Reglers ist fantastisch und sorgt dafür, dass Delays und andere Effekte perfekt ergänzt werden.

PICKUPS & ACCESSOIRES

Seit Jahren fasziniert mich der ausgeglichene Sound der Seymour-Duncan-Humbucker Full Shred und JB. Egal welcher Stil, beide haben es faustdick hinter den Ohren. Ich mag die Wärme und die Stärke dieser beiden Tonabnehmer, den Punch und ihre unfassbar große Dynamik. Ich spiele meine Kramer-Gitarren mit nur einem Humbucker, deshalb brauche ich Pickups, die viel Range und Dynamik haben, wenn man den Volume-Poti etwas runterdreht. Alles andere mache ich mit den Fingern. Natürlich liebe ich auch Gitarren mit Neck-Pickups, doch momentan bin ich auf diesem „One Good Humbucker“-Trip. Alle meine Kramer Baretta Specials haben diese Seymour-Duncan-Pickups. Kommt geil!

Nichts geht über solide Locking-Tuner wie etwa die Schaller M6 135, vor allem dann, wenn man Floating-Vibrato-Systeme ohne Locking-Nut benutzt. Die Stimmstabilität ist einwandfrei, sie passen immer perfekt und sind aus hochwertigem Material gefertigt. Ich habe sie auf allen meinen Kramer Baretta Specials drauf.

Das Vega Trem VT1 ist eines der neuesten und vermutlich innovativsten Vibratos auf dem Markt. Ich benutzte es seit einigen Jahren auf allen meinen Kramer Baretta Specials, das Ding läuft wie Sahne. Man kann es ohne jegliche Modifizierung an der Gitarre selbst einbauen. Man sollte nur auf die richtige Einstellung der Federn und der Sattel achten. Ich benutze eher mittelharte Federn.

AMPS

Nennt mich „Vintage“ oder wie ihr wollt: Ich mag es, wenn man Equipment gut kombiniert. Pedale sind nur die eine Sache. Die andere: Wo schließe ich die Dinger an? Zum Beispiel an Orange-Amps. Die kommen mir immer dann in den Sinn, wenn ich einen großen, tiefen und ausgeglichenen Klang suche, der gleichzeitig eine ordentliche Druckwelle erzeugen kann. Denn es geht ja auch darum, den Klang zu fühlen. Das klappt bestens mit dem Orange Dual Terror Head, einer Bestie, die jeden Gitarristen umhauen wird. Seine Vorzüge: guter Preis, gute Qualität und guter Sound. Das Einzige, was hier fehlt, ist ein FX-Loop auf der Rückseite. Ist aber nicht weiter schlimm: Ich schalte meine Delays einfach immer davor, das klappt ebenso prima. Zudem kann man den Dual Terror überall hintragen.

Der Orange Rockerverb MKIII 100 Head ist dagegen etwas größer und dadurch in jeder Hinsicht auch etwas deftiger. Ein Klassiker unter den Amps. Zwar nicht billig, aber dafür drückt er so richtig. Passend dazu natürlich die Orange PPC412- oder die PPC212-Cabinets. Sie haben Celestion-Vintage-Speaker, die es richtig krachen lassen. Mir gefällt an diesen Boxen ihr sehr tiefer und dicker Sound. Die PPC412 und PPC212 sind massiv gebaut und komprimieren das Signal auf ganz natürliche Weise. Sie „spucken“ den Sound quasi direkt heraus, also genau so, wie ich es brauche, um rhythmisch, melodisch und im „Shredder-Style“ spielen zu können. Zudem klingen sie auch für alle andere Musikstile, von Jazz über Pop und Funk bis Reggae absolut super.

SAITEN

Natürlich Ernie Ball Super Slinky .009-.042 und Regular Slinky .010- .046, je nach Gitarre und Stimmung. Für Standard-E-Tunings und Drop-D nehme ich normalerweise 9er oder 10er. Für totale Drops, also alle Saiten einen Ton runter und die gesamte Gitarre auf D heruntergestimmt, bevorzuge ich die .010er-Sätze. Die Ernie Ball-Saiten klingen total ausgeglichen, fühlen sich gut an, halten lange und sind stabil. Sie halten die Stimmung gut, der Preis ist einwandfrei und die Qualität hoch.“

(Story: Matthias Mineur)

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