Soundcharakter des Alesis Microverb, ergänzt um praxisnahe Regler für den Pedalboard-Einsatz

Catalinbread CB Paint: Microverb-Charme als Pedal

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(Bild: Catalinbread)

Mit dem CB Paint bringt Catalinbread ein Reverb-Pedal, das sich klanglich an ausgewählten Presets des Alesis Microverb orientiert. Neben sechs klassischen Microverb-Algorithmen sind auch Gate- und Reverse-Reverb an Bord – ergänzt um Funktionen, die das historische Rackgerät im Pedalformat deutlich alltagstauglicher machen sollen.

Mit dem CB Paint stellt Catalinbread ein Reverb-Pedal vor, das sich auf einen frühen Digital-Klassiker bezieht: den Alesis Microverb. Das kompakte Rackgerät aus den späten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts galt als vergleichsweise zugänglicher Einstieg in die damals noch kostspielige Welt digitaler Hallräume. Gerade die technischen Kompromisse, die Alesis seinerzeit aus Preis- und Platzgründen eingehen musste, prägten offenbar auch den eigenständigen Charakter des Geräts.

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Genau an diesem Punkt setzt Catalinbread an. Das CB Paint übernimmt laut Hersteller einige der markantesten Microverb-Patches und überträgt sie in ein Pedal, das ohne die typischen Integrationsprobleme alter Studiohardware auf dem Pedalboard einsetzbar sein soll. Statt einer bloßen Retro-Kopie gibt es dabei auch einige moderne Eingriffe.

(Bild: Catalinbread)

Im Zentrum stehen acht Modi. Die ersten sechs Patches basieren auf originalen Microverb-Programmen, wobei die jeweilige Filter- und Verarbeitungsstruktur des Vorbilds erhalten bleiben soll. Der Decay nimmt dabei von Patch 1 bis Patch 6 schrittweise zu. Dazu kommen Patch 7 als Gate-Reverb und Patch 8 als Reverse-Reverb.

Interessant ist vor allem die Umsetzung des Reverse-Sounds: Anders als bei einer echten rückwärts abgespielten Hallfahne soll der Microverb-Effekt rechnerisch erzeugt werden, indem die reflektierenden Eigenschaften des Reverb-Zustands reduziert werden. Das Ergebnis sei ein nach vorne „schiebender“ oder „rushender“ Reverse-Charakter, der sich vom üblichen Reverse-Reverb-Konzept hörbar unterscheiden könne.

(Bild: Catalinbread)

Bei den Bedienelementen setzt Catalinbread auf eine überschaubare, aber praxisnahe Ausstattung. Der Tone-Regler arbeitet als 2-pole Low-Pass-Filter und dient dazu, harsche Höhen abzurunden. Über Mix lässt sich das Verhältnis zwischen Dry- und Wet-Signal einstellen – eine Funktion, die beim historischen Vorbild in dieser Form nicht vorhanden war.

Der Regler Onset bestimmt, wann der Hall nach dem Anschlag einsetzt. Der Bereich reicht laut Hersteller von 0 bis 200 Millisekunden. Damit lässt sich der Reverb-Effekt unmittelbar an das Direktsignal anbinden oder bewusst verzögert einsetzen. Im Gate-Modus regelt Onset die Gate-Zeit, im Reverse-Modus beeinflusst der Regler das Maß an Smearing, also wie weich oder verwaschen sich der rückwärts anmutende Effekt ins Gesamtsignal einfügt.

(Bild: Catalinbread)

Unterm Strich richtet sich das CB Paint klar an Gitarristinnen und Gitarristen, die den speziellen Charakter früher digitaler Reverbs suchen, dabei aber nicht mit Vintage-Racktechnik hantieren möchten. Statt auf möglichst naturgetreue Raumabbildung setzt das Pedal offenbar eher auf genau jene künstliche, gefilterte und leicht eigensinnige Ästhetik, für die frühe Digital-Hallgeräte bis heute geschätzt werden.

Preis (Street): Catalinbread CB Paint ca. €249

catalinbread.com

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