Einkanal-Röhrentopteil mit Leistungsumschaltung und Fokus auf Pedalbetrieb

Orange OR60: UK-built, laut, direkt und bewusst reduziert

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(Bild: Orange Amps)

Mit dem OR60 stellt Orange ein einkanaliges Vollröhren-Topteil vor, das klassische Amp-Philosophie mit praxisnahen Features für Bühne und Studio verbindet.

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(Bild: Orange Amps)

Der OR60 ist ein 60-Watt-Röhrenverstärker, der in Großbritannien gefertigt wird und konsequent auf ein Einkanal-Konzept setzt. Angetrieben von zwei 6L6-Endröhren, richtet sich das Topteil an Gitarristinnen und Gitarristen, die einen klar definierten Grundsound suchen und diesen bevorzugt mit Boosts und Effekten formen. Orange beschreibt den Grundcharakter als fokussiert, durchsetzungsstark und harmonisch reich – mit ausreichend Headroom, um auch bei höheren Lautstärken stabil zu bleiben.

Leistung, Lautstärke und Umschaltung

Neben der klassischen 60-Watt-Ausgangsleistung bietet der OR60 eine umschaltbare Betriebsspannung: 460 Volt für volle Leistung oder 335 Volt für einen reduzierten 30-Watt-Modus. Dadurch lässt sich die Endstufe früher in die Sättigung fahren, ohne die Lautstärke entsprechend anzuheben – ein praxisnahes Feature für kleinere Bühnen oder Studioanwendungen.

Ein zweiter, per Fußschalter abrufbarer Lautstärkeregler ermöglicht Rhythmus/Lead-Wechsel, ohne den Gain zu verändern. Der Grundsound bleibt also identisch, lediglich die Lautstärke wird angehoben oder abgesenkt.

(Bild: Orange Amps)

Klangregelung und Feinabstimmung

Zur weiteren Anpassung stehen Presence- und Resonance-Regler zur Verfügung, mit denen sich Hoch- und Tieftonverhalten der Endstufe beeinflussen lassen. Presence wirkt auf die oberen Frequenzen und unterstützt Durchsetzung und Definition, während Resonance den Bassbereich formt – von straff und kontrolliert bis hin zu mehr Tiefe und Fülle.

Ein dreistufiger Bright-Schalter erlaubt zusätzliche Eingriffe in die Höhenabstimmung. Je nach Position lässt sich der Sound offener und brillanter oder wärmer und runder gestalten, ohne den grundsätzlichen Gain-Charakter zu verändern. Gerade beim Wechsel zwischen unterschiedlichen Gitarren oder Pickups kann das hilfreich sein.

(Bild: Orange Amps)

Effekte, Aufbau und Konzept

Der OR60 verfügt über einen röhrengebufferten FX-Loop, der zeitbasierte Effekte sauber einbindet.

Das Layout bleibt insgesamt bewusst übersichtlich: ein Kanal, klare Struktur, hohe Betriebsspannung. Orange verfolgt hier das Konzept eines puristischen Amps, der entweder „roh“ gespielt oder als Plattform für Pedale genutzt werden kann.

Optisch bleibt das Topteil der klassischen Orange-Linie treu – mit markanter Front, Pics-only-Beschriftung und dem typischen Tolex-Finish. Mit rund 21 kg gehört der OR60 nicht zu den Leichtgewichten, ist aber klar auf den professionellen Einsatz ausgelegt.

(Bild: Orange Amps)

Pepper Keenan, Gitarrist und Sänger der US-Band Corrosion of Conformity, beschreibt den Amp als sehr direkt und reaktionsfreudig: „It bounces, chugs great and cuts really well.“ Besonders angetan zeigt er sich von den Presence- und Resonance-Reglern, die für ihn einen großen Teil der klanglichen Flexibilität ausmachen. Der OR60 biete „eine Menge an Informationen im Inneren“ und lasse sich klanglich in viele Richtungen lenken – unabhängig vom eingesetzten Stil oder Setup.

Orange selbst bezeichnet den OR60 als den vielseitigsten einkanaligen Amp der eigenen Geschichte. Betrachtet man die Kombination aus Leistungsumschaltung, zweitem Master-Volume, Endstufen-Voicing und Pedal-Freundlichkeit, lässt sich zumindest festhalten: Der OR60 richtet sich an alle, die ein klares, direktes Röhrenfundament suchen und ihren Sound lieber mit den Fingern und dem Pedalboard als mit Kanalumschaltungen formen. Man darf gespannt sein, wie er sich in der Praxis schlägt.

Preis (Street): € 2.399


Weitere Infos unter:

www.orangeamps.com

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