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TopGearCheck! mit Phantom Corporation

(Bild: Mineur)

Kein Zweifel: Mit ihrem neuen Album ‚Time And Tide’ könnte der Bremer/Dortmunder Metal-Band Phantom Corporation der große Wurf gelungen sein. Die seit 2016 existierende Gruppe mit Mitgliedern unter anderem von Dew-Scented, Eroded, BK 49 oder Weak Aside zelebriert einen schonungslosen Mix aus Death- und Thrash-Metal mit Querverweisen an Punk, Crossover und Crust-Metal. Ihr Motto: Death Crust the brutal way!

Entsprechend kompromisslos setzt sich auch das Equipment zusammen, wie wir bei einem Besuch in ihrem Proberaum feststellen konnten. Hier nun das von Gitarrist Arne Berents und Bassist Ulf Imwiehe bevorzugte Instrumentarium, exklusiv vorgestellt für unsere allseits beliebte Serie ‚Top Gear Check’!

JACKSON RANDY RHOADS CUSTOM

Jackson Randy Rhoads Custom, Made in USA mit EMG-81-Pickups (Bild: Mineur)

Arne: Die Jackson Randy Rhoads besitze ich seit 1995. Wegen Mille von Kreator stand sie schon seit 1989 auf meiner Liste, obwohl ich seinerzeit noch gar nicht Gitarre gespielt habe. In meinem Zimmer hing ein Poster von Mille in einem Bad-Religion-Shirt mit exakt dieser Klampfe. Ich wusste, dass ich die Gitarre haben muss.

Ein paar Jahre später, zum Ende meines Zivildienstes, habe ich mir Überstunden auszahlen lassen und bin inklusive der Weihnachtsprämie zum Musikalienhändler in Aurich gegangen und habe gesagt: „Ich brauche die Randy Rhodes Made in USA, mit dem Binding, den Shark-Fin-Inlays und so weiter.” Halt wie bei Mille.

Ein paar Wochen später war die Gitarre da, es war aber keine Made in USA, sondern eine Professional, ohne Shark-Fin-Inlays und Binding, sondern mit Dots. Die habe ich gleich wieder zurückschicken lassen, musste dafür extra 1000 Mark berappen, aber es sollte unbedingt die Made In USA mit 81er EMG-Pickups sein, kein in Japan gefertigtes Exemplar. Gekostet hat sie mich am Ende 3600 Mark, die RR ist bis heute meine Hauptgitarre, die ich aber möglichst nicht mehr mit auf Tournee nehmen möchte, da sie mir zu lieb und teuer geworden ist.

JACKSON WARRIOR, BAUJAHR 1998

Jackson Warrior mit Seymour Duncan Distortion Mayhem (Bild: Mineur)

Arne: Als Alternative zur Randy Rhoads nehme ich gerne meine Jackson Warrior mit Seymour-Duncan-Distortion-Mayhem-Pickups, die funktionieren mega-gut mit der klassischen Marshall-Box und den G12T-Speakern. Die Gitarre liefert einen richtig schön pointierten, aggressiven Thrash-Sound und macht mit den Mayhems extrem viel Alarm. Die 81er EMGs der RR können zwar alles, aber nichts wirklich richtig, würde ich sagen. Bei denen fehlt mir ein bisschen Profil.

EPIPHONE RICHIE FAULKNER, BAUJAHR 2018

Epiphone Richie Faulkner Signature mit EMG 57 & 66 (Bild: Mineur)

Arne: Die Gitarre, die ich am zweitliebsten spiele, aber auch nicht mehr auf Tournee mitnehmen möchte, ist die Epiphone Richie Faulkner Signature. Ich bin ein Vibrato-Jammerhaken-Typ, brauche das Ding unbedingt, nutze es auch beim Riffing für mikrotonale Bewegungen, also nicht nur für Licks, Dive-Bombs und so weiter.

Beim neuen Album haben wir vier Rhythmusspuren aufgenommen, die in einigen Passagen minimal verschoben sind, sodass ein dissonanter Teppich entsteht. Dafür brauche ich ein zuverlässiges Vibrato, und die Richie Faulkner ist bekanntlich eine Flying V mit Vibrato. Die Gitarre lässt sich super spielen, das Halsprofil liegt mir mehr als die etwas schmaleren, flacheren Profile.

Mit der Epiphone spiele ich nie den Hals-Pickup, sondern immer mit dem Bridge-Pickup, auch Leads, da ich auch da Punch und Aggressivität im Klangprofil haben möchte. Die 57er und 66er EMG-Pickups erzeugen schöne klirrende Höhen und setzen sich gut gegen die Mitten durch, die dann beispielsweise der Engl Savage liefert, gleichzeitig unterstützen sie das thrashige Profil des Engl Fireball.

ENGL SAVAGE 120

Engl Savage 120 (Bild: Mineur)

Arne: Mein Engl Savage 120 ist offenbar eine Vorserie der regulären Version. Ich bin damals durch Klaus Kessemeier von der Auricher Band Assorted Heap auf Engl gestoßen. Assorted Heap gehörten seinerzeit zu unseren Helden, bei ihnen saß ich als Teenager immer im Proberaum, mit Fokuhila und halblanger Matte, während die Jungs allesamt schon Bärte und Haare bis zum Arsch hatten. Ich dachte: „Was spielt denn Klaus da?” Engl, Mördersound! Als dann 1996 oder 1997, nach dem Kauf der Jackson RR, wieder Geld da war, habe ich mir den Savage zugelegt. Der klingt mit jeder Box gut, mit vielen sogar besser als mit der Engl-Box, finde ich.

NUX ANALOG DELAY

Arne: Das Nux Analog Delay ist mein heißgeliebter Bodentreter, ein kombiniertes Reverb/Delay mit Modulationseffekten. Indem man auf dem linken Switch bleibt, lässt sich quasi eine Wand aufbauen, eine für mein Empfinden physische Delay-Wand, die absolut massiv ist und stehenbleibt. Dazu lassen sich im Hintergrund dann weitere Klangschichten hinzufügen. Das funktioniert vor allem in Kombination mit einem transparenten Pickup und dem Jammerhaken. Absolut fantastisch, ich liebe das Gerät!

Pedalboard mit Nux Analog Delay & Spectre Cockblocker (Bild: Mineur)

SPECTRE COCKBLOCKER

Arne: Der Cockblocker ist das zweite Pedal, das ich wärmstens empfehlen kann. Ich weise allerdings darauf hin, dass man im Umgang mit Suchmaschinen bei diesem Namen vorsichtig sein sollte. (lacht) Der Cockblocker ist ein Noisegate und von einem Typen namens Glenn Fricker handgefertigt.

Das Besondere daran: Man hat nur einen Regler und bekommt trotzdem Funktionen, die nicht mal in der Bedienungsanleitung auftauchen. Zum Beispiel einen zusätzlichen Ground-Lift, mit dem sich der Höhenverlust bei großer Kabellänge ausgleichen lässt. Dafür muss man allerdings das Gehäuse aufschrauben, was aber nirgendwo geschrieben steht. Glenn Fricker ist halt ein kompletter Nerd! Das Ding funktioniert sensationell, ist brutal schnell, lässt die Klampfe trotzdem noch klingen und ermöglicht Feedbacks. Vorher hatte ich einen Boss Noise Suppressor, der mir aber zu langsam war.

HAGSTROM VIKING

Hagstrom-Viking-Halbakustik (Bild: Mineur)

Ulf: Den halbakustischen Hagstrom Viking habe ich gezielt für die Phantom Corporation ausgewählt, denn wir sind ja eine Crust-Band. Bedingt durch seine Bauweise hat er ein gewisses Grundfeedback, das ich aufgrund unseres großen Distortion-Anteils immer ein bisschen kontrollieren muss. Das heißt, man erhält unten herum ein Growl, das ich noch mit keinem anderen Bass hinbekommen habe.

Außerdem sieht das Ding einfach tierisch und ungewöhnlich aus, was mir ebenfalls sehr wichtig war. Und dass es sich mit dem schnellen Griffbrett gut spielen lässt, egal in welcher Stilrichtung. Ich bin Mitglied mehrerer Bands und habe den Hagstrom auch schon in einer Death-Metal-Band gespielt, in der wir fünf Halbtöne runter stimmen und er trotzdem nicht schwimmt.

Der Bass ist absolut stimmsicher, das hilft mir, da wir oft unterwegs sind und viel live spielen. Er hat viele Schaltmöglichkeiten, die ich allerdings nicht alle brauche. In erster Linie habe ich ihn wegen dieses Grundknurrens gewählt. Auf der Bühne ist er zwar ein bisschen kopflastig, deshalb habe ich hinten ein kleines Gewicht dran gebastelt, damit ich auch ein bisschen rumspringen kann.

HAGSTROM SUPER SWEDE

Hagstrom Super Swede (Bild: Mineur)

Ulf: Für die Road-Tauglichkeit habe ich mir den Hagstrom Super Swede zugelegt. Selbe Seitenstärke wie der Viking, und auch hinsichtlich der Bespielbarkeit fast identisch. Der Super Swede hat allerdings einen durchgehenden Hals und somit ein Killer-Sustain, was bei unserem Sound nicht ganz unwichtig ist.

Deswegen spiele ich bei Phantom Corporation ein nur minimalistisches Setup, ohne Kompressor oder ähnlichem. Der Ton ist immer da und immer gleich, egal, wie und wo ich den Super Swede anschlage. Er liefert alle gewünschten Sounds, aber wie gesagt: Wir sind eine Crust-Band, da geht es um Downstrokes und darum, die Bude unten dichtzuhalten.

TC ELECTRONIC THRUST BQ500

TC Electronic Thrust BQ500 (Bild: Mineur)

Ulf: Mein Amp ist ein TC Electronic Thrust BQ500, ein winziges Teil mit 500 Watt und unheimlich viel Gebrüll drin. Den Thrust habe ich ausgewählt, weil er absolut roadtauglich ist. Man kann ihn unter den Arm klemmen und mitnehmen. Diesen Amp habe ich immer dabei, auch wenn auf der Bühne bereits etwas anderes steht.

Der Sound, den ich fahre, ist ultra-verzerrt, mit ultra-viel Gain, viel Bass, viel Druck und nicht einfach zu mischen. Bei Soundchecks werde ich oft gefragt, ob der Bass kaputt ist: „Ist da irgendwas im Eimer? Das klingt irgendwie so sehr verzerrt!” Meine Antwort: „Nee, das muss so, das ist gewollt!”

ASHDOWN 1X12″

Ashdown 1×12“ plus Allsound-Box (Bild: Mineur)

Ulf: Die Box, die ich bei Phantom Corporation in erster Linie spiele, ist die 1x12er von Ashdown. Ich finde, sie hat keinen eigenen Charakter, und das meine ich absolut positiv: Sie verfälscht nichts und ist ziemlich leicht, auch sie kann man sich einfach unter den Arm klemmen und problemlos transportieren.

NUX SCREAM BASS OVERDRIVE

Nux Scream Bass Overdrive (Bild: Mineur)

Ulf: Das Nux Scream Bass Overdrive ist meine Geheimwaffe, nach der ich lange gesucht habe. Ich habe viele Distortion-Pedale getestet, auch Big Muff und einige andere. Aber ich bin kein Fuzz-Typ, das klingt mir zu muffig. Irgendwann bin ich auf dieses Pedal gestoßen, ich fand es super, weil es eine große Vielfalt an sehr ausdrucksstarken Sounds liefert. Aber die wahre Macht liegt in dem Gain, das dieses Gerät fährt. Letztendlich habe ich mich dafür entschieden, weil das Nux einen Blend-Schalter hat, mit dem man beide Sounds mischen kann, je nach Song und Part.

Ich habe übrigens eine Marotte: Ich spiele das Pedal nur mit 9-Volt-Blockbatterien, da ich festgestellt habe, dass man mit einem Netzteil immer eine konstante Spannung hat, während die meisten 9-Volt-Batterien nie 9-Volt, sondern immer etwas weniger Spannung liefern. Jake E. Lee war ja berühmt dafür, dass er seine Amps runtergeregelt hat und deswegen diesen schönen, butterigen, geilen Sound hatte.

(Story: Matthias Mineur)

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