R.I.P. Ace Frehley – Spaceman on a Rocketride

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Backstage mit Kiss 1975

PHASE 2 – LARGER THAN LIFE

Mit Hilfe des bekannten Produzenten Bob Ezrin (u.a. Alice Cooper, Pink Floyd, Peter Gabriel) entsteht 1976 das vielleicht komplexeste Kiss-Album: ‚Destroyer’. Die fast diktatorische Produktionsführung Ezrins strapaziert die Nerven aller Beteiligten und führt sogar dazu, dass einige Gitarrenparts von Ezrins Hausgitarristen Dick Wagner eingespielt werden, da Ace bei einigen Aufnahmeterminen einfach nicht anwesend ist.

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Es ist unklar, auf wie vielen Songs dies geschehen ist, sicherlich jedoch auf ‚Sweet Pain’. Die Popularität von Kiss explodiert: Es gibt Kiss-Comics, Kiss-Butterbrotdosen, Spielzeugfiguren, Flipperautomaten usw. 1978 erscheint der Kinofilm ‚Kiss Meets The Phantom Of The Park’.

Auf dem Höhepunkt des gemeinsamen Erfolgs, auf dem die Band einen erstaunlich großen Output an neuen Produktionen hat, bringen alle vier Mitglieder 1978 gleichzeitig Soloalben auf den Markt. Ace Frehleys Album ist künstlerisch das stärkste und kommerziell gesehen am erfolgreichsten und kann mit ‚New York Groove’ sogar einen Single-Hit (Platz 13 der US-Charts) vorweisen.

Die zeitgleiche Veröffentlichung ist damals kein genialer Marketingschachzug, sondern das letzte, wirksame Mittel, die Band vor der Trennung zu bewahren. Mit dem Erfolg von ‚ALIVE!’ beginnen Frehleys Probleme in der Band. Er hält den großen Erfolgsdruck nicht aus, und Alkohol und Drogen wirken sich negativ auf seine Kreativität und Zuverlässigkeit aus.

Das hat die Konsequenz, dass während der folgenden Jahre und Produktionen immer wieder Gitarrenparts von Studiogitarristen wie Bob Kulick (dem älteren Bruder des späteren Kiss–Gitarristen Bruce Kulick), Dick Wagner, Steve Farris (Mr. Mister) und sogar Robben Ford übernommen werden müssen. So spielt Ace z.B. auf der vierten Seite des ‚ALIVE II’-Albums in Abwesenheit der anderen Bandmitglieder lediglich die Gitarren- und Bassparts seiner eigenen Komposition ‚Rocket Ride’ ein.

Frehleys Probleme eskalieren so stark, dass er zu einem Zeitpunkt sogar seine Sammlung von Vintage-Gitarren und seine komplette Studioausstattung für einen Spottpreis verkauft. Mit dem Welthit ‚I Was Made For Loving You’ ist 1979 der Erfolgszenit zwar erreicht, aber auch der moralische Tiefpunkt innerhalb der Band.

Die folgenden Alben sind vergleichsweise erfolglos und Ace steht nach dem Rauswurf von Drummer Peter Criss isoliert in der Band da. Während der Produktion von ‚Creatures of the Night’, zu der er übrigens keinen Ton beigetragen haben soll, hat Ace einen schweren Autounfall und steigt kurz danach aus der Band aus − oder wird gefeuert, je nachdem, wem man Glauben schenken mag.

PHASE 3 – LIFE AFTER KISS, REUNION & LIFE AFTER KISS, PT 2.

Von 1983 bis zur Reunion der Originalbesetzung 1995 versucht er mit seiner Band ‚Frehley’s Comet’ vergeblich, an alte Erfolge anzuknüpfen, und bereist als Stargast Kiss-Conventions. 1996/1997 gibt es eine extrem erfolgreiche Welttournee, auf der sich die Band und ein nüchterner Ace Frehley in bester Spiellaune präsentieren.

1998 erscheint das Album ‚Psycho Circus’, auf dem er angeblich wieder nur auf zwei Songs zu hören sein soll. Die darauffolgende Tournee ist sowohl vom Spielerischen wie auch von der Publikumsresonanz her eher nur mittelmäßig. Nach dem erneuten Split 2002 ist es einige Jahre eher ruhiger um Ace.

Seit seinem 2009 veröffentlichtem Album ‚Anomaly’ hat er in etwas größeren Abständen noch einige Soloalben veröffentlicht, von denen ‚Space Invader’ (2009) und ‚10.000 Volts’ (2024) besonders erwähnenswert sind. Am 16. Oktober 2025 verstirbt Ace Frehley nach einem Sturz in seinem Studio.

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