Lehle

Lehle ist einer der weltweit renommiertesten und erfolgreichsten Hersteller von Schaltpedalen und -systemen. Erfahre alles über Lehle Switcher!

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Die innovativen und praxisorientierten Konzepte der Lehle Produkte bewegen sich auf einem ebenso hohen Niveau wie deren Verarbeitung und die Qualität der verwendeten Bauteile. Da ist das Beste gerade gut genug. Oftmals müssen Komponenten sogar völlig neu entwickelt werden, damit sie den hohen Ansprüchen Burkhard Lehles genügen. Auf dieser Themenseite schauen wir in die Geschichte von Lehle und auf zwei Modelle, die Lehle mit zum Erfolg geführt haben: Den Sunday Driver und das neue Mono Volume!

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Die Lehle Story

Lehle Mono & Stereo Volume im Test

Lehle Sunday Driver im Test

Die Lehle Story

Burkhard Lehle hat nach abgeschlossenem Physik- und Musikstudium seinen Berufswunsch „Lehrer“ aufgegeben und sich der Herstellung von E-Gitarren und elektronischem Zubehör zugewandt. Schon als Dreizehnjähriger sammelte er Erfahrungen mit seiner ersten E-Gitarre, die nach eigenem Bekunden ständig in ihre Bestandteile zerlegt und wieder zusammengebaut wurde.

Lehle-Effektgeräte Little Lehle und P-Split II, weiß/orange
Lehle ist für praktische Helferlein rund um die Themen Routing, Switching und Splitting bekannt. (Bild: Dieter Stork)

Umfassende Kenntnisse über Hölzer und deren Schwingungs- und Klangeigenschaften erlangte er bei einem Schreiner, mit dem er während seines Studiums zusammen arbeitete. Die erste Generation Switcher hat Lehle 1999 selbst gelötet und montiert. 2001 machte es Burkhard Lehle offiziell und gründete die Firma Lehle – seitdem möchten Gitarristen und Bassisten nicht mehr auf ihren Lehle Switcher verzichten!

Das Video verrät dir, was Lehle Switcher auszeichnet: 

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Lehle Mono & Stereo Volume im Test

Scrtsch Scrtsch Scrtsch – wenn das Poti im Pedal nicht mehr sauber funktioniert, ist das ganze Teil ziemlich unbrauchbar. Und wer seine Volume-Treter viel einsetzt, kann regelmäßig in solche Situationen kommen.

Natürlich lassen sich verschlissene Potis gegen neue austauschen, aber das beschert dann einerseits Kosten und andererseits einiges Gebastel, wenn man es selbst hinbekommen will. Schon immer war das Potikratzen ein Ärgernis, und nicht umsonst setzte Morley bereits früh auf eine Lösung mit Lampe und Fotowiderstand, die dann garantiert ohne Schrapseln und wenigstens so lange funktioniert, wie das Birnchen mitmacht.

Abtastung mit Hall-Effekt

Um die Sache wirklich für die Ewigkeit zu lösen, geht Lehle noch einen anderen Weg, der ebenfalls das beanspruchte Poti überflüssig macht und jeden mechanischen Verschleiß ausschließt. Um die Pedalstellung abzutasten, kommt in Lehles Volume-Pedalen nämlich ein Hall-Sensor zum Einsatz. Das hat nichts mit Raumhall zu tun, vielmehr geht der Name auf Edwin Hall zurück, der sich bereits 1879 mit dem Einfluss eines Magnetfelds auf einen stromdurchflossenen Leiter befasste und den später nach ihm benannten Hall-Effekt erstmals nachweisen konnte.

 

Lehle Mono & Stereo Volume
Lehle Mono & Stereo Volume

Bei Lehle misst der fest montierte Hall-Sensor die Feldstärke eines Magneten, der vom Pedal bewegt wird. Mit dieser Messgröße wird dann ein spannungsgesteuerter Verstärker (VCA) gesteuert, der den Pegel des Instrumentensignals bestimmt. Hochwertige Teile, wie der Präzisions-Sensor aus deutscher Fertigung und der verzerrungsarme, neutral agierende Blackmer-VCA aus den USA sind bei der Marke selbstverständlich, die allgemeine Qualität sieht man den ebenso stabil gebauten wie geschmackvoll designten Pedalen übrigens ja auch schon von außen an.

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Versionen

Drei Versionen sind lieferbar. Beim Mono Volume sitzen drei Klinkenbuchsen für Input, Direct Out und das volumengeregelte Ausgangssignal auf der Stirnseite, zusätzlich ist ein Gain-Regler vorhanden, da die aktive VCA-Schaltung noch einige Pegelreserven besitzt und bis zu 10 dB hinzugegeben werden können.

Das Volume 90 hat im Prinzip die gleiche Funktion, doch hier sitzen die Anschlüsse um 90 Grad versetzt auf der rechten Seite, was für manche Pedalboards praktischer sein kann. Auf der Stirn verbleibt das Gain-Poti, zusätzlich ist Platz für einen zweiten Regler, an dem sich ein Minimal-Pegel des Volume-Pedals einstellen lässt.

Am Gain-Poti können bis zu 10 dB zusätzliche Verstärkung abgerufen werden.
Am Gain-Poti können bis zu 10 dB zusätzliche Verstärkung abgerufen werden.

Die dritte Variante ist das Stereo Volume, welches, wie der Name schon sagt, zwei Kanäle zur Volume-Einstellung aufweist. Auf Direct Outputs und Gain-Regler wurde bei dem Stereo-Pedal verzichtet, die beiden Input- und die beiden Output-Klinkenbuchsen sitzen auf der Stirnseite.

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Einsatz

Gespeist werden alle drei Pedaltypen durch ein beliebiges Wechselstrom-Netzteil mit einer Ausgangsspannung zwischen 9 und 15 Volt. Intern wird die Spannung passend aufbereitet, sodass der Schaltung ein Betriebspotential von 18 Volt zur Verfügung steht, um auch extreme Signalspitzen garantiert verzerrungsfrei zu verarbeiten.

Bei der Mono-90-Variante sitzen die Anschlüsse auf der Seite.
Bei der Mono-90-Variante sitzen die Anschlüsse auf der Seite.

Die Direct-Ausgänge sind übrigens vom normalen Signalweg durch Bufferamps entkoppelt, sodass dort ohne jede Rückwirkung und Klangeinbuße ein Stimmgerät oder Sonstiges angeschlossen werden kann. Auch die geregelten Ausgänge sind niederohmig, wodurch selbst lange Kabelwege zum Verstärkereingang unempfindlich gegen Nebengeräusche und Höhenverluste werden; selbstverständlich sind hingegen die Eingänge hochohmig ausgelegt, um das empfindliche Ausgangssignal passiver Pickups nicht zu beeinträchtigen.

Beim zweikanaligen Stereo Volume wurde auf Direct- Ausgänge und Gain-Regler verzichtet.
Beim zweikanaligen Stereo Volume wurde auf Direct- Ausgänge und Gain-Regler verzichtet.

Heraus kommt tatsächlich eine hervorragende Performance dieser Pedale, sie regeln mit sahniger Gleichmäßigkeit und nebengeräuschfrei den Instrumentenpegel, wobei auch kein Rauschen hinzukommt. Die Gängigkeit der Tretmechanik ist zudem an einer großen Kreuzschlitz-Stellschraube justierbar, je nachdem, ob man es eher butterweich oder etwas widerständiger mag.

Auf der NAMM 2018 hatte der deutsche Hersteller das Lehle Stereo Volume, Lehle  Mono Volume und das Lehle Mono Volume 90 im Gepäck:

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Resümee

Diese geschmackvoll designten Volume-Treter lösen nicht nur das lästige Problem des Poti-Kratzens vollkommen zuverlässig, sondern vereinen noch einige weitere Vorzüge in ihrer durchdachten Konstruktion. Die Mono-Versionen sind durch eingebaute Gain-Regler und ihren extremen Dynamikumfang auch als Booster einsetzbar, entkoppelte Direct-Ausgänge können einen Tuner oder eine zweite, ungeregelte Effektkette speisen.

Das niederohmige Ausgangssignal macht zudem auch lange Kabelwege zum Amp unempfindlich gegen Störungen und Klangverluste. Dass man hier Highend-Qualität in jeder Hinsicht geboten bekommt, fühlt man bei diesen Sahneteilen nicht nur unter dem Fuß, man sieht und hört sie auch.

PLUS

  • kratz- und verschleißfreie Volume-Regelung
  • niederohmiges Ausgangssignal
  • zus. Gain-Regler (Mono, Mono 90)
  • zus. Min.-Regler (Mono 90)
  • entkoppelter Direct Out (Mono, Mono 90)
  • einstellbare Pedal-Gängigkeit
  • Rauschfreiheit

MINUS

  • Nur für Netzteil-Betrieb

 

Autor: Dirk Groll

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Lehle Sunday Driver im Test

Seitdem das Schaltprinzip des True-Bypass in aller Munde ist und als das (vermeintliche) Non-Plus-Ultra angesehen wird, könnte man meinen, es sei allgemein zur Hetzjagd auf diese Taugenichtse von Bufferamps aufgerufen. Moment doch mal, Pufferverstärker sind in vielen Situationen absolut zweckmäßig.

Ihre Eigenschaft, dass sie passierende Signal niederohmig auf die weitere Reise durch Effektpedale etc. schicken, sorgt für stressfreie elektrische Anpassung der beteiligten Geräte. Deren wechselnde und eventuell erheblich differierenden Ein- und Ausgangsimpedanzen könn(t)en den Signalen negativ zusetzen.

Lehle Sunday Driver

Mit einer sehr niederohmigen Signalquelle kann man dem universell begegnen. Besonders kritisch ist in dem Zusammenhang immer das erste Gerät hinter der Gitarrenbuchse. Ist seine Eingangsimpedanz zu niedrig, wird die (passive) Pickup-Schaltung ungünstig belastet, matte Höhen und flache Dynamik sind vordergründige Anzeichen dafür.

Die Faustformel sagt, dass direkt hinter dem Instrument das nachfolgende Gerät eine Eingangsimpedanz von ca. 1 Mohm haben sollte. Für aktive Tonabnehmer gilt die Vorgabe nicht, warum? Weil in sie eben auch schon ein Bufferamp integriert ist. In einigen wenigen Ausnahmefällen ist die Impedanzwandlung tatsächlich fehl am Platze. Typisches Beispiel sind Fuzz-Zerrpedale im Retro-Stil.

Um so zu funktionieren und zu klingen, wie es früher bei deren Urahnen aus den 60er-Jahren der Fall war, müssen sie direkt und ohne Umwege mit den Tonabnehmern in Kontakt treten können. Nicht selten ist zu hören, dass ein Kollege irritiert darauf reagiert, wie die Gitarre, nach dem Einschleifen eines Buffers oder Line-Boosters, was beides dasselbe ist, nur einmal ohne Signalverstärker einmal mit, „anders“ klingt. Nein, zumindest Halbleiter-Buffer ändern per se nicht den Ton, arbeiten linear.

Nur die Abkoppelung der Pickups von der elektrischen Belastung durch den Input des Amps entfällt. Und das hat zur Folge, dass nun Klanganteile zu hören sind, die vorher untergingen! Ein angenehmer Nebeneffekt des niedrigen Impedanz ist im übrigen, dass sehr verlustarm lange Kabelstrecken möglich werden. Womit wir zum Ziel unseres kleinen Technikexkurses kommen.

Das Team von Andertons schaut sich neben dem Lehle Sunday Driver auch die Switcher Lehle P-Split II, Lehle Little Dual, Lehle 3 at 1 SGoS und das Lehle Mono Volume Pedal an:

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Lehles Sunday-Driver sind genau das, Line-Booster, Line Driver, Impedanzwandler, Pufferverstärker … es werden diverse Namen für eben denselben Gerätetyp verwendet. Und sie wären natürlich keine wahren Lehle, wenn nicht mal wieder was Besonderes in den panzerstabilen Vollblechkisten steckte.

Gleich zwei Betriebsmodi wurden realisiert, indem zum einen die „normale“ Eingangsimpedanz von 1 Mohm (Modus D = Driver) zur Verfügung steht, zu anderen eine vierfach höhere, eben 4 MOhm (Modus S = Sunday). In der Luxusversion hat das Buffer-Pedal einen On/Off-Fußschalter plus Status-LED, sowie einen Level-Regler für die Verstärkung des Signals (max. +15 dB). An der Stirnseite zwischen Ein- und Ausgangsbuchse liegen zwei Druckschalter, von denen der eine zwischen den Impedanzen wählt, der andere lässt für den Off-Status die Wahl zwischen True-Bypass (TB) und True-Sound (TS), wobei der Buffer ohne Verstärkung aktiv bleibt. Die Stromversorgung darf zwischen 9 und 20 Volt liegen.

Im Sunday-Driver selbst wird die Spannung zur Optimierung der Audioeigenschaften in jedem Falle auf 18 Volt hochgeregelt. Auch wenn innen ein 9-Volt-Block angeschlossen wird. Zum Lieferumfang gehören Schrauben und Distanzringe für die Montage auf dem Pedalboard (das Gehäuse hat unten bereits Bohrungen dafür) und ein hochwertiger DC-Stecker. Oft ist es so, dass man so einen Buffer permanent in Betrieb hat. Dann reicht die Grundversion des Sunday-Driver, die lediglich die Impedanzumschaltung und das Level-Poti aufweist.

Eine dritte Version mit dem Namenszusatz „XLR“ bietet das Ausgangsignal trafolos elektrisch symmetriert an und verfügt über einen Ground-Lift-Schalter. Logisch, der Sunday-Driver wird so zur klassischen D.-I.-Box, interessant für den Einsatz an elektroakustischen Instrumenten oder – sogar sehr empfehlenswert – im Studio für Bassisten usw.

Die elektrischen Eckdaten sind grandios. Es beeindrucken vor allem der Geräuschspannungsabstand mit -103 dB und der Klirrfaktor mit 0,001 % bei 0 dB/1 kHz. Substanz und Verarbeitung stehen logischerweise auch wieder auf höchsten Niveau; kennt man nicht anders von den Lehle-Teilen.

Der normale Buffer-Modus (der SW-Version) interessiert uns hier weniger, obwohl er an sich seinen Job sehr rauscharm und klanglich neutral verrichtet. Dem Sunday-Modus mit 4 MOhm gilt unser Interesse. Tja, da wird mancher große Ohren kriegen. Was kommen denn da plötzlich noch für feinste Details aus der Axt?! Mehr Brillanz, die Strat knirscht gar lieblich, alles insgesamt luftiger, als ob man einen Vorhang vor den Speakern wegzieht.

Der Ton wird dadurch aber nicht kalt, steril, sondern behält die dem Instrument eigene Wärme bei. Das ist schlicht Buffer-Technik auf allerhöchstem Niveau. Und da man ja noch ein Pfund Gain auf der Schippe hat, eignet sich Lehles Luxus-Driver auch sehr gut, um im weiteren puristisch einen Röhren-Amp anzublasen. So genüsslich geschehen vor Ort z. B. an einem JCM800-2204/Marshall. Aber bitte: Die Klangregelung muss man dann schon ein wenig nachführen.

Eine annähernd ähnliche, exciter-artige Performance findet man auf Röhrenbasis in Reußenzehns Daniel-D.-Tubebooster an sich vergleichsweise günstig, aber eben doch höher im Preis. Oder klanglich extrem fein, und dementsprechend exquisit in der Rechnungsstellung in dem Röhrenpedal Real-Drive von Soundworks/Austria. Nicht nur in Relation dazu ist der Sunday-Driver in allen drei Versionen ein gleichermaßen zweckmäßiges wie günstiges Angebot.

Autor: Ebo Wagner

Teste die Switcher doch selbst aus – auf dem Guitar Summit hast du Gelegenheit dazu!