R.I.P. Ace Frehley – Spaceman on a Rocketride

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Ace live mit seiner Solo-Band 2019 (Bild: Debby Wong/Shutterstock)

SPACE NOTES

Tonal gesehen sind die Mehrzahl der Kiss-Kompositionen in den für den Classic Rock typischen Tonalitäten Mixolydisch und Dorisch komponiert, mit den für die Ära typischen, entliehenen Akkorden anderer, modaler Tonalitäten. Songs in reinem Dur findet man sehr selten, echtes Moll schon eher (z.B. ‚I Was Made For Loving You’).

Als Tonmaterial findet man eine solide Pentatonik-Basis, die von ihm jedoch regelmäßig mit chromatischen Durchgangstönen aufgefüllt wird. In Beispiel 4 findest du zwei Fingersätze der auf diese Weise leicht modifizierten A-Mollpentatonik, die vom Spaceman oft benutzt wurden.

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Ganz im Stile von Eric Clapton findet man bei Ace auch die im Rahmen meiner Kolumne ‚Blues Bootcamp’ oft angesprochene Vermischung von Dur- und Mollpentatonik über bluesige/mixolydische Akkordfolgen. Besonders gut kann man das z. B. bei den Classics ‚Firehouse’ und ‚Shock Me’ hören.

An speziellen Spieltechniken setzt Frehley nicht viel ein. Sein Spiel ist eine homogene Mischung aus angeschlagenen und gebundenen Noten, wie sie für die Rockgitarre der 1970er-Jahre, pre-Eddie-Van-Halen, typisch ist. Spezielle Spieltechniken wie Two-Hand-Tapping kommen nur sehr sporadisch vor (z.B. in seinem Live-Solo auf ALIVE II).

In Beispiel 5 bis 15 findest du eine Auswahl von meinen Lieblings-Licks im Stile von Ace Frehley. Alle Licks sind wie gewohnt in A, um den Transfer in dein eigenes Spiel zu erleichtern. Hier sind einige Anmerkungen dazu:

  • Beispiel 5: In diesem Lick sind einige typische Klischees kombiniert!
  • Beispiel 6: Besonders interessant sind die funky Rhythmik in Takt 3 und 4 sowie die Chromatik am Ende
  • Beispiel 7: weite Bendings und Chromatik
  • Beispiel 8: funky Rhythmik trifft auf die Kombination von Dur- und Mollpentatonik
  • Beispiel 9: Chicken Picking à la Ace Frehley
  • Beispiel 10: Besonders interessant ist die Note H in Takt 2, die sehr melodisch klingt!
  • Beispiel 11: ein bekannter, langer Lauf im Stile von Love Gun
  • Beispiel 12: ein rhythmisch interessanter Lick in A-Dorisch mit einer Auflösung auf die Dur-Terz
  • Beispiel 13: weite Bendings plus Chromatik
  • Beispiel 14: verschiedene Repeating Patterns vom Spaceman

WAS KANN MAN VON ACE FREHLEY LERNEN?

Neben den oben angesprochenen musikalischen Leckerbissen ist an Ace Frehleys Spiel sicherlich am interessantesten, wie man mit einem eigentlich recht überschaubaren Vorrat an musikalischen Tools zeitlose Soli komponieren kann, die einen hohen Wiedererkennungswert haben und ein wichtiger Bestandteil eines Songs werden können.

(erschienen in Gitarre & Bass 12/2025)

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