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Workshop

Americana: Surf-Technik

Aloha und herzlich willkommen zur zweiten Folge des Americana-Workshops. Diesmal schauen wir uns die wichtigsten Spieltechniken der Surf-Gitarristen an.

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double picking

Das Double Picking, auch Tremolo Picking genannt, kennt man von Dick-Dale-Hits wie „Miserlou“, „The Victor“ und „Hava Nagila“. Statt einen Ton klingen zu lassen, wird er konstant in Sechzehnteln oder Sechzehntel-Triolen angeschlagen. Das erfordert viel Kraft und Durchhaltevermögen in der rechten Hand, erzeugt aber bei korrekter Ausführung unheimlich viel Energie und verleiht selbst der kitschigsten Melodie punkigen Drive.

In Beispiel 1a siehst du eine Melodie, die auf der harmonischen Moll-Skala basiert. Über einen EDur-Akkord gespielt nennt sich das E-HM5 oder phrygisch dominant. Lerne die Melodie zunächst ohne das Doublepicking. Alle Töne werden auf der hohen E-Saite gespielt. Passt der Rhythmus, kannst du mit der rechten Hand die Sechzehntel im Auf- und Abschlag hinzufügen (Beispiel 1b). Die Bewegung sollte dabei aus dem Arm (nicht dem Handgelenk) kommen und sehr kraftvoll ausgeführt werden. Mit etwas Übung klingt man dann wie Mr. Dale persönlich.

open strings

Viele Dick-Dale-Licks werden auf einer Saite gespielt und kombinieren gegriffene Töne mit der Leersaite, was einen sehr interessanten rhythmischen Effekt, ähnlich einem Tom-Groove, produziert. In Beispiel 2 siehst du ein Pattern, das man sowohl auf der hohen als auch auf der tiefen E-Saite spielen kann. Abgerundet wird es durch ein Glissando, das fast in jedem Surfsong vorkommt. Rutsche gleichmäßig mit der linken Hand die E-Saite hinab, während du mit rechts das Double-Picking durchführst.

muted picking

Beim Muted Picking werden die Saiten mit dem Handballen so stark abgedämpft, dass man eigentlich nur noch den Nachhall des Federhalls hört. Das ergibt einen sehr perkussiven, exotisch klingenden Sound, den du sowohl für Melodien (Beispiel 3a) als auch für Rhythmus-Parts einsetzen kannst (Beispiel 3b).

whammy-chords

In vielen Surfsongs kommen Dreiklänge im hohen Register vor, die entweder über ein tiefes Riff gelegt oder als Melodie eingesetzt werden. Beispiel 4a zeigt eine I IV V in Moll, bei der fast immer die gleiche Umkehrung verwendet wird. In Beispiel 4b kommt die spanische Kadenz zum Einsatz. Durch verschiedene Umkehrungen erzeuge ich eine kleine Melodie. Fügt man noch Skalentöne hinzu, ergibt sich eine Art Surf-Chord-Melody-Stil. Mit Akkorden gespielte Melodien kennt man eher von Jazz-Gitarristen wie Joe Pass, sie funktionieren aber auch mit dem scheppernden Surf-Sound hervorragend.

Versuch mal aus all diesen Bausteinen deinen eigenen Surf-Song zu basteln. Viel Spaß mit dem Twang und bis zur nächsten Folge. Feedback, Kritik und Wünsche kannst du wie immer unter martin@theincredible-mr-smith.com loswerden.

(erschienen in Gitarre & Bass 03/2019)

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