Gitarrist und Mitbegründer von Grateful Dead stirbt im Alter von 78 Jahren
Bob Weir ist tot
von Redaktion,
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(Bild: Craig O'Neal (minds-eye) (CC BY-SA 2.0) via Wikimedia Commons)
Am 10. Januar 2026 starb Bob Weir, Mitbegründer, Rhythmusgitarrist und Sänger der Grateful Dead, im Alter von 78 Jahren. Wie seine Familie über seine offiziellen Kanäle mitteilte, war Weir zuletzt an Krebs erkrankt und ist nach einem langen Kampf gegen die Krankheit an komplikationsbedingten Lungenerkrankungen gestorben. Er verstarb friedlich im Kreis seiner Angehörigen.
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Weir wurde 1947 in San Francisco geboren und begann schon als Jugendlicher Gitarre zu spielen. Bereits als Teenager traf er Jerry Garcia, mit dem er 1965 die Grateful Dead gründete – eine Band, die über Jahrzehnte hinweg die Psychedelic- und Jam-Band-Szene prägte. Weir war seit den frühen Tagen des Ensembles ein zentrales Mitglied und trug mit seiner Gitarrenarbeit und seinen Vocals entscheidend zur musikalischen Identität der Gruppe bei.
Bekannt wurde Weir vor allem durch seine Rolle als Rhythmusgitarrist, der oft mit unkonventionellem, farbigem Spiel und filigranen Figuren agierte, anstatt nur harmonische Grundlagen anzubieten. Mehrere Songs, bei denen er singt oder die er mitgeschrieben hat – darunter „Sugar Magnolia“ und „Jack Straw“ – zählen zu festen Bestandteilen des Grateful-Dead-Repertoires.
Während die Grateful Dead im Rest der Welt oft als nostalgisches Nischenphänomen wahrgenommen werden, hinterlässt Bob Weir in seiner Heimat eine Lücke von nationaler Tragweite. In den USA galt die Band unter seiner Mitwirkung nicht bloß als Musikgruppe, sondern als kulturelle Institution und generationsübergreifender Mythos, dessen wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz heute mit Giganten wie Taylor Swift oder Bruce Springsteen vergleichbar ist.
Der Song „Truckin’“ wurde von der US-Regierung (Library of Congress) sogar als „nationales Kulturgut“ eingestuft. Er enthält die wohl berühmteste Zeile der Bandgeschichte: „What a long, strange trip it’s been“.
Mit Weirs Tod verliert die amerikanische Musikgeschichte einen ihrer einflussreichsten Architekten, der das Genre des Americana wie kaum ein anderer geprägt hat.
Besonders nach dem Tod von Jerry Garcia im Jahr 1995 wurde Weir zum unermüdlichen “Hüter der Flamme”. Er verweigerte sich der Rolle eines bloßen Nachlassverwalters und blieb stattdessen die treibende Kraft, die das Erbe der Band in eine pulsierende Gegenwart überführte. Er setzte diese musikalische Arbeit konsequent in verschiedenen Projekten fort, darunter RatDog und spätere Konstellationen wie Dead & Company, in denen er auch mit jüngeren Kollegen wie John Mayer zusammenarbeitete.
Bob Weir schaffte das seltene Kunststück, den Geist der Grateful Dead für immer neue Generationen zu öffnen und das Lebenswerk der Band als zeitlose Institution zu festigen.
Dass die Musik auch 60 Jahre nach Gründung der Band nichts von ihrer Zugkraft verloren hatte, unterstrichen die jüngsten Erfolge: Nach der Konzertresidenz ‚Dead Forever‘ in der Las Vegas Sphere von 2024 bis 2025, die über 131 Millionen Dollar einspielte, stand Bob Weir mit Dead & Company zuletzt im August 2025 bei einer Veranstaltungsreihe im Golden Gate Park in San Francisco auf der Bühne.
180.000 Fans waren gekommen, um das 60-jährige Bestehen der Grateful Dead zu feiern.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit engagierte sich Weir in Initiativen abseits der Bühne, etwa in sozialen und politischen Kontexten, unter anderem als Goodwill-Botschafter des UN-Entwicklungsprogramms.
Weir hinterlässt seine Frau Natascha Muenter und zwei Töchter. Sein musikalisches Wirken, insbesondere seine innovative Herangehensweise an Rhythmusgitarre und Live-Improvisation, bleibt ein Bezugspunkt für Gitarristinnen und Gitarristen, die sich mit der Schnittstelle von Rock, Blues, Folk und psychedelischer Improvisation beschäftigen.