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TopGearCheck! mit Dirty Sound Magnet

Man weiß eigentlich nicht so genau, wo man die Schweizer Band Dirty Sound Magnet stilistisch einordnen soll: Ist es Stoner- oder Retro-Rock? Hört man nicht auch einen kräftigen Spritzer Blues sowie eine gepfefferte Ladung Psychedelic? Oder ist dies etwa experimenteller Alternative-Rock mit grabesdunklen Doom-Verzierungen?

„Von allem etwas”, behaupten Gitarrist/Sänger Stavros Dzodzos und Bassist Marco Mottolini, die für den eigenwilligen Sound des Trios maßgeblich verantwortlich sind, um dann hinzuzufügen: „Unser Stil ist, dass wir keinen eindeutig festgelegten Stil haben.” Eine gute Beschreibung auch dessen, was sich auf ihrem aktuellen Album ‚Me And My Shadow’ abspielt.

Denn für eine reine Dreierkonstellation klingt der Sound der Gruppe bemerkenswert komplex und vielschichtig. Was umso erstaunlicher ist, da die neue Scheibe – mehr oder minder – live im Studio eingespielt wurde, „nur mit ein paar wenigen zusätzlichen Overdubs”, wie Mottolini ausdrücklich betont.

Wir haben die erstklassige und ungemein innovative Formation bei ihrem Konzert im Oldenburger LiveClub Amadeus getroffen und uns ihr ungewöhnliches, aber mit viel Bedacht zusammengestelltes Equipment – zumindest in Auszügen – für unsere monatliche Serie ‚Top Gear Check’ erklären lassen!

GIBSON LES PAUL ’58 REISSUE

(Bild: Matthias Mineur)

Stavros: So um 2006 herum, als 18-Jähriger, war ich großer Jimmy-Page-Fan. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich zum ersten Mal ‚The Song Remains The Same’ hörte. Es hat mich förmlich umgehauen! Ich verstand schon damals, was Jimmy Page ausdrücken wollte, emotional und auch sonst.

Ich denke ‚The Song Remains The Same’ ist ein Gitarrenmeisterwerk, mit unfassbar vielen Farben und unterschiedlichen Sounds. Jimmy Page wird oft vor allem als großartiger Songschreiber gefeiert, aber für mich ist er auch technisch einer der Besten.

Daher musste ich unbedingt die gleiche Gitarre wie er besitzen! Dazu gibt es übrigens eine coole Vater/Sohn-Geschichte: Ich war mit meinem Dad in einem Musikgeschäft, er sagte zu mir: „Du bist jetzt 18 und beginnst in Kürze dein Studium, deshalb schenke ich dir eine Gitarre. Such dir eine aus!” Also habe ich unterschiedliche Modelle getestet, unter anderem auch eine Gibson SG.

Die Les Paul hat mir allerdings auf Anhieb am besten gefallen, sie sollte jedoch 4400 Euro kosten, also sehr viel Geld. Deshalb habe ich meinem Vater mitgeteilt, dass ich mich wohl für die günstigere SG entscheiden würde. Als ich mit der Gitarre zur Kasse lief, rief mein Vater von hinten dem Verkäufer zu: „Nein, nein, mein Sohn möchte lieber die Les Paul, und die bekommt er auch!”

OLMOS GUITARRAS SG CUSTOM

(Bild: Matthias Mineur)

Stavros: Diese Gitarre hat eine interessante Vorgeschichte: Wir waren auf unserer zweiten Mexiko-Tour. Dort sind die üblichen Gitarrenständer echt scheiße, sodass meine Gibson SG prompt aus dem Ständer heraus auf den Boden fiel. Und wenn eine Gibson SG auf den Boden fällt, ist schnell der Hals gebrochen.

Es war meine einzige Gitarre in Mexiko, also stand ich vor der Frage: Was tun? Ein Mitarbeiter des Clubs stellte mir einen Typen mit den Worten vor: „Er ist der beste Gitarrenbauer in Mexiko, er fertigt Instrumente unter anderem für Brian May!” Der Typ hat meine SG tatsächlich bis zum darauffolgenden Tag tadellos repariert.

Gleichzeitig bot er an, mir eine eigene SG Custom nach meinen Wünschen zu bauen, mit einem besonders dicken Hals, so wie ich ihn liebe. Ich mag es, wenn man beim Spielen mit der Gitarre kämpfen muss. Auch die Pickups sind Eigenentwicklungen seines Kumpels, ich habe einfach gesagt: „Hört euch unser aktuelles Album an, genauso soll meine SG Custom klingen!”

Und exakt das ist den beiden Mexikanern in der Tat gelungen. Es gibt nur ein kleines Problem, das ich hoffentlich bald gelöst haben werde: das Tuning. Aber es ist ja bekannt, dass bei SGs das Tuning schnell zur Schwachstelle werden kann.

CRIOS BASS FUSION 4 HEADLESS BASS

(Bild: Matthias Mineur)

Marco: Mein Crios-Bass ist nagelneu, ich besitze ihn seit zwei Monaten und spiele heute Abend erst mein zehntes Konzert damit. Wir werden in diesem Jahr auch in den USA touren, der Transport eines regulären Jazz-Basses mit langem Hals würde jedoch extrem viel Geld kosten.

Und für ein Doppel-Case mit einer Gitarre, für das man nur als normales Gepäckstück zahlen müsste, ist ein Jazz Bass zu groß. Also habe ich entschieden, mir ein möglichst praktisches Modell zu bestellen, eigentlich nur für die teuren Flugreisen. Doch dann zeigte sich, dass sich der Fusion 4 traumhaft spielen lässt und alle Sounds liefert, die ich brauche.

Der Fusion 4 ist passiv, hat zwei Nordstrand-Dual-Coil-Single-Coils, was für mich sehr wichtig ist. Denn so bekomme ich einen guten Jazz-Bass-Sound, aber über den Neck-Pickup auch einen prächtigen P-Bass-Sound. Außerdem kann der Fusion 4 wie ein Short-Scale-Bass klingen.

EICH T-900

Fender-Ersatz-Bass und die Eich T-900-Bassanlage (Bild: Matthias Mineur)

Marco: Ich habe in der Schweiz einen Kumpel, einen professionellen Bassisten, der mit Thomas Eich befreundet ist. Und da ich früher immer wieder Probleme mit meiner damaligen Bass-Anlage hatte und alle paar Monate irgendetwas austauchen oder reparieren musste, meinte mein Kumpel zu mir: „Bei so vielen Konzerten im Jahr, die du mit Dirty Sound Magnet absolvierst, brauchst du unbedingt einen stabilen Amp. Ich kenne Thomas Eich sehr gut, grüß ihn von mir und frag ihn, ob du einen guten Preis bekommen würdest!”

Ich bin mit dem T-900 total glücklich, denn er verfälscht in keiner Weise den Sound, der aus meinen Fingern kommt. Er ist fast wie ein Monitor: Es kommt nur das heraus, was man hineingespielt hat.

MARSHALL JTM45 & CUSTOM MADE ZILLA 2X12ER CABINET

(Bild: Matthias Mineur)

Stavros: Bis vor einem Jahr konnte ich mit Marshall-Amps nur wenig anfangen, da ich mit ihnen einfach nicht den gewünschten Sound bekam. Überall auf den Bühnen stehen JCM800 herum, aber sie funktionieren bei mir nicht, sie klingen für mich zu aggressiv und nicht warm genug. Deshalb habe ich über viele Jahre einen Sky King von Tone King gespielt.

Der Sky King klingt supergut, macht aber gelegentlich Probleme und ist zudem sehr schwierig zu reparieren, weshalb ich ihn mittlerweile lieber zu Hause lasse. Also habe ich erneut verschiedene Marshalls getestet und bin schließlich beim JTM45 gelandet, gewissermaßen einem Vintage-Modell. Der JTM45 liefert einen warmen Sound, er wiegt nicht allzu viel und war auch nicht allzu teuer.

(Bild: Matthias Mineur)

Allerdings habe ich mit ihm ein wenig Headroom verloren und brauche daher eigentlich eine größere Box. Die Klangfarbe meiner 2x12er Zilla Custom Cab mit den zwei G12M-65-Creambacks ist zwar super, hat im Zusammenwirken mit dem Marshall aber zu wenig Headroom, so dass ich demnächst wohl zu einer 4x12er-Box wechseln werde.

BOSS DD-7, HUNGRY ROBOT THE STARGAZER & EHX FREEZE SOUND RETAINER

(Bild: Matthias Mineur)

Stavros: Man wird es mir nicht glauben, aber ich wollte immer möglichst wenig Effekte haben. Eigentlich kaufe ich nur etwa alle zwei Jahre ein neues Pedal. Mein neuestes ist das zweikanalige The Stargazer von Hungry Robot, da mein aktueller Marshall-Amp kein Reverb hat.

Delays wie das Boss DD-7 sind für meinen Sound natürlich besonders interessant, da ich mit Loops und solchen Sachen den Eindruck erwecken kann, dass wir auf der Bühne mehr als nur drei Musiker sind. In Wirklichkeit sind wir aber nur ein Power-Trio, da macht es natürlich Sinn, mit möglichst vielen Effekten zu arbeiten, um das Soundspektrum zu verbreitern. Deshalb besitze ich auch mehrere Treble-Booster.

Das wohl ungewöhnlichste Pedal auf meinem Board ist der Freeze Sound Retainer von Electro-Harmonix, mit einem Effekt, den ich noch nie anderswo gehört habe. Mit dem Freeze Sound Retainer klinge ich wie zwei Gitarristen gleichzeitig.

EMPRESS PARAEQ & ORIGIN EFFECTS DCX BASS OVERDRIVE

(Bild: Matthias Mineur)

Marco: Die Kombination aus dem Empress ParaEq und dem DCX Bass Overdrive von Origin Effects funktioniert für mich einwandfrei. Zusammen klingen beide Effekte wie der perfekte Preamp. Der DCX liefert ein bisschen Distortion, hat aber zu viel Low End.

Wenn man Rockmusik macht, braucht man nicht so viel Tiefenfrequenz, es ist ja nicht wie beim Reggae. Stattdessen benötigt man etwas mehr Low-Mids. Darum habe ich den Empress ParaEq vor das DCX geschaltet. Beide Effekte sind bei mir durchgehend „on”. Nur am Anfang der Show, bei meinem Mini-Intro ohne Effekt, schalte ich den DCX kurz aus.

EMPRESS EFFECTS PHASER & MU-TRON MICRO-TRON IV

Stavros: Mit einem Phaser bekommt man natürlich einen völlig anderen Sound, denn Modulationen verändern den Klang einer Gitarre grundlegend. Der Phaser von Empress Effects erzeugt wirklich seltsame Geräusche, man erkennt zeitweise fast nicht mehr, was überhaupt los ist. Es klingt dann nahezu wie ein Keyboard.

Fast noch extremer ist ein Envelope-Filter wie das Micro-Tron IV von Mu-Tron. Bei den Aufnahmen zu unserem Album ‚Transgenic’ gab es im Studio einen Vintage-Mu-Tron aus den 70ern, unglaublich cool, den ich auf der gesamten Platte gespielt habe, was dem Gesamtsound zusätzlich Farbe gegeben hat. Diese Sounds entdeckt man oft auch in der elektronischen Musik, wie etwa bei Daft Punk.

(Story: Matthias Mineur)

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