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Blues Bootcamp: Steve Cropper − the original Blues Brother

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(Bild: Charlie Llewellin CC 2.0)

Greetings and salutations, my dearest Blues Friends! Na, was geht ab bei euch? Wir unterbrechen unsere planmäßige Reise mit dem BBC-Express für einen weiteren musikalischen Nachruf. Anfang Dezember des letzten Jahres verstarb mit 84 Jahren Steve Cropper, der mit seiner unaufgeregten und dezenten Art, Stücke zu begleiten, das Genre Soul seit den frühen 1960er-Jahren maßgeblich geprägt hat. Den meisten dürfte er jedoch zuerst Anfang der 1980er-Jahre als Gitarrist der Blues Brothers im gleichnamigen Kinofilm begegnet sein. Definitiv Kult.

WER WAR STEVE CROPPER?

Steve „The Colonel” Cropper wird am 21.10.1941 als Stephen Lee Cropper auf einer Farm in Missouri, USA, geboren. Mit 10 Jahren zieht seine Familie nach Memphis, TN. Er beginnt mit 14 Jahren, ernsthaft Gitarre zu spielen, und schon kurze Zeit später findet er sich in semiprofessionellen, lokalen Bands. Mit 20 Jahren landet seine Band, „The Mar-Keys”, auf dem Stax Label ihren ersten Hit.

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THE COLONEL – EIN MANN FÜR ALLE FÄLLE

Innerhalb kurzer Zeit übernimmt Cropper schon in jungen Jahren zahlreiche Jobs bei Stax Records: Neben Kompositionen, Arrangement und Produktion hat er – ursprünglich aus dem Radiogenre kommend – sehr viele Titel auch als Mixer betreut und auch gerne mal die Rasierklinge angesetzt, wenn es darum ging, verschiedene Versionen eines Songs zusammenzuschneiden. Auch A&R-Tätigkeiten für etliche Künstler übernimmt er für das Label. Es gibt keine Veröffentlichung des Stax Labels von 1961 bis zum Anfang von 1970 ohne irgendeine Mitarbeit Croppers.

In den frühen 60ern entwickelt sich so etwas wie eine ‚Hausband’, die neben Steve Cropper an der Gitarre noch Donald „Duck” Dunn (Bass), Al Jackson Jr. (Drums), Wayne Jackson (Trompete), Don Nix (Songwriter/Produzent) sowie den Organisten Booker T. Jones enthält. Als ‚Booker T. & the M.G.’s’ schreiben sie Musikgeschichte. Cropper selbst ist als Mitkomponist für Soul-Evergreens wie ‚Soul Man’ (Sam & Dave), ‚(Sitting On) The Dock Of The Bay’ (Otis Redding, eine der zehn am häufigsten gespielten Singles aller Zeiten!), ‚Knock On Wood’ (Eddie Floyd) oder ‚In The Midnight Hour’ (Wilson Pickett) verantwortlich.

Als Produzent u.a. für den Blues-Klassiker ‚Born Under A Bad Sign’ der Blues-Ikone Albert King. Selbst die Beatles sind große Fans Croppers und wollen gerne mit ihm aufnehmen, was aber aus verschiedenen Gründen nicht klappt. 1969 erscheint seine erste Solo-LP ‚With A Little Help From My Friends’. Im Herbst 1970 verlässt Cropper Stax Records und arbeitet einige Jahre als freier Produzent, in denen er u. a. Alben von Jeff Beck („Jeff Beck Group”, 1972), Tower Of Power und José Feliciano. 1975 zieht er nach Los Angeles. Dort produziert er übrigens auch das erste Solo-Album von Robben Ford, „The Inside Story”.

BLUES BROTHER

1977 bricht eine wichtige Phase in Croppers Leben an: The Blues Brothers. Aus einem musikalischen Comedy-Block in der Sendung ‚Saturday Night Live’ wird zuerst eine reguläre Band, bevor dann mit dem legendären Kinofilm der ganz große Durchbruch gelingt. Der Film löste weltweit ein regelrechtes Soul-Revival aus. Nach dem Tod von Jake-Darsteller John Belushi im Jahre 1982, widmet er sich weiterhin seiner Produzenten- und Studiomusikerkarriere.

1983 zieht er nach Nashville, wo er bis zu seinem Tod ansässig ist. 1988 gibt es eine Reunion der Blues Brothers Band, mit der Cropper noch viele Jahre live auftritt, und mit der es 1998 eine Art Fortsetzung des legendären Films gibt, die jedoch trotz hochkarätiger Gäste nicht an den Erfolg anknüpfen kann. Danach tritt Cropper immer wieder mal als Gastmusiker oder Co-Produzent in Erscheinung, z.B. bei Frank Black oder Chicago, allerdings bei weitem nicht mehr in dem Umfang wie früher.

Neben Aufnahmen in die Rock And Roll Hall Of Fame und die Songwriters Hall Of Fame war sein letzter nennenswerter Erfolg eine Grammy-Nominierung für sein letztes Solo Album im Jahr 2024.

PERSÖNLICHE EINFLÜSSE

Über die persönlichen Einflüsse auf das Gitarrenspiel Steve Croppers ist nur relativ wenig bekannt. In Interviews äußert er jedoch einige Male, dass er ein großer Fan von Tal Farlow, Chet Atkins, Jimmy Reed und Chuck Berry sei. Das ist zwar interessant, aber man findet in Croppers Spiel eigentlich keine Elemente dieser Gitarristen.

EQUIPMENT UND SOUND

Mit seinem Equipment hält Cropper es ähnlich einfach wie mit seinen Gitarren-Parts. Auf den meisten Stax-Aufnahmen hört man entweder eine Fender Esquire oder Telecaster durch einen kleinen Fender Harvard Amp. In den 1970ern wechselt er dann zu etwas kräftigeren Fender Super Reverbs. In den letzten Jahren bevorzugt er bei Gitarren sein Peavey Steve Cropper Modell, der Peavey-Version einer Telecaster. Effekte werden kaum eingesetzt.

Aber ein bisschen Hall und bei gezupften Akkorden etwas Tremolo schaden heutzutage ja nie. Möchte man es tatsächlich etwas moderner haben, wäre ein Compressor zum Begrenzen der Pegelspitzen eine Möglichkeit.

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