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Gebaut für neue Wege: Die Baton Rouge AR11S/JCAM Alexandr Misko Signature

Wer Alexandr Misko spielen sieht, merkt schnell, dass eine Akustikgitarre für ihn weit mehr ist als sechs Saiten und ein Holzkorpus. Basslinien, Melodien, Akkorde und perkussive Elemente verschmelzen zu komplexen Arrangements. Alternative Tunings gehören ebenso zu seinem musikalischen Vokabular wie Tapping, Flageoletts und ungewöhnliche Grifftechniken.

Vor rund zwei Jahren präsentierten Baton Rouge und Alexandr Misko mit der AR31 erstmals ihre gemeinsame Vorstellung davon, wie ein Instrument für diese moderne Art des Akustikgitarrenspiels aussehen kann. Mit der neuen AR11S/JC-AM Alexandr Misko Signature wird diese Idee nun konsequent weitergeführt und vor allem zugänglicher. Das neue Modell ist die erschwinglichere Variante der AR31 und bringt viele grundlegende Ideen des Signature-Konzepts in eine Preisklasse, die auch für jüngere Spieler interessant ist.

Denn eines war Alexandr Misko bei der Entwicklung besonders wichtig: Seine Signature-Gitarre sollte kein hochspezialisiertes Werkzeug sein, das nur für seine außergewöhnliche Spieltechnik funktioniert. Sie sollte seinen Spirit in sich tragen und neue Möglichkeiten eröffnen, gleichzeitig aber eine Akustikgitarre bleiben, die man ganz selbstverständlich in die Hand nehmen und spielen kann. Vom klassischen Akkordspiel bis zum modernen Fingerstyle.

Multiscale als Herzstück

Das auffälligste Merkmal der AR11S/JC-AM ist ihre Fächerbundierung. Während die Bünde einer konventionellen Akustikgitarre parallel zueinander verlaufen, folgen sie hier einer Fächerform. Dahinter steckt das Multiscale-Prinzip: Die einzelnen Saiten besitzen unterschiedliche Mensuren.

Bei Miskos neuem Signature-Modell reicht die Mensur von 643 Millimetern auf der hohen e-Saite bis zu 700 Millimetern auf der tiefen E-Saite. Die Bassseite erhält damit eine deutlich längere Mensur als die Diskantseite. Gerade für alternative Tunings und tiefer gestimmte Basssaiten bietet diese Konstruktion einen interessanten Ansatz.

Gleichzeitig macht die Fächerbundierung schon optisch klar, dass diese Gitarre etwas anders denkt. Sie verkörpert dabei genau jene Balance, die Misko wichtig war: Das Instrument trägt seine DNA, verlangt aber nicht, dass man spielt wie Alexandr Misko. Man kann auf dieser Gitarre experimentieren, sie aber genauso selbstverständlich als klassische Steelstring einsetzen.

Vertraute Basis, ungewöhnliches Konzept

Als Grundlage dient ein Jumbo-Korpus mit Straight Cutaway. Die massive Fichtendecke wird mit Boden und Zargen aus Mahagoni kombiniert. Auch der Hals besteht aus Mahagoni, während für Griffbrett und Steg Palisander verwendet wird.

Hinzu kommen Sattel und Stegeinlage aus Knochen, D’Addario-Saiten, verchromte Diecast-Mechaniken, ABS-Bindings und ein zurückhaltendes Natural-Satin-Finish. Mit einer Sattelbreite von 48 Millimetern bietet die AR11S/JC-AM außerdem viel Platz für die Finger der Greif- und Anschlaghand und kommt damit einer differenzierten Fingerstyle-Spielweise entgegen.

Die Kombination ist bewusst gewählt: Viele Elemente fühlen sich vertraut an, während Multiscale, breiteres Griffbrett und die auf Miskos Spielweise abgestimmte Konstruktion den besonderen Charakter des Instruments ausmachen.

Der Misko-Spirit, ohne Misko sein zu müssen

Genau darin liegt die eigentliche Idee hinter der AR11S/JC-AM. Eine Alexandr-Misko-Signature könnte schnell den Eindruck erwecken, sie richte sich ausschließlich an technisch versierte Modern-Fingerstyle-Spieler. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Wer sich mit Alternate Tunings, Tapping, perkussiven Elementen oder modernem Fingerstyle beschäftigen möchte, bekommt ein Instrument, das diese Welt konstruktiv mitdenkt. Wer dagegen Songs begleiten, Akkorde spielen oder eigene Musik schreiben möchte, soll sich darauf genauso zu Hause fühlen.

Die Gitarre transportiert damit weniger eine bestimmte Spieltechnik als Miskos Haltung zum Instrument: neugierig bleiben, ausprobieren und die Grenzen dessen, was mit einer Akustikgitarre möglich ist, immer wieder neu ausloten.

Eine Signature-Gitarre für die nächste Generation

Zu diesem Gedanken gehört auch der Preis. Mit einer UVP von 539,00 € soll die AR11S/JC-AM bewusst erreichbar bleiben. Insbesondere jüngere Gitarristinnen und Gitarristen sollen die Möglichkeit bekommen, ein ungewöhnliches Instrument zu entdecken, ohne dafür direkt in eine hochpreisige Signature-Gitarre investieren zu müssen.

Sie ist damit mehr als nur die günstigere Schwester der AR31. Sie macht die ursprüngliche Idee hinter der Zusammenarbeit zwischen Baton Rouge und Alexandr Misko für deutlich mehr Musiker erreichbar.

Man muss schließlich nicht spielen wie Alexandr Misko, um seine Idee von Gitarre spannend zu finden. Vielleicht muss man nur neugierig genug sein, herauszufinden, was noch alles in sechs Saiten steckt.

www.batonrougeguitars.com/de/gitarren/features/nylon-strings/detail/ar11sjc-am-151920.html

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