Zwischen Booster, Amp-ähnlicher Sättigung und klassischer Rock-Zerre
Flattley Guitar Pedals „The Joker“: Röhren-Voicing im Kompaktformat
von Redaktion,
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Mit The Joker stellt Flattley Guitar Pedals ein neues Overdrive-Pedal aus der hauseigenen „Platinum Range“ vor. Die Grundidee: Ein eigentlich clean ausgelegter Booster wird um kontrollierte Verzerrung erweitert. Herausgekommen ist ein Effekt, der laut Hersteller mehrere Einsatzbereiche abdeckt – vom dezenten Anblasen eines Amps bis hin zu deutlich angezerrten Rock-Sounds.
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Vom Booster zur Sättigung
Kern der Schaltung ist eine FET-basierte 12AX7-Röhrensimulation. Ziel war es, das Spielgefühl und die Klangstruktur eines leicht übersteuerten Single-Valve-Combos nachzubilden. In der Praxis erwies sich das Konzept als vielseitiger als zunächst gedacht: Neben klassischen „Small Amp“-Sounds lässt sich The Joker auch als harmonisch angereicherter Boost vor einem bestehenden Amp-Setup einsetzen.
(Bild: Future Owns Future Owns Future Owns)
Zwei Gain-Welten per Toggle
Ein Kippschalter trennt die beiden grundlegenden Betriebsarten:
Dirt: reicht von nahezu cleanem Boost über Crunch bis hin zu tweedartigen Overdrive-Sounds – gedacht für Jazz- und Blues-Anwendungen.
Filth: erweitert den Gain-Bereich deutlich und richtet sich an Spieler, die mehr Verzerrung und Kompression für Rock-Setups suchen.
Damit deckt das Pedal sowohl niedrige als auch mittlere Gain-Regionen ab, ohne den Anspruch eines High-Gain-Tools zu erheben.
Bedienung und Klangregelung
Die Reglerausstattung bleibt klassisch und übersichtlich:
Volume: Pegelanpassung vom leichten Cut bis zum Push des Amp-Frontends
Gain: Verzerrungsgrad, abhängig vom gewählten Modus
Tone: breitbandige Klangregelung – von Bassbetonung über Mittenanhebung bis zu stärkerem Höhenanteil
Die Tonblende greift dabei relativ musikalisch ein und ist weniger als radikaler EQ gedacht, sondern eher zur Anpassung an unterschiedliche Amps.
Gehäuse, Verarbeitung und Details
The Joker sitzt in einem 125B-Gehäuse (119 × 64 × 40 mm) und wird ausschließlich extern mit 9 Volt (Center Negative) betrieben – eine interne Batterie ist nicht vorgesehen. Typisch für die Platinum Range ist der aufwendige Finish-Prozess: mehrfach grundiert, lackiert, mit holografischem Metallflake versehen, hydrodipped und anschließend von Hand poliert.
Praktische Details für den Live-Betrieb sind ebenfalls an Bord: Ein grüner Halo-Light-Ring sorgt für bessere Sichtbarkeit auf dunklen Bühnen, während ein passender Aluminium-Foot-Topper die Schaltfläche vergrößert.
Technische Daten (Kurzüberblick)
Overdrive/Boost-Pedal mit FET-basierter 12AX7-Simulation
Modi: Dirt / Filth (per Toggle)
Regler: Volume, Gain, Tone
Stromversorgung: 9 V DC, Center Negative
Kein Batteriebetrieb
Gehäuse: 125B, Aluminium
Handgefertigt und handverdrahtet in Großbritannien