7"-Touchscreen, Neural Capture und USB-Audiointerface – jetzt deutlich kompakter

Neural DSP Quad Cortex mini: Großes Cortex-Konzept im kleinen Format

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(Bild: Neural DSP)

Neural DSP schrumpft den Quad-Cortex-Ansatz auf 22,8 × 11,8 cm – inklusive 7″-Touchscreen, Neural Capture und umfangreichen In- und Outputs. Der Quad Cortex mini soll die gleiche Plattform wie das große Floorboard bieten, nur eben in reisefreundlicher.

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Neural DSP hat zur NAMM 2026 offiziell den Quad Cortex mini vorgestellt. Entscheidend ist bei diesem Release aber weniger „noch einen Modeler“ auf den Markt zu bringen, sondern das Versprechen, den bewährten Workflow des Quad Cortex in ein deutlich kleineres Gehäuse zu packen – ohne das Gerät in Richtung „Minimal-Pedal“ zu vereinfachen.


Bedienung & Workflow: Touch + vier Rotary-Footswitches

Zentrale Schaltstelle ist der 7″-Multitouchscreen mit Grid-basiertem Signalfluss. Blöcke lassen sich visuell platzieren, verschieben und auch parallel routen – ohne tiefes Menütauchen.

(Bild: Neural DSP)

Um das Display herum sitzen vier Edelstahl-Rotary-Footswitches, die sowohl per Fuß geschaltet werden können als auch als Encoder dienen. Dazu kommt das Parameter-Focus-System: Wählt man einen Block aus, werden die wichtigsten Parameter automatisch auf die Rotary-Schalter gelegt.

Für den Live-Betrieb sind mehrere Schaltlogiken vorgesehen: Preset, Scene, Stomp und Hybrid, plus Gig View mit kontrastreicher Anzeige. (Einschränkung: Momentary-Stomp-Zuweisungen werden laut Hersteller nicht unterstützt.)


Sounds: Amps, Effekte, IRs – plus Captures ab Werk

Ab Werk sind:

  • 90+ Amp-Modelle

  • 100+ Effekte/Utilities

  • 1000+ Cabinet-IRs (mit flexibler Mic-Positionierung)

  • 2000+ Factory Neural Captures

… mit an Bord, außerdem Zugriff auf zusätzliche Community-Inhalte über die Cortex Cloud.

Neural Capture: V1 offline, V2 über die Cloud

Neural DSP unterscheidet zwei Capture-Wege:

  • Neural Capture V1 läuft auf dem Gerät (offline) und ist laut Hersteller für viele Amps, Cabs und Overdrives ausgelegt.

  • Neural Capture V2 wird über Cortex Cloud berechnet und soll bei Simulationen von besonders dynamischem Gear, das z.B. auf die Anschlagsintensität reagiert (z. B. Fuzz, Kompressor, sehr responsive Röhrenamps) genauer arbeiten.


Anschlüsse & Routing: klein, aber nicht „sparsam“

Für ein kompaktes Gehäuse ist die Anschlussliste ziemlich komplett – inklusive Capture-I/O und FX-Loops:

  • Input 1: 1/4″ TS (Instrument)

  • Input 2/Capture Input: Combo XLR + 1/4″ TRS, mit Phantomspeisung und Level-Control

  • Dual FX Loops: Send 1/2 und Return 1/2 über gemeinsame TRS-Buchsen (Loop 1 per TS, beide Loops per Insert-Kabel)

  • Outputs: 2× XLR (balanced) + 2× 1/4″ TS, plus separater Capture Out

  • Headphones: 1/8″ TRS

  • MIDI: 1/8″ TRS Type-A In & Out/Thru, zusätzlich MIDI over USB

  • Expression: 1× 1/4″ TRS (zweites Expression-Setup via MIDI möglich)

(Bild: Neural DSP)

USB-C: Audiointerface (8 In / 8 Out) – aber nicht als Stromversorgung

Per USB-C kann der Quad Cortex mini als mehrkanaliges Audiointerface (8 Inputs / 8 Outputs) für Recording und Re-Amping genutzt werden. Wichtig: USB-C ist nicht für die Stromversorgung gedacht. Stattdessen gibt es ein 12V-DC-Netzteil (1,2 A, center-negative) mit Locking-Connector, plus Adapter für „normale“ Pedalboard-Netzteile.


Format & Ökosystem

Mit 22,8 × 11,8 × 6,5 cm und 1,5 kg ist der Quad Cortex mini deutlich auf Pedalboard- und Desktop-Setups zugeschnitten: Er nimmt weniger Fläche ein als das große Floorboard, bleibt aber vom Bedienkonzept her „Quad Cortex“ – inklusive großem Touchscreen.

Wenn Neural DSP vom „Ökosystem“ spricht, ist damit vor allem die gemeinsame Software- und Content-Plattform gemeint, die alle Quad-Cortex-Geräte verbindet:

  • CorOS ist das Betriebssystem des Geräts. Darüber kommen Firmware-Updates, neue virtuelle Effekte/Amps, Workflow-Verbesserungen und Features – also das, was das Gerät über die Zeit funktional weiterentwickelt. (Parallel zur Vorstellung des Quad Cortex mini startet CorOS 4.0.0, u. a. mit neuen Reverbs und Utilities wie „Phase Doctor“.)

  • Cortex Cloud ist die Online-Bibliothek, über die man Presets und vor allem Neural Captures (digitale Abbilder realer Amps, Cabs oder Pedale) laden und teilen kann. Praktisch: Man musst dafür nicht am Rechner basteln, sondern kann Inhalte direkt ins Gerät holen, sofern WLAN aktiv ist.

  • Cortex Control ist die begleitende Desktop-App. Die Idee dahinter: Presets und Bibliotheken lassen sich am Computer bequemer organisieren, sichern und – je nach Workflow – auch editieren, als ausschließlich am Gerät selbst.

Ebenfalls Teil dieses „Baukastens“ ist die vom Hersteller genannte Plug-in-Kompatibilität: Unterstützte Neural-DSP-Plugins sollen sich in den Hardware-Workflow einbinden lassen, sodass man Sounds aus der Softwarewelt leichter in ein Live-/Standalone-Setup übertragen kann.

(Bild: Neural DSP)

Unterm Strich dürfte der Quad Cortex mini für alle interessant sein, die den Cortex-Workflow samt Capture-Thema wollen, aber beim Pedalboard-Platz, Transport oder Desktop-Setup nicht mit einem großen Floorboard planen. Ob die vier Footswitches im eigenen Live-Alltag reichen, muss man – wie immer – selbst durchdenken und testen … oder auf einen Testbericht von Gitarre & Bass warten. 😉

Preis: Neural DSP Quad Cortex mini € 1.299


Mehr Infos unter:

neuraldsp.com/quad-cortex-mini

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