Die Benchmark für authentische Leslie-Simulatoren?
Es dreht sich was: Neo Instruments Mini Vent II
von Michael Dommers, Artikel aus dem Archiv

Rotary Speaker, landläufig bekannt unter dem geschützten Namen „Leslie“, waren ursprünglich Keyboardern oder (Hammond-)Organisten vorbehalten. Wer jedoch auf zentnerschweres, kühlschrankgroßes Equipment verzichten möchte, greift heute gerne auf entsprechende Simulatoren im Pedalformat zurück.
Bereits vor Jahrzehnten entdeckten Gitarristinnen und Gitarristen den Modulationseffekt des Leslie Cabinets zur Klangbereicherung. Populäre Beispiele sind George Harrison, Eric Clapton, David Gilmour, Peter Frampton, Richie Sambora und unzählige andere. Der typische Leslie-Sound basiert auf dem Doppler-Effekt, der dazu führt, dass sich die wahrgenommene Tonhöhe eines Klangs oder Geräuschs ändert, wenn sich die Schallquelle dem Hörer nähert oder sich von ihm entfernt. Guido Kirsch, von Haus aus Keyboarder und Entwickler bei Neo Instruments in Fulda hat bereits mehrere dieser Rotary Cabinet Simulators entwickelt, die sich weltweit wachsender Beliebtheit erfreuen.
UPGRADES
Worin bestehen die Unterschiede zum Vorgänger Mini Vent? Beim Mini Vent II hat man nicht nur die Programmiermöglichkeiten erheblich erweitert, sondern es wurde sowohl für Keyboards als auch für Gitarre konzipiert. Während nämlich beim Mini Vent die Werte der Parameter Speed (Drehgeschwindigkeit der Rotoren), Balance (Lautstärkeverhältnis von Bass- und Hochtonrotor), Distance (Abstand der virtuellen Mikrofone zu den Rotoren) und Mode (Cabinet Simulation on/off) werkseitig vorgegeben waren, lassen sich diese nun variieren, und zwar jeweils in 5 Stufen. Lediglich Drive (Verzerrungsgrad) konnte schon beim Mini Vent bearbeitet werden (off, 1, 2, 3 und Maximum). Auch die Möglichkeit, die Settings auf die Presets A und B abzulegen, hat man beibehalten. Des Weiteren lässt sich beim Mini Vent II die Funktionsweise der beiden Fußtaster (Bypass, Slow/Fast und Stop) auf individuelle Bedürfnisse konfigurieren.

KOMPAKT & ROBUST
Potis sucht man an dem stabilen Stahlblechgehäuse mit verschraubtem Boden und rutschfesten Gummifüßen vergeblich. Sämtliche Anschlüsse und den Preset-Druckschalter findet man an der Stirnseite. Rote LEDs zeigen den Status des Bypasses und die Rotation des Horns (Hi) an, eine gelbe LED die Drehgeschwindigkeit des Bass-Rotors (Lo). Im Inneren dient ein steckbarer Jumper zur Anpassung der Eingangsempfindlichkeit. Die werkseitige Einstellung High Gain ist für Instrumente mit niedrigen und mittleren Output Levels vorgesehen, Low Gain für hohe Pegel von Orgeln, Keyboards und leistungsstarken Humbuckern.
Praxistest und Resümee auf Seite 2 …
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