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TopGearCheck! Mit Arne Vogeler

(Bild: Matthias Mineur)

Wenn der deutsche Gitarrist Arne Vogeler mit Sängerin Inga Rumpf auf die Bühne geht, weiß er genau, was von ihm erwartet wird: Ein möglichst geschmeidiger Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dabei erstreckt sich das Programm von rockigen Songs der 70er-Jahre-Bands Frumpy und Atlantis bis zu Blues-, Soul- und Gospel-orientierten Stücken, die seine bemerkenswert jugendlich wirkende 79-jährige „Chefin” teilweise erst vor wenigen Jahren geschrieben hat.

Mit welchem Equipment Vogeler, der unter anderem zum Duo Gutbier & Vogeler und der Gruppe WellBad gehört, und – nach der 2025er Tournee mit Tonbandgerät – ab dem kommenden Oktober auch mit Ina Müller unterwegs ist, diesem Anspruch gerecht wird, haben wir uns bei einem Konzert von Inga Rumpf & Friends im Wilhelmshavener Pumpwerk angeschaut und uns die Details im Rahmen der aktuellen Ausgabe unserer monatlichen Serie ‚Top Gear Check’ erklären lassen.

HERITAGE H-535 ARTISAN AGED

Heritage H-535 Artisan Aged mit Seymour-Duncan-Seth-Lover-PUs (Bild: Matthias Mineur)

Vogeler: Die Heritage H-535 besitze ich seit drei Jahren. Ich war sehr lange auf der Suche nach einer guten Semi-Akustik-Gitarre. Vorher hatte ich eine billigere Variante, wollte aber einfach mal was Richtiges haben.

Ich bin von der H-535 dermaßen überzeugt, dass sie meine Hauptgitarre geworden ist, obwohl ich mich eigentlich eher als Strat- und Telespieler sehe. Aber die H-535 ist so vielseitig, wie ich es im Rock-, Pop- und Blues-Bereich nur selten erlebt habe. Die Gitarre hat einen sehr variablen Sound, der sich gut in Ingas Songs einbettet und nicht zu dick klingt, obwohl serienmäßig Seth-Lover-Humbucker von Seymour Duncan eingebaut sind.

FENDER JV STRATOCASTER MIJ, BAUJAHR 1982

Fender JV Strat MIJ, Baujahr 1982 mit Fender-Texas-Special-PUs (Bild: Matthias Mineur)

Die JV-Strat mit den Texas-Special-Pickups besitze ich schon seit zehn Jahren. Absurderweise habe ich anfangs immer gedacht, ich müsste irgendwann einmal andere Tonabnehmer einbauen. Doch dann wurde ich bei Gigs immer wieder für meinen Strat-Sound gelobt, der nicht so sehr klassisch, sondern ein bisschen mehr Mitten-betont ist. Ich vermute, dies liegt nicht zuletzt an den Pickups.

Die Texas-Special-PUs liefern halt nicht einfach nur diesen typisch dünnen Strat-Sound, sondern sind besonders in den Mitten sehr präsent, was mir ausgesprochen gut gefällt. Obwohl ich zuhause mehrere Strat-Modelle habe, ist es fast immer diese Gitarre, die ich zu den Gigs mitnehme.

FENDER ROADWORN TELECASTER MIM, BAUJAHR 2011

Fender Roadworn Telecaster MIM, Baujahr 2011 (Bild: Matthias Mineur)

Die Fender Telecaster Roadworn spiele ich deshalb sehr gerne, weil ich mich, wie bereits erwähnt, eigentlich als Strat- und Telespieler sehe. Ich besitze mehrere Telecaster, aber bei der Roadworn ist es vor allem das Halsprofil, das mir – auch wenn es sich nur um eine Mexiko-Tele handelt – besonders gut gefällt.

Ich würde das Profil als D einschätzen, zwar nicht super chunky, aber schon so, dass der Sound weder zu twangig noch in den Höhen zu plärrig klingt. Egal ob bei Indie-Musik, im Blues-Bereich oder auch bei Rock-Nummern, ich finde, diese Gitarre macht überall einen sehr guten Job.

FENDER VIBROLUX MIT WEBER-DT12-DEREK-TRUCKS-SPEAKER

Fender Vibrolux mit Weber-DT12-Derek-Trucks-Speaker (Bild: Matthias Mineur)

Den Vibrolux habe ich einem Kollegen abgekauft, der auch die Derek-Trucks-Speaker eingebaut hat. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang damit extrem gefremdelt habe, da es für meinen Geschmack nicht der Vibrolux-Sound war, wie ich ihn eigentlich haben wollte. Doch dann war ich bei einem Amp-Techniker meines Vertrauens, und der hat nochmal ein bisschen dran rumgeschraubt.

Seitdem liebe ich diesen Amp! Ehrlich gesagt kann ich nicht einmal genau sagen, was auf technischer Ebene verändert wurde und was mit den Platinen passiert ist, aber er hat jetzt so eine leichte Brownface-Modifikation. Seitdem finde ich diesen Amp super, denn er bleibt lange clean und hat extrem viel Headroom, was allerdings nicht bedeutet, dass ich absurd laut spiele. Aber gerade im Zusammenwirken mit meinem Pedalboard und auch in Kombination mit dem Supro Saturn Reverb ist mein Sound so gut wie nie zuvor.

SUPRO SATURN REVERB

Supro Saturn Reverb (Bild: Matthias Mineur)

Der Saturn Reverb von Supro hat nur 15 Watt, wiegt deshalb nicht allzu viel, ist aber trotzdem sehr vielseitig, weshalb ich mich manchmal auch dann für ihn entscheide, wenn ich zu einem Gig nur einen Amp mitnehme. Der Saturn Reverb hat einen sehr gut klingenden Hall, den ich in diesem Setup allerdings nicht benutze.

Ich benutze übrigens den Federhall bei meinen beiden Amps nicht, sondern hole mir das gewünschte Reverb aus einem Strymon Flint. Ich besitze auch noch ein größeres Pedalboard mit teilweise unterschiedlichen Geräten. Aber unabhängig davon, welches der beiden Boards ich nehme, der Saturn Reverb klingt perfekt. Der Clean-Sound ist wirklich großartig, und auch verzerrt klingt er sehr, sehr gut. Allerdings sollte ich diesbezüglich darauf hinweisen, dass ich nicht in absurden High-Gain-Regionen unterwegs bin.

STRYMON FLINT

Das Pedalboard u.a. mit Strymon Flint, Line 6 HX Stomp, Boss CE-2w, Greer Amps Lightspeed und Fulltone Octafuzz (Bild: Matthias Mineur)

Ich nutze den eingebauten Federhall der beiden Amps deshalb nicht, weil ich oft auf Bühnen spiele, bei denen der Boden durch das Schlagzeug zu stark wackelt. Manchmal spielt man mit In-Ear-Monitoring, und dann finde ich das einfach extrem störend. Deshalb verlasse ich mich lieber auf den Strymon Flint, der die gesamte Show über angeschaltet ist. Für mein Gefühl liefert er einen sehr, sehr gut klingenden digitalen Hall, so dass ich diesbezüglich nie Probleme habe.

LINE6 HX STOMP

Das HX Stomp nehme ich eigentlich nur als Zusatz-Reverb, sprich: wenn mal größere Hallräume benötigt werden, wie man es bei modernerer Popmusik kennt. Oder auch schon mal als Delay-Plattform und manchmal auch als Chorus, aber viel mehr Sounds des HX Stomp verwende ich tatsächlich nicht.

Ich finde das Pedal trotzdem sensationell gut, weil es ein super klingendes unglaublich vielseitiges Effektgerät ist. Andererseits besteht darin natürlich auch immer eine Gefahr, aber wenn man genau weiß, wonach man sucht, kann man den gewünschten Effekt mit diesem Pedal sehr gut nachbauen, sogar echte analoge Sounds. Okay, Klassiker bleibt zwar immer Klassiker, und das Original bleibt immer das Original, aber mit dem HX Stomp kommt man der jeweiligen Vorlage sehr nah, wie ich finde.

BOSS CHORUS CE-2W

Der Boss CE-2 ist bekanntlich ein Klassiker, hier in der Waza-Craft-Version. Er läuft bei mir im Stereo-Modus, wobei das eine Signal sozusagen rough bleibt, also quasi unbearbeitet, wenn man so will. Dadurch entsteht dieser weite Chorus-Sound. Der CE-2w ist eines meiner Lieblings-Chorus-Pedale. Ich benutze es gerne auch mal für ein Solo, ohne dabei die komplette 80er-Jahre-Rutsche zu fahren, sondern einfach nur um nochmal ein anderes Sound-Spektrum zu haben.

GREER AMPS LIGHTSPEED, TONEHUNTER OVERDRIVE & FULLTONE OCTAFUZZ

Der Lightspeed von Greer Amps ist bei Inga Rumpf & Friends, aber auch in vielen anderen Bands, in denen ich spiele, gefühlt ein Always-On-Pedal. Für mich fungiert es als Low-Drive-Pedal und eher als Mitten-Booster, der immer angeschaltet ist, sodass ich im Endeffekt durch Technik mit der rechten Hand beeinflusse, wie stark er wirklich zerrt.

Hinzu kommt der Tonehunter Overdrive, ein Ibanez Tubescreamer, den ich bei Tonehunter habe modden lassen. Dadurch hat er ein bisschen mehr Headroom, ein bisschen mehr Gain-Reserven, die ich zwar nicht komplett ausreize, die aber „nice to have” sind. Der Lightspeed ist also eigentlich immer „on”, und der Tubescreamer kommt für stärkere Gain- oder Overdrive-Sounds hinzu.

Und wenn es dann, so wie bei Inga, auch mal ein bisschen Vintage-mäßiger zugeht, dann benutze ich das Fulltone Octafuzz. Es ist dann immer vom jeweiligen Song abhängig, ob ich den Octa-Schalter benutze oder das Gerät einfach im normalen Fuzz lasse. Bei Inga benutze ich es eher ohne Octa-Fuzz, in meiner eigenen Band dagegen häufiger auch mal mit Octa-Funktion, dann aber eher als Effekt-Sound für ein Solo, und gar nicht so sehr, weil ich Hendrix-mäßig unterwegs bin.

(Story: Matthias Mineur)

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